Raumfahrt: Firefly Alpha Rakete scheitert bei erstem Startversuch

Gut gestartet und dann doch gesprengt: Das private Unternehmen Firefly ist mit seiner ersten Rakete nicht erfolgreich gewesen - aber immerhin live im Internet.

Artikel veröffentlicht am ,
Kurz nach dem Start der Alpha sah noch alles gut aus.
Kurz nach dem Start der Alpha sah noch alles gut aus. (Bild: Firefly/Everyday Astronaut / Screenshot: Golem.de)

Nach nur zwei Minuten und dreißig Sekunden Flugzeit ist die erste Alpha-Rakete des privaten Unternehmens Firefly Aerospace bei ihrem ersten Startversuch explodiert. Der Flug fand nach sieben Jahren Entwicklungszeit am frühen Freitagmorgen mitteleuropäischer Zeit statt. Die mit Kerosin und flüssigem Sauerstoff betriebene Rakete soll rund eine Tonne Nutzlast in einen niedrigen Erdorbit transportieren können. Der Startversuch wurde live auf dem Youtube-Kanal Everyday Astronaut übertragen.

Stellenmarkt
  1. Data Discovery Analyst (w/m/d)
    Bundeskartellamt, Bonn
  2. IT Systemintegrator/IT Specialist (m/w/d)
    BSH Hausgeräte Gruppe, Giengen
Detailsuche

Obwohl der Flug erst sauber zu verlaufen schien, deuteten sich bald Probleme an. Die Meldung, dass die Schallmauer durchbrochen worden sei, kam erst nach rund zwei Minuten - viel zu spät für einen normalen Flug einer Trägerrakete. Kurz darauf geriet die Rakete außer Kontrolle und wurde in nur rund 15 km Höhe gesprengt. Ein Video von Jack Beyer zeigte einen beeindruckenden Feuerball.

Anders als beim Startversuch von Astra Space fand der Start nicht im dünn besiedelten Alaska statt, sondern an der kalifornischen Küste, so dass ein Abschalten der Triebwerke für den Abbruch nicht ausreichte. Zur Ursache äußerte sich Firefly bislang noch nicht. Möglicherweise lieferte eines der vier Reaver-Triebwerke in der ersten Stufe nach dem Start zu wenig Schub.

Einfache, aber gute Triebwerke

Golem Karrierewelt
  1. First Response auf Security Incidents: Ein-Tages-Workshop
    14.11.2022, Virtuell
  2. Einführung in Unity: virtueller Ein-Tages-Workshop
    12.08.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Die Triebwerke funktionieren nach dem Tap-Off-Prinzip. Dabei werden die leistungsstarken Treibstoffpumpen angetrieben, indem heiße Verbrennungsgase direkt aus der Brennkammer des Triebwerks ausgeleitet und mit Kerosin abgekühlt werden, um damit eine Turbine zu betreiben. Ein ähnliches Prinzip verwendet Blue Origin im BE-3 Triebwerk der New Shepard Rakete.

In anderen Triebwerken, wie dem Merlin-1D von SpaceX, wird heißes Gas durch Verbrennung in einem Gasgenerator erzeugt. Das macht den Aufbau komplexer, und das Triebwerk benötigt zum Start zwei Zündvorgänge statt nur einen. Dafür kann die Turbine unabhängig von den Betriebsbedingungen der Brennkammer des Triebwerks betrieben werden.

Firefly ging zwischendurch Pleite

Woran genau der Flug scheiterte, wird die Analyse der Flugdaten ergeben. Dabei muss schon als Erfolg gewertet werden, dass die 2014 unter dem Namen Firefly Space Systems gegründete Firma überhaupt eine startfähige Rakete gebaut hat. Damals war es eines von vielen US-Startups, die private Trägerraketen entwickelten. Die Rakete sollte ursprünglich mit einem methanbetriebenen Aerospike-Triebwerk fliegen. Aber die Technik wurde zu schwer und komplex.

Die Geschichte der Raumfahrt

Nach Finanzschwierigkeiten wurde die Firma 2017 von Max Polyakov aufgekauft, einem ukrainischen Geschäftsmann, der durch eine Dating-Plattform reich wurde. Nach der Übernahme der Firma wurde das technische Konzept der Rakete vollständig neu aufgelegt, mit der Firefly Alpha in ihrer heutigen Form. Größere Raketen mit der Bezeichnung Beta und Gamma sind später geplant. Zuvor muss die Firma ihre Fähigkeiten mit der Alpha unter Beweis stellen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Geplante Obsoleszenz
Epson schaltet Drucker wegen voller Schwämme ab

Die Drucker funktionieren noch tadellos, ein angebliches Risiko durch volle Tintenschwämme ist für Epson aber Grund, die Geräte zu deaktivieren.

Geplante Obsoleszenz: Epson schaltet Drucker wegen voller Schwämme ab
Artikel
  1. Klimawandel: SSDs sind klimaschädlicher als mechanische Festplatten
    Klimawandel
    SSDs sind klimaschädlicher als mechanische Festplatten

    Während ihrer Lebensdauer verursacht eine SSD fast doppelt so hohe CO2-Emissionen wie eine mechanische HDD.

  2. Android 13: Samsung startet Beta von One UI 5 in Deutschland
    Android 13
    Samsung startet Beta von One UI 5 in Deutschland

    Samsungs Anpassung von Android 13 für seine Geräte ist zunächst für die Galaxy-S22-Reihe verfügbar.

  3. Microsoft Loop: Riesenkonzept mit Riesenchance auf Riesenchaos
    Microsoft Loop
    Riesenkonzept mit Riesenchance auf Riesenchaos

    Sehr unauffällig rollt Microsoft seine neue Technik Loop für die Onlinezusammenarbeit aus. Admins sollten sie jetzt schon auf dem Schirm haben, denn sie ist vielversprechend, erfordert aber viel Eindenken. Wir erklären sie im Detail.
    Von Mathias Küfner

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • MindStar (Gainward RTX 3070 559€, ASRock RX 6800 639€) • WD Black SSD 2TB m. Kühlkörper (PS5) 219,90€ • Gigabyte Deals • Alternate (DeepCool Wakü 114,90€, PC-Netzteil 79,90€) • be quiet! Deals • SSV bei Saturn (u. a. WD_BLACK SN850 1TB 119€) Gamesplant Summer Sale [Werbung]
    •  /