Abo
  • IT-Karriere:

Raumfahrt: DLR testet 3D-gedrucktes Raketentriebwerk

3D-Druck hat manche Vorteile gegenüber herkömmlichen Produktionsverfahren, wie Effizienz oder die Herstellung komplexer Bauteile. Das DLR hat erstmals ein Raketentriebwerk getestet, das mit einem 3D-Drucker aufgebaut wurde.

Artikel veröffentlicht am ,
Triebwerk Berta bei der Montage: komplexes Design der Kühlkanäle
Triebwerk Berta bei der Montage: komplexes Design der Kühlkanäle (Bild: ArianeGroup Holding/Alpensektor)

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat erstmals ein Triebwerk getestet, das im 3D-Druck aufgebaut wurde. Der Test fand auf dem Entwicklungsprüfstand des DLR in Lampoldshausen bei Heilbronn statt.

Stellenmarkt
  1. afb Application Services AG, München
  2. VBL. Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder, Karlsruhe

Der Biergoler Raumtransportantrieb (Berta) wurde im Rahmen des Programms für zukünftige europäische Trägersysteme (Future Launcher Preparatory Programme, FLPP) der Europäischen Raumfahrtagentur (European Space Agency, Esa) entwickelt. Zu dem Programm gehört auch das wiederverwendbare Triebwerk Prometheus.

Am 18. Februar 2019 wurde das Triebwerk, das für einen Schub von 2,45 Kilonewton ausgelegt ist, erstmals gezündet und lief 560 Sekunden lang. Betrieben wird Berta mit Treibstoffen, die bei Raumtemperatur gelagert werden können. Diese Art von Triebwerken kann mehrfach gezündet werden und eignet sich deswegen für längere Missionen. Da solche lagerfähigen Treibstoffe giftig sind, werden Tests auf dem Prüfstand mit kryogenen Treibstoffen durchgeführt.

Laser verschmilzt Metallstaub

Gedruckt wurde Berta Ende 2018. Als Verfahren kam das selektive Laserschmelzen (Selective Laser Melting, SLM) zum Einsatz. Dabei wird der pulverförmige Werkstoff schichtweise ausgebracht und von einem Laser aufgeschmolzen. Bei Berta wurde der Einspritzkopf aus einer korrosionsbeständigen Nickelbasislegierung und die Brennkammer aus Edelstahl aufgebaut.

In einem additiven Verfahren lassen sich komplexere Strukturen herstellen als in einem konventionellen. Für Berta wurde etwa ein neuartiges Design der Kühlkanäle für die Brennkammer entworfen, das eine bessere Kühlung ermöglichen soll. Eine effizientere Kühlung wiederum ermöglicht eine kompaktere Bauweise, wodurch Material und damit Gewicht gespart wird.

"Die additive Fertigung eröffnet Europa neue Wege, Triebwerke zu fertigen", sagt Lysan Pfützenreuter, Projektleiterin beim DLR Raumfahrtmanagement. "Mit dem erfolgreichen Nachweis der Technologie wird ein wichtiger Schritt in Richtung einer verbesserten Wettbewerbsfähigkeit europäischer Trägersysteme gegangen."

Das Berta-Testprogramm läuft noch vier Wochen. "Ziele der aktuellen Tests sind, das Strömungsverhalten und den Wärmeübergang bei gedruckten Oberflächen zu untersuchen. Diese neue Technologie kann derzeit europaweit nur am Prüfstand 8 in Lampoldshausen getestet werden", sagt Gerd Brümmer, Leiter des Prüfstands P8. Die Ergebnisse sind auch für andere Projekte der Esa relevant, etwa für die Ariane-6-Triebwerke Vinci und Vulcain, die ebenfalls per 3D-Druck hergestellt werden sollen.



Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. Nikon D5600 Kit 18-55 mm + Tasche + 16 GB für 444€ statt 525€ ohne Tasche und...
  2. (heute u. a. iRobot Roomba 960 für 399€ statt ca. 460€ im Vergleich)
  3. 399€ + Versand oder kostenlose Marktabholung (Vergleichspreis ab 443€)

elmo-space 20. Feb 2019

Und bei Rocketlab ist mit dem Rutherford bereits ein Triebwerk, das nach dem gleichen...


Folgen Sie uns
       


Samsungs Monitor The Space - Test

Der Space-Monitor von Samsung ist ungewöhnlich: Er wird mit einer Schraubzwinge an die Tischkante geklemmt. Das spart tatsächlich viel Platz. Mit 32 Zoll Diagonale und 4K-Auflösung ist auch genug Platz für die tägliche Arbeit vorhanden.

Samsungs Monitor The Space - Test Video aufrufen
Google Game Builder ausprobiert: Spieldesign mit Karten statt Quellcode
Google Game Builder ausprobiert
Spieldesign mit Karten statt Quellcode

Bitte Bild wackeln lassen und dann eine Explosion: Solche Befehle als Reaktion auf Ereignisse lassen sich im Game Builder relativ einfach verketten. Der Spieleeditor des Google-Entwicklerteams Area 120 ist nicht nur für Einsteiger gedacht - sondern auch für Profis, etwa für die Erstellung von Prototypen.
Von Peter Steinlechner

  1. Spielebranche Immer weniger wollen Spiele in Deutschland entwickeln
  2. Aus dem Verlag Neue Herausforderungen für Spieler und Entwickler

Mobile-Games-Auslese: Verdrehte Räume und verrückte Zombies für unterwegs
Mobile-Games-Auslese
Verdrehte Räume und verrückte Zombies für unterwegs

Ein zauberhaftes Denksportspiel wie Rooms, ansteckende Zombies in Infectonator 3 Apocalypse und Sky - Children of the Light, das neue Werk der Journey-Entwickler: Für die Urlaubszeit hat Golem.de besonders schöne und vielfälige Mobile Games gefunden!
Eine Rezension von Rainer Sigl

  1. Dr. Mario World im Test Spielspaß für Privatpatienten
  2. Mobile-Games-Auslese Ein Wunderjunge und dreimal kostenloser Mobilspaß
  3. Mobile-Games-Auslese Magischer Dieb trifft mogelnden Doktor

Nachhaltigkeit: Bauen fürs Klima
Nachhaltigkeit
Bauen fürs Klima

In Städten sind Gebäude für gut die Hälfte der Emissionen von Treibhausgasen verantwortlich, in Metropolen wie London, Los Angeles oder Paris sogar für 70 Prozent. Klimafreundliche Bauten spielen daher eine wichtige Rolle, um die Klimaziele in einer zunehmend urbanisierten Welt zu erreichen.
Ein Bericht von Jan Oliver Löfken

  1. Klimaschutz Großbritannien probt für den Kohleausstieg
  2. Energie Warum Japan auf Wasserstoff setzt

    •  /