Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Raumfahrt: Esa testet Marsrover in Chile

2018 will die Europäische Raumfahrtagentur (Esa) einen eigenen Rover auf den Mars schicken. Die Vorbereitungen für die Mission Exomars laufen bereits: Derzeit testet die Esa einen Prototyp in der trockensten Wüste der Erde.
/ Werner Pluta
5 Kommentare Auf Google folgen (öffnet im neuen Fenster)
Rover Bridget: Suche nach Leben zwei Meter unter der Marsoberfläche (Bild: Michel van Winnendael/Esa)
Rover Bridget: Suche nach Leben zwei Meter unter der Marsoberfläche Bild: Michel van Winnendael/Esa

Bridget heißt ein Rover, den die Europäische Raumfahrtagentur(öffnet im neuen Fenster) (European Space Agency, Esa) auf den Mars schicken will. In dieser Woche testet die Esa einen Prototyp des Rovers in der Atacama-Wüste in Chile.

Die Atacama ähnelt dem Mars und eignet sich damit gut für die Tests, Sample Acquisition Field Experiment with a Rover(öffnet im neuen Fenster) (Safer) genannt: Die Wüste im Norden Chiles ist einer der trockensten Orte auf der Erde. Dort gibt es keine Vegetation. Der Boden ist rotbraun und mit größeren Steinen übersät. Mit einer Drohne hatte das Safer-Team zuvor das Testgelände aus der Luft kartiert, um einen geeigneten Einsatzort zu finden, den sie Safer Valley genannt haben.

Überwachung aus Europa

Fünf Tage lang soll der Rover in der Wüste unterwegs sein. Gesteuert wird der Test aus Europa, genauer gesagt aus dem European Centre for Space Applications and Telecommunications(öffnet im neuen Fenster) (ECSAT) in Harwell in der südenglischen Grafschaft Oxfordshire. Die Esa-Einrichtung nahe der Universitätsstadt Oxford ist erst im Mai 2013 eröffnet worden.

Bridget ist mit einigen Instrumenten ausgestattet: einer Panoramakamera, die 3D-Bilder der Umgebung aufnimmt, einem Bodenradar, das unter die Oberfläche schauen soll, sowie einer Kamera, mit der die Wissenschaftler Proben, die der Rover genommen hat, unter die Lupe nehmen wollen. Im Wortsinn: Die Auflösung der Kamera liegt im Bereich von einem Tausendstel Millimeter.

Leben unter der Oberfläche

Diese Instrumente dienen dazu, den besten Platz für eine Bohrung in den Marsboden zu finden. Der Rover soll dann Proben unter der Oberfläche nehmen. Die Forscher hoffen, dass sie dort, geschützt vor der Strahlung und anderen äußeren Einflüssen, Spuren von marsianischem Leben finden. Der europäische Rover soll bis zu zwei Meter tief in den Marsboden bohren können.

Das Programm Exomars(öffnet im neuen Fenster) ist eine Kooperation der Esa und der russischen Raumfahrtagentur Roskosmos. Es umfasst zwei Marsmissionen, die 2016(öffnet im neuen Fenster) und 2018(öffnet im neuen Fenster) starten sollen: Bei der ersten werden ein Marssatellit, der Trace Gas Orbiter(öffnet im neuen Fenster) (TGO), der die Atmosphäre untersuchen soll, und ein Eintritts-, Abstiegs- und Landedemonstrationsmodul(öffnet im neuen Fenster) (EDM) zum Mars fliegen. Der Rover soll 2018 folgen und 2019 auf dem Nachbarplaneten ankommen.


Relevante Themen