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Raumfahrt: Die neuen Astronauten für SpaceX und Boeing

Die Nasa hat bekannt gegeben, welche Amerikaner mit den ersten kommerziellen Raumschiffen ins Weltall fliegen sollen. Der genaue Starttermin bleibt unsicher.
/ Frank Wunderlich-Pfeiffer
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Neun Astronauten wurden für vier Flüge ausgewählt. (Bild: Nasa)
Neun Astronauten wurden für vier Flüge ausgewählt. Bild: Nasa / Public Domain

Seit 2011 ist kein amerikanisches Raumschiff mehr mit Astroauten ins Weltall geflogen. Nach dem Unglück der Raumfähre Columbia im Jahr 2002 beschloss die Nasa, das komplexe und teure Spaceshuttle-Programm im Jahr 2011 nach der Fertigstellung der Internationalen Raumstation (ISS) einzustellen. Die Veteranen der letzten Shuttle-Flüge sollen nun als erste Astronauten mit den neuen kommerziellen Raumschiffen von SpaceX und Boeing fliegen.

Die beiden Raumschiffe, Crew Dragon und CST-100 Starliner, nähern sich der Fertigstellung. Nach einem Testflug ohne Besatzung sollen Mitte 2019 die ersten Testflüge mit Astronauten starten, bevor die Raumschiffe in ihrer dritten Mission die ersten Besatzungen zur ISS fliegen. Am Freitag stellte die Nasa in einer Zeremonie mit Nasa-Chef Jim Bridenstine die nächsten Astronauten(öffnet im neuen Fenster) vor.

Beim ersten Testflug von Boeings Starliner sollen gleich drei Astroauten an Bord sein. Eric Boe war Pilot von zwei Spaceshuttle-Missionen, darunter STS-133, dem letzten Flug der Discovery. Christopher Ferguson war Pilot der Shuttle-Mission STS-117 und Kommandant der Missionen STS-126 und STS-135, der letzten Spaceshuttle-Mission. Nicole Aunapu Mann wurde 2013 ins Astronautenprogramm der Nasa aufgenommen und soll mit dem Starliner ihren ersten Flug ins Weltall antreten.

SpaceX wird zunächst nur zwei Astronauten an Bord des Crew Dragon haben. Bob Behnken flog mit STS-123 und STS-130 zur Internationalen Raumstation. Er wird begleitet von Doug Hurley, der unter anderem Pilot auf der letzten Shuttle-Mission STS-135 unter Kommandant Christopher Ferguson war.

Für die im Jahr 2020 vorgesehenen ersten regulären Flüge zur ISS wurden erfahrene Astronauten von früheren Missionen auf der Raumstation eingeteilt, die von Neuzugängen begleitet werden. Sunita Williams flog 2007 bereits mit dem Spaceshuttle Discovery zur ISS und 2012 an Bord eines Sojus-Raumschiffs. Sie verbrachte über 300 Tage an Bord und soll auf dem Flug zur ISS Josh Cassada auf seinem ersten Weltraumeinsatz begleiten. Michael Hopkins soll an Bord des Crew Dragons zum zweiten Mal zur ISS fliegen, nachdem er 2013 und 2014 ein halbes Jahr dort verbrachte, und begleitet Victor Glover auf dessen erstem Flug.

Unterfinanziert und hinter dem Zeitplan

Es gilt allgemein als unwahrscheinlich, dass die derzeitigen Zeitpläne tatsächlich eingehalten werden. In dem Programm kam es immer wieder zu Verzögerungen. Grund dafür ist eine Kombination aus technischen Problemen; Boeing hat derzeit etwa mit einem Treibstoffleck im Startabbruchsystem für den Notfall zu kämpfen. Hinzu kommen Probleme mit der Bürokratie in der Nasa und chronischer Unterfinanzierung des Commercial Crew Programms(öffnet im neuen Fenster) im Nasa-Budget.

Die letzte Lücke im Raumfahrtprogramm der Nasa, in der keine Astronauten mit US-Raumschiffen gestartet sind, umfasste sechs Jahre und endete im Jahr 1981 mit dem ersten Spaceshuttle-Flug. Der letzte Flug davor war das Apollo-Sojus-Test-Projekt(öffnet im neuen Fenster) bei dem eine Apollo-Kommandokapsel – also das Apollo-Raumschiff ohne Mondlandefähre – im Erdorbit an ein sowjetisches Sojus-Raumschiff andockte. Der Flug galt als Meilenstein der Verständigung im Kalten Krieg, geriet aber weitgehend in Vergessenheit.


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