Raumfahrt: Emirate wollen Raumsonde zum Asteroidengürtel schicken

Die Sonde soll im Asteroidengürtel sieben Himmelskörper zwischen Mars und Jupiter besuchen. Eines der Objekte könnte gar aus einer transneptunischen Umlaufbahn stammen.

Artikel veröffentlicht am , Patrick Klapetz
Die in dieser künstlerischen Darstellung gezeigte Raumsonde MBR Explorer soll im Jahr 2028 starten.
Die in dieser künstlerischen Darstellung gezeigte Raumsonde MBR Explorer soll im Jahr 2028 starten. (Bild: Dubai Media Office, United Arab Emirates Space Agency)

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) planen nach ihrer erfolgreichen Mars-Mission-Hope-Probe nun, zum Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter zu fliegen. Am 29. Mai 2023 gaben sie ihre Pläne bekannt, wie die New York Times berichtete.

Die Sonde MBR Explorer soll 2028 starten und im Februar 2030 den Asteroiden (10253) Westerwald erreichen. Der Asteroid wurde am 29. September 1973 entdeckt, hat eine Geschwindigkeit von 19,65 Kilometern pro Sekunde (umgerechnet 70.740 Kilometer pro Stunde) und einem Durchmesser von 2,25 Kilometern.

Mit dieser Mission würden die Forscher "einen detaillierteren Blick auf die Oberfläche des Asteroiden erhalten und die innere Dichte und die Struktur des Asteroiden" besser verstehen, erklärte Hoor al-Mazmi. Er ist der wissenschaftliche Leiter der Mission. Die Raumsonde soll an dem Asteroiden vorbeifliegen und anschließend sechs weitere Objekte im Asteroidengürtel besuchen – eine große Tour durch den Asteroidengürtel also.

Möglicherweise stammt ein Objekt aus dem Kuipergürtel

Der siebte Asteroid der Mission ist (269) Justitia mit einem Durchmesser von fast 50 Kilometern. Er hat eine rötliche und damit ungewöhnliche Farbe für einen Asteroiden. Er ähnelt den kleinen Eiswelten, die im Kuipergürtel – jenseits der Neptunbahn – die Sonne umkreisen. Entsprechend spekulieren Planetenforscher, dass sich Justitia in den äußeren Bereichen des Sonnensystems gebildet hat.

Durch die sich verschiebenden Umlaufbahnen der Riesenplaneten wurde er dann wohl nach innen gedrückt und hat sich schließlich dem Asteroidengürtel angeschlossen. Falls dem tatsächlich so ist, kann diese Mission eine Möglichkeit sein, ein Objekt aus dem Kuipergürtel aus nächster Nähe zu betrachten.

Der MBR-Explorer soll sich Justitia im Oktober 2034 bis auf wenige Hundert Meter nähern und ihn mindestens sieben Monate lang mit Kameras und Spektrometern untersuchen. Mit den Spektrometern kann die Zusammensetzung des Asteroiden bestimmt und überprüft werden, ob Justitia Wasser enthält. Die rötliche Farbe soll auf Moleküle auf Kohlenstoffbasis hinweisen, die die Bausteine für Leben sind.

Andere Körper, von denen man annimmt, dass es sich um nach innen gedrückte Kuipergürtel-Objekte handelt, sind eher grau-rötlich. Möglicherweise hat die Sonneneinstrahlung einen Teil des roten Materials verbrannt, erklärt Hal Levison. Er ist der leitende Forscher der amerikanischen Asteroidenmission Lucy.

Ein Landefahrzeug soll mehr über Justitia herausfinden

Zudem soll die Raumsonde einen kleinen Lander auf der Oberfläche von Justitia absetzen. Bei der Mission arbeiten die Emirate mit anderen Raumfahrtnationen zusammen. Die italienische Weltraumbehörde stellt eines der Spektrometerinstrumente zur Verfügung, Malin Space Science Systems aus San Diego baut die beiden Kameras. Eventuell wird das Raumfahrzeug in Colorado zusammengebaut. Doch anders als bei bisherigen Missionen wollen die Emirate mehr Know-how aus dem eigenen Land nutzen.

Das Raumschiff muss innerhalb von drei Wochen im März 2028 starten, um alle geplanten Vorbeiflüge durchführen zu können. Wenn es dann nicht abheben kann, muss die gesamte Mission neu geplant werden, wahrscheinlich mit neuen Asteroiden als Ziel. Bisher haben nur die Raumfahrtbehörden der USA (Nasa), Europas (Esa), Chinas (CNSA) und Japans (Jaxa) Roboter-Raumfahrzeuge zu Asteroiden geschickt.

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