SpaceX: Falcon Heavy startet Nachrichtensatellit in Rekordgröße

Mit 9,2 t Gewicht ist er über 2 t schwerer als der bisherige Rekordhalter. Der Start der Rakete und die Landung der Seitenbooster werden live übertragen.

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Jupiter-3 ist ein konventionell gebauter Satellit, wenn auch unkonventionell groß.
Jupiter-3 ist ein konventionell gebauter Satellit, wenn auch unkonventionell groß. (Bild: Hughes)

Mit 9,2 t Startgewicht ist Jupiter-3 der schwerste Nachrichtensatellit aller Zeiten. Die schwersten vergleichbaren Satelliten wogen beim Start nur rund 7 Tonnen. Er soll am Freitagmorgen um 5:04 mit einer Falcon Heavy von SpaceX in einen Übergangsorbit zum Geostationären Orbit starten. Der Satellit wird von dort selbstständig seinen endgültigen Orbit ansteuern, von dem aus er eine Bandbreite von 500 GBit/s für den Betreiber, Echostar, zur Verfügung stellen soll. Der Satellit wird dann als Echostar-24 bezeichnet werden.

Anders als beim kürzlich in Schwierigkeiten geratenen Satelliten Viasat-3, dem bisherigen Rekordhalter, handelt es sich bei Jupiter-3 um einen weitgehend konventionell konstruierten Satelliten mit chemischen Raketentriebwerken und elektrischen Plasmaantrieben. Er wird eigenständig den Geostationären Orbit erreichen, was weniger Leistung von der Rakete erfordert und somit zumindest die Seitenbooster der Falcon Heavy nach dem Start wieder landen und wiederverwendet werden können.

Für den Flug in den endgültigen Orbit und notwendige Korrekturmanöver stehen rund 3,4 t Treibstoff zur Verfügung. Zusammen mit dem Resttreibstoff wird Jupiter-3 damit immer noch schwerer sein als Viasat-3, der direkt im Geostationären Orbit ausgesetzt wurde. Auch die Antennen von Jupiter-3 sind konventionelle ausklappbare Modelle, mit geringerer Größe und Bandbreite, aber auch kleinerem Betriebsrisiko.

Vorsicht bei der Entwicklung war angebracht

Der Satellit befindet sich wenigstens seit 2016 in Entwicklung. Zum damaligen Zeitpunkt hätte er nur mit einer Ariane 5 gestartet werden können. Das hätte für den Satellitenbauer ein hohes Ausfallrisiko bei Problemen mit dieser einen Rakete bedeutet. Allerdings waren zu dem Zeitpunkt mit der Falcon Heavy, der New Glenn und der Vulcan-Rakete drei weitere Alternativen in Entwicklung, die bis 2020 hätten fliegen sollen, was das Risiko ausreichend gering machte.

Heute fliegt die Ariane 5 nicht mehr. Vulcan und New Glenn werden immer weiter verschoben und die Ariane 6 fliegt auch noch nicht. Somit verbleibt von 5 möglichen Raketen nur die Falcon Heavy, die 2023 tatsächlich zur Verfügung steht. Das zeigt, wie wichtig es ist, bei der Planung und dem Bau von Satelliten für den Start nicht nur auf eine Rakete angewiesen zu sein. Der ursprüngliche Starttermin am Donnerstag musste wegen Wetterproblemen abgesagt werden. Der neue Startversuch kann hier im Livestream von SpaceX verfolgt werden.

Nachtrag vom 27. Juli 2023, 22:26 Uhr

Wegen Gewittern in Florida musste der Start nochmals verschoben werden. Das geht aus einer Meldung der amerikanischen Flugaufsichtsbehörde FAA hervor.

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