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Raumfahrt: Embryonen wachsen im All

Können sich Menschen im All vermehren? Ein chinesisches Experiment hat gezeigt, dass es möglich sein kann: Befruchtete Mäusezellen entwickeln sich bei Mikrogravitation weiter. Ein Kritiker ist jedoch noch nicht überzeugt.

Artikel veröffentlicht am ,
Start einer chinesischen Langer-Marsch-Rakete (Symbolbild): Wie entwickeln sich Zellen bei Mikrogravitation?
Start einer chinesischen Langer-Marsch-Rakete (Symbolbild): Wie entwickeln sich Zellen bei Mikrogravitation? (Bild: CMSE)

Die Menschheit soll, davon träumen viele, künftig Kolonien auf dem Mond und dem Mars errichten. Die Vorbereitungen dazu sind im Gange: Es wird bereits nach Kolonisten gesucht und deren Ernährung simuliert. Wie aber sieht es mit dem Nachwuchs aus? Ein chinesisches Experiment hat gezeigt: Säugetiere brauchen keine Schwerkraft zum Wachsen.

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Chinesische Forscher hatten an Bord des Forschungssatelliten SJ-10 über 6.000 befruchtete Eizellen von Mäusen ins All geschossen. Sie wollten wissen, ob und wie sich diese Zellen bei Mikrogravitation entwickeln. Die Zellen hatten sich einmal geteilt. Die Embryonen bestanden also aus zwei Zellen.

Die Zellen teilten sich

Eine Kamera beobachtete, wie sich die Zellen bei annähernder Schwerelosigkeit entwickelten. Sie nahm alle vier Stunden ein Bild der Zelle auf und schickte es zur Erde. Über einen Zeitraum von drei Tagen teilten sich die Zellen weiter, und einige bildeten sich zu einer Blastozyste weiter. Das ist das Stadium, in dem eine befruchtete Zelle in den Mutterleib eingesetzt wird.

Ein erster Versuch der US-Raumfahrtbehörde Nasa mit Mausembryonen im Jahr 1996 war gescheitert. Es war also nicht sicher, ob sich Embryonen überhaupt ohne Schwerkraft entwickeln können. "Wir haben jetzt schließlich bewiesen, dass der wichtigste Schritt in unserer Reproduktion - die frühe Embryonalentwicklung - im Weltraum möglich ist", sagte Duan Enkui von der chinesischen Akademie der Wissenschaften der Tageszeitung China Daily.

Ein Wissenschaftler mahnt zur Zurückhaltung

Ein US-Wissenschaftler mahnt jedoch zur Vorsicht. Zwar zeigten die Bilder einige Blastozysten. Die Population sei aber nicht einheitlich, die Zellen in verschiedenen Stadien, sagte Joseph Tash von der Universität von Kansas, dem US-Online-Magazin Ars Technica. Wenn sich im Vergleich zur Kontrollgruppe auf der Erde nur ein kleiner Teil normal entwickle, könnte das ein Hinweis auf eine "Weltraumauswirkung" auf die Embryonalentwicklung sein. Er würde vor einer unabhängigen wissenschaftlichen Überprüfung von Daten und Methoden kein Urteil abgeben, sagte Tash.

Der Satellit SJ-10 war in den frühen Morgenstunden des 6. April Ortszeit vom Startplatz Jiuquan in der chinesischen Provinz Innere Mongolei aus gestartet. An Bord hatte der konusförmige Satellit 19 Experimente zur Erforschung von weitgehender Schwerelosigkeit und Leben im All. An dem Projekt waren auch Forscher aus Europa und Japan beteiligt. Am 18. April war SJ-10 zur Erde zurückgekehrt.

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Anonymer Nutzer 23. Apr 2016

In der Schwerelosigkeit haben es die Zellen doch viel einfacher, eine Struktur zu bilden...

SoniX 23. Apr 2016

Wenn der Rest aus mutierter Masse besteht ist das aber auch kein Spass ;-)

SoniX 23. Apr 2016

Bitte! Es heißt Fluor mit "o"! Nicht nur für dich, auch für alle anderen hier im Thread.


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