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Raumfahrt: Drei chinesische Satellitenmissionen sind gestartet

Dazu gehören ein experimentelles Frachtraumfahrzeug, eine Technik-Demomission und ein Fernerkundungs satellit .
/ Patrick Klapetz
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Weltraumaufnahme des Raumfrachters B300-L (Bild: AZ Space)
Weltraumaufnahme des Raumfrachters B300-L Bild: AZ Space

In China sind in den vergangenen Tagen zwei Raketenstarts durchgeführt worden, bei denen ein kommerzielles, experimentelles Frachtraumschiff sowie ein Fernerkundungssatellit in den Orbit befördert wurden. Bei einem Raketenstart kam es zu einem kleinen Zwischenfall, der wohl keine bedeutenden Auswirkungen hatte.

Wie es für die chinesische Berichterstattung üblich ist, sind nicht besonders viele Informationen über die in die Erdumlaufbahn beförderten Satelliten bekannt.

Was wurde ins All befördert?

Der erste Start erfolgte am 13. Dezember 2025 um 2:08 Uhr (MEZ). Die Feststoffrakete Kuaizhou-11 flog vom Satellitenstartzentrum Jiuquan in der Gobi-Wüste aus ins All. An Bord befanden sich das Dear-5-Raumfahrzeug der kommerziellen Firma AZ Space sowie der Xiwang-5-(Phase-II)-Satellit der staatlichen Chinesischen Akademie für Raumfahrttechnik (Cast: China Academy of Space Technology).

Der zweite Raketenstart erfolgte am 16. Dezember 2025 um 4:17 Uhr (MEZ). Dabei wurde der Fernerkundungssatellit Ziyuan-3 (04) vom Kosmodrom Taiyuan aus ins Weltall befördert.

Während des Aufstiegs der zweiten Rakete sei die Wärmedämmung von der Verkleidung der Lange-Marsch-4A-Rakete abgefallen, heißt es in einer Pressemitteilung(öffnet im neuen Fenster) des chinesischen Luft- und Raumfahrtwissenschafts- und Technologieunternehmens (Casc: Aerospace Science and Technology Corporation), dem Hauptauftragnehmer für das chinesische Weltraumprogramm.

Die Mission vom 13. Dezember

Der Satellit Dear-5 basiert auf dem kleinen Frachtraumschiff B300-L, das eine Nutzlastkapazität von bis zu 300 Kilogramm und ein Volumen von 1,8 Kubikmetern hat. An Bord befinden sich laut AZ Space(öffnet im neuen Fenster) insgesamt 34 experimentelle Nutzlasten von Forschungsinstituten, Universitäten und Unternehmen.

Angaben des Unternehmens zufolge soll die Mission den Weg für breitere Weltraumforschung, die Verifikation und Entwicklung von Raumfahrttechnologien sowie für den Transport von Fracht ebnen. Deswegen würden die Experimente auch bis zu einem Jahr andauern. Einen Tag nach dem Start veröffentlichte AZ Space ein Update(öffnet im neuen Fenster) , das besagt, dass alle Tests reibungslos verliefen.

Das Unternehmen AZ Space wurde 2019 gegründet und zielt darauf ab, astronautische Orbitalflüge durchzuführen. Die robotische Testphase dafür soll während der Jahre 2027 und 2028 erfolgen.

Die Vorgängermission Dear-1 startete im Dezember 2023 an Bord einer Hyperbola-1-Feststoffrakete des chinesischen Raumfahrtunternehmens iSpace – nicht zu verwechseln mit iSpace aus Japan, dem Raumfahrtunternehmen, das sich auf die robotische Monderforschung spezialisiert hat. Die Dear-3-Mikrogravitations-Forschungsplattform ging im Dezember 2024 jedoch beim Orbitalstart mit einer Kinetica-1-Rakete vom kommerziellen chinesischen Startanbieter CAS Space verloren.

Über Xiwang-5 (Phase II) ist wenig bekannt. Dieser Satellit soll jedoch nicht mit dem Xiwang-1-Amateurfunk- und Bildungsmikrosatelliten, der im Dezember 2009 ins All geschickt wurde, im Zusammenhang stehen. Der neue Satellit scheint eine Technologie-Demomission zu sein. Die Cast gibt an(öffnet im neuen Fenster) , dass der Satellit technisch anspruchsvolle und zahlreiche große Systemschnittstellen besitzt. Über das Raumfahrzeug selbst und seine Ziele ist dagegen nichts bekannt.

Die Mission vom 16. Dezember

Der Fernerkundungssatellit Ziyuan-3 (04) wurde von Cast entwickelt und ist Teil eines langjährigen nationalen und zivilen Raumfahrtinfrastrukturprogramms. Er verfügt über eine Stereo-Mapping-Kamera, eine Multispektralkamera und einen Laserhöhenmesser.

Laut der Cast-Tochterfirma Casc stellt Ziyuan-3 (04) hochpräzise Datenprodukte für wichtige, natürliche Ressourcenoperationen wie den Aufbau geografischer Informationsressourcen bereit. Außerdem sei der Satellit in der Lage, Erhebungen und Monitoring natürlicher Ressourcen, Landraumplanung und Landnutzungskontrolle sowie Überwachung und Durchsetzung natürlicher Ressourcen durchzuführen.


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