Raumfahrt: Europäer experimentieren mit wiederverwendbaren Raketen

Fliegt die Ariane in Zukunft mehr als nur einmal? Nachdem das US-Raumfahrtunternehmen SpaceX die erste Stufe der Rakete Falcon 9 sicher landet und wiederverwendet, beschäftigen sich auch die Europäer mit Mehrwegraketen. In zwei Jahren soll erstmals ein Demonstrator starten.

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Europäische Trägerraketen: Erkenntnisse über günstigere Bauweisen auf Ariane übertragen
Europäische Trägerraketen: Erkenntnisse über günstigere Bauweisen auf Ariane übertragen (Bild: Werner Pluta/Golem.de)

Zu teuer, zu unsicher, zu aufwendig: Vor einigen Jahren haben Raumfahrtmanager die Idee, Raketen mehr als einmal zu verwenden, noch belächelt. Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hatte gerade das Spaceshuttle-Programm beendet und angekündigt, wieder zu alten Konzepten zurückzukehren. Doch neue, private Akteure zeigten, dass es möglich ist, eine Rakete zu landen und erneut fliegen zu lassen.

Inhalt:
  1. Raumfahrt: Europäer experimentieren mit wiederverwendbaren Raketen
  2. Neue Triebwerke
  3. Und wozu das alles?

Nach diversen Fehlschlägen gelingt es dem US-Raumfahrtunternehmen Space Exploration Technologies (SpaceX) inzwischen sicher, die erste Stufe der Trägerrakete Falcon 9 zu landen. Im vergangenen Jahr flogen erstmals auch wiederverwendete erste Stufen, im Dezember sogar eine gebrauchte Rakete mit einer gebrauchten Dragon-Kapsel. Das Konzept macht Schule: Seit einiger Zeit beschäftigen sich auch die Europäer damit.

Europa forscht schon länger an wiederverwendbaren Raketen

"Es ist nicht neu, dass man in Europa wiederverwendbare Trägersyteme betrachtet", sagte Etienne Dumont vom Institut für Raumfahrtsysteme des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Bremen Golem.de. Seit gut 20 Jahren werde daran gearbeitet - allerdings fast nur auf dem Papier.

Für ein solches System werden neue Technologien benötigt, und die kosten Geld. Bislang war der Bedarf dafür nicht da, insofern gab es auch nicht die Bereitschaft, die entsprechenden Mittel freizugeben. Das änderte sich, seit SpaceX die Raumfahrtbranche in Zugzwang brachte.

Callisto soll 2020 fliegen

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Callisto heißt das Projekt, das 2016 von der französischen Raumfahrtagentur Centre national d'études spatiales (Cnes) initiiert wurde und jetzt in Kooperation mit dem DLR bearbeitet wird. Ziel ist es, bis Ende 2020 eine Rakete zu bauen, mit der die Wiederverwendbarkeit getestet werden soll.

Die Callisto werde "ein kleineres Fahrzeug", sagt Dumont: Sie wird 13 Meter lang sein, einen Durchmesser von einem Meter haben und nur aus einer Stufe bestehen. Es ist geplant, die Rakete drei bis fünf Mal starten zu lassen. Sie soll zeigen, dass auch die Europäer in der Lage sind, eine Rakete wieder zum Boden zurückzubringen. Die Rakete soll verschiedene Manöver durchführen und dabei viele Daten sammeln. Anhand derer soll das Konzept dann beurteilt werden. Dabei geht es um technische, aber auch um wirtschaftliche Fragen; etwa darum, zu analysieren, welche Bauteile in Mitleidenschaft gezogen und vor einem neuen Start ausgetauscht werden müssen.

Die Rakete werde aber keine europäische Version der Grasshopper, betont Dumont.

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Anonymer Nutzer 05. Feb 2018

Wie viel Geld kann man denn in Forschung stecken, bis die ersten auftauchen und...

tritratrulala 02. Feb 2018

Wenn das noch nicht geschehen ist, wird das wahrscheinlich bald so sein. In der Theorie...

Steffo 02. Feb 2018

Bis in den 80ern und 90ern hat Europa aufgeholt. Heute kommt es mir vor, als würde Europa...

Stergro 02. Feb 2018

Schön, dass dieses Thema endlich angegangen wird. Ich hoffe, dass die Verspätung auch...



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