Raumfahrt: Falsch abgebogen wegen Eingabefehler

Jeder macht einmal Fehler, aber bei Raketen sind sie besonders ärgerlich. Ein kleiner Irrtum bei der Eingabe reicht, damit eine Ariane 5 in die falsche Richtung fliegt.

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Schon beim Start falsch programmiert, flog die Rakete in die falsche Richtung
Schon beim Start falsch programmiert, flog die Rakete in die falsche Richtung (Bild: Arianespace)

Beim letzten Start einer Ariane-5-Rakete ist einiges schiefgelaufen. Wenige Minuten, nachdem die Rakete abgehoben war, ging der Funkkontakt verloren. Zunächst war unklar, was mit der Rakete und den beiden Satelliten an Bord passiert war. Einige Stunden später wurden die Satelliten wiedergefunden, wenn auch in der falschen Umlaufbahn. Beobachtungen des Flugs der Rakete zeigten, dass sie von Anfang an eine falsche Flugbahn eingeschlagen hatte.

Ein Bericht der Ariane Group bestätigt jetzt: Der Grund war ein Eingabefehler. Die beiden Trägheitsnavigationssysteme der Rakete waren auf einen Azimut von 70 Grad statt 90 Grad geeicht. Während der Startvorbereitungen fiel der Fehler nicht auf. Die Rakete folgte daraufhin den Daten der einprogrammierten Flugbahn, steuerte die Rakete aber mithilfe der falsch geeichten Trägheitsnavigation. Das Resultat war ein perfekter Flug, wenn auch in die falsche Richtung.

Die Nutzlast gelangte so in eine Transferumlaufbahn mit der falschen Bahnneigung. Für die Satelliten bedeutet das, dass der Übergang zum geostationären Orbit ein langwieriges Korrekturmanöver beinhaltet. Vor allem bedeutet es aber einen zusätzlichen Treibstoffverbrauch. Satelliten im geostationären Orbit sind im Betrieb auf ständige Korrekturmanöver angewiesen, um ihren genauen Platz im Orbit zu halten, da sie permanent durch Gezeitenkräfte des Mondes und andere Faktoren beeinflusst werden.

Die Satellitenbetreiber verlangen Schadensersatz

Die wenigsten Probleme wird damit der Satellit SES-14 haben, der auch ein Experiment der Nasa trägt. Er ist vollständig mit Ionentriebwerken ausgestattet, die eine hohe Treibstoffeffizienz haben. Der zweite Satellit, Al Yah 3, sollte dagegen chemische Triebwerke nutzen, um die endgültige Umlaufbahn zu erreichen, und Ionentriebwerke nur für den laufenden Betrieb einsetzen. Auf diese Weise wäre er innerhalb weniger Wochen in den endgültigen Orbit gelangt, jetzt dauert das Manöver fast ein halbes Jahr. Vor allem dürfte seine Treibstoffreserve deutlich kleiner sein als die von SES-14. Wegen des hohen Verbrauchs der chemischen Triebwerke wird deren Reserve deutlich knapper kalkuliert als die von Ionentriebwerken.

Während SES angab, dass ihr Satellit die volle Einsatzzeit von 15 Jahren erreichen werde, konnte das für Al Yah 3 nicht bestätigt werden. Die Betreiber beider Satelliten haben angekündigt, auf Schadenersatz wegen der entgangenen Umsätze zu klagen. Insbesondere die ersten Monate sind im Betrieb eines Satelliten wichtig, da sie typischerweise im Lauf der Zeit hinter den Stand der Technik zurückfallen und dann weniger Umsatz generieren.

Die Ariane Group will jetzt bessere Kontrollen implementieren, damit sich ein solcher Fehler nicht wiederholt. Es wird sich zeigen müssen, ob auch die desaströse Kommunikationspolitik geändert wird. Bei der Liveübertragung des Starts der Ariane 5 las der Sprecher lediglich ein Skript ab. Obwohl die Verbindung mit der Rakete verlorengegangen war, wurde der Eindruck erweckt, dass alles hervorragend funktioniere, und auch die angebliche Abtrennung der Satelliten bestätigt.

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