Mars: Esa-Sonde findet mutmaßlich riesiges Wasserreservoir

Geschmolzen würde die Wassermenge ausreichen, um den ganzen Mars mit Wasser zu bedecken.

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Eisvorkommen am Marsäqautor: zu tief unter der Oberfläche, um heranzukommen
Eisvorkommen am Marsäqautor: zu tief unter der Oberfläche, um heranzukommen (Bild: Planetary Science Institute/Smithsonian Institution)

Die europäische Sonde Mars Express hat mutmaßlich große Mengen gefrorenen Wassers auf dem Mars entdeckt. Geschmolzen würde es ausreichen, um den ganzen Planeten zu bedecken.

Die Sonde, die seit 20 Jahren um den Mars kreist, hat mit ihrem Instrument Mars Advanced Radar for Subsurface and Ionospheric Sounding (Marsis) noch einmal die Medusae-Fossae-Formation (MFF) in der Nähe des Marsäquators untersucht und dabei große Mengen von Eis entdeckt. Es sei genug, um den gesamten Planeten mit 1,5 bis 2,7 Meter tiefem Wasser zu fluten, teilte die Europäische Raumfahrtagentur Esa mit.

Mars Express entdeckte schon vor über 15 Jahren 2,5 Kilometer dicke Ablagerungen unter der MFF. Es war damals aber nicht klar, woraus diese bestehen. Es hätte auch Staub sein können: Die MFF besteht aus von Wind geformten Gebilden aus Staub und Asche, die Hunderte von Kilometern breit und mehrere Kilometer hoch sind.

Die Ablagerungen sind kilometerdick

"Wir haben die MFF basierend auf neueren Daten des Marsis-Radars von Mars Express noch einmal untersucht und dabei und festgestellt, dass die Ablagerungen noch dicker sind, als wir dachten: bis zu 3,7 Kilometer", sagte Thomas Watters von der Smithsonian Institution. Die Radarsignale seien solche, die von geschichtetem Eis zu erwarten seien. Sie ähnelten denen von den Polkappen des Mars, wo es reiche Eisvorkommen gebe.

Das Eis ist stark mit Staub durchsetzt und liegt unter einer mehrere Hundert Meter dicken Kruste aus gehärteter Asche und trockenem Staub verborgen. Die Eisvorkommen in Äquatornähe sind praktisch, weil Missionen mit Besatzung dort landen werden und nicht an den eisreichen Polkappen. Dass sich das Eis aber so tief unter der Oberfläche befindet, erschwert den Zugang immens.

Die großen Eisvorkommen in Äquatornähe können sich nicht im gegenwärtigen Klima des Planeten gebildet haben, sondern müssen aus einer früheren Klimaepoche stammen. "Diese aktuelle Analyse stellt unser Verständnis der Medusae-Fossae-Formation in Frage und wirft so viele Fragen auf, wie sie Antworten liefert", sagte Colin Wilson, Esa-Wissenschaftler für Mars Express und den Exomars Trace Gas Orbiter (TGO). "Wie lange ist es her, dass sich diese Eisablagerungen gebildet haben, und wie es zu dieser Zeit auf dem Mars? Sollte sich bestätigen, dass es sich um Wassereis handelt, würden diese massiven Ablagerungen unser Verständnis der Klimageschichte des Mars verändern. Jedes Reservoir von altem Wasser wäre ein großartiges Ziel für die Erkundung durch Menschen oder Roboter."

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format 26. Jan 2024 / Themenstart

Ich bin ganz hin und weg, wie genau ich mit meiner Schätzung von 1/4 l Wasser war. :-)

Trollversteher 23. Jan 2024 / Themenstart

Es würde in dieser konkreten Sache ja schon völlig ausreichen, auf *Getränkemarken* des...

St.Mu86 23. Jan 2024 / Themenstart

Um ein Magnetfeld in der Grössenordnung des Erdmagnetfelds künstlich zu erzeugen...

dbettac 23. Jan 2024 / Themenstart

Gerade die ersten Generationen werden auf der Oberfläche kaum Gebäude haben. Maximal eine...

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