Raumfahrt: Erster Weltraumspaziergänger gestorben

Alexei Leonow war der erste Mensch, der im Weltraum ein Raumschiff verließ. Später traf er sich mitten im Kalten Krieg mit Amerikanern im Orbit.

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Alexei Leonow (rechts) traf sich 1975 mit Deke Slayton und drei weiteren Raumfahren im Orbit.
Alexei Leonow (rechts) traf sich 1975 mit Deke Slayton und drei weiteren Raumfahren im Orbit. (Bild: Wikimedia / Nasa)

Der Kosmonaut Alexei Leonow ist gestorben. Zweimal flog der Russe in Diensten der Sowjetunion in den Orbit, einmal im März 1965 und ein weiteres Mal im Juli 1975. Beide Flüge waren von historischer Bedeutung. 1965 flog er zusammen mit Pawel Beljajew an Bord eines Woschod-Raumschiffs in den Orbit und wurde zum ersten Menschen, der sich nur mit einem Weltraumanzug bekleidet in den Weltraum begab.

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Die Mission war von einigen Schwierigkeiten geprägt und endete beinahe tödlich. Der Raumanzug blähte sich durch den inneren Luftdruck in der Schwerelosigkeit zu stark auf, so dass er nicht mehr wie geplant durch die Luftschleuse des Raumschiffs passte. Um wieder an Bord zu gelangen, musste Leonow den Luftdruck im Anzug auf 0,27 bar verringern. Statt wie vorgesehen mit dem Füßen zuerst kam er mit dem Kopf voran an Bord und musste sich in der engen Luftschleuse umdrehen, um sie zu schließen.

Auch die Landung verlief nicht planmäßig. Das Bremsmanöver im Orbit kam zu spät und das Servicemodul trennte sich nicht wie geplant von der Kapsel. Beide waren noch mit einem Kabel verbunden und fingen an, sich beim Wiedereintritt unkontrolliert zu drehen. Beschleunigungskräfte von 10g bauten sich auf, bis sich beide schließlich trennten. Durch die verspätete Zündung landeten die beiden Kosmonauten etwa 1.500 Kilometer entfernt vom geplanten Landeort im noch winterlichen Sibirien. Der Flug im Weltraum dauerte 26 Stunden, die Rettung dauerte zwei Tage.

Weniger gefährlich verlief Leonows zweiter Flug an Bord eines Sojus-Raumschiffs im Jahr 1975. Das Ziel war nicht einfach nur, den Weltraum zu erreichen, sondern ein zweites Raumschiff: die letzte Apollokapsel. Das sogenannte Apollo-Sojus-Test-Projekt war die erste direkte Kooperation der Sowjetunion und der USA im Weltraum während des Kalten Krieges. Mit an Bord der Sojus war Walerie Kubassow. Kommandant der Apollo-Kapsel war Thomas Stafford, zusammen mit dem Piloten Vance Brand und dem Piloten des Docking-Moduls, Deke Slayton.

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Erst nach Ende der Sowjetunion kamen wieder Amerikaner und Russen im Weltraum in Kontakt, als Space Shuttles an der russischen Raumstation Mir andockten. Alexei Leonow beendete seinen Dienst im Jahr 1982 ohne weitere Weltraumflüge. Er war auch Künstler und malte eine Reihe Bilder von seinen Flügen in den Weltraum, die heute im Kosmonautenmuseum in Moskau ausgestellt sind. Er verstarb am 11. Oktober im Alter von 86 Jahren.

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