Die Bedeutung des europäischen Weltraumbahnhofs
"Die Anwesenheit von Kronprinz Haakon bei der heutigen Eröffnung unterstreicht die Bedeutung unseres Vorhabens und setzt uns auf die Landkarte der New-Space-Branche in Europa", erklärte Ingun Berget, Präsidentin des Andøya Spaceport.
"Heute machen Norwegen, die Region Andøya und Isar Aerospace einen großen Schritt in Richtung Weltraum. In den letzten fünf Jahren haben wir eine Rakete gebaut, die dazu beitragen wird, den wichtigsten Engpass in der europäischen Raumfahrtindustrie zu lösen – den souveränen und wettbewerbsfähigen Zugang zum Weltraum", erklärte Daniel Metzler, CEO und Mitbegründer von Isar Aerospace, in seiner Rede.
Gestartet ist die Spectrum-Rakete noch nicht. Der Jungfernflug soll im Jahr 2024 erfolgen.
Derzeit befindet sich das deutsche Start-up in der Produktionsphase der Raketenteile. Die Raketenstufen müssen anschließend die Abnahmetests durchlaufen. Dabei soll sich zeigen, ob alle Systeme die notwendigen Anforderungen für den Flug erfüllen.
Wettrennen der deutschen Raketenbauer für Microlauncher
Isar Aerospace ist nicht das einzige Start-up aus Deutschland, das im Jahr 2024 in den Weltraum aufbrechen will. Auch die Rocket Factory Augsburg (RFA) will im nächsten Jahr mit ihrem Microlauncher (der RFA One) den Erstflug wagen, erklärte das Unternehmen Golem.de.
Der Launch soll vom schottischen Weltraumhafen Saxavord Spaceport aus erfolgen. Dieser befindet sich auf der Insel Unst im äußersten Norden der Shetland-Nordseeinseln. Ab 2025 könnte das Start-up aus Augsburg sogar vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou auf Französisch-Guayana abheben.
Auch der deutsche Raketenbauer Hyimpulse aus Neuenstadt am Kocher (Baden-Württemberg) will von Schottland aus starten, zunächst mit seiner Suborbitalrakete SR75. Der Start soll voraussichtlich in 2024 erfolgen, hieß es auf dem Weltraumkongress des BDI (Bundesverband der Deutschen Industrie e.V.) am 18. Oktober 2023 auf Nachfrage von Golem.de.
Im darauffolgenden Jahr könnte dann die erste Orbitalrakete (Small Launcher 1, kurz: SL1) von Hyimpulse ins Weltall abheben. Das Wettrennen um den ersten deutschen Microlauncher-Start ist also noch nicht beendet.