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Ein Transrapid auf dem Mond und superradioaktive Stromversorgung

Farview des Astrophysikers Ronald Polidan von Lunar Resources Inc. soll ein Radioteleskop für Frequenzen von 5 bis 40 MHz auf der Mondrückseite sein. Es soll angeblich fast ausschließlich durch Nutzung lokaler Ressourcen des Mondes gebaut werden, inklusive Energieerzeugung und -speicherung. Bislang fällt es aber schwer, selbst einfachste Materialien mit Mondgestein zu erzeugen, so dass solche Pläne unrealistisch wirken.

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Mit Lightbender des Ingenieurs Charles Taylor vom Nasa Langley Research Center soll am Mondsüdpol mit einem großen Spiegel und Fresnel-Linsen Sonnenlicht umgelenkt werden, um auch im dauerhaften Mondschatten Strom mit Solarzellen zu erzeugen. Die Reichweite beträgt nur einen Kilometer, aber angeblich ist die Stromversorgung mit Stromkabeln fünfmal so schwer - obwohl beim Empfänger nur ein Fünftel des umgelenkten Lichts übrigbleibt. Wie eine vergleichbar hohe Zuverlässigkeit erreicht werden soll, schreibt er auch nicht.

Der Robotiker Ethan Schaler von Swim hat auch Förderung für ein zweites Projekt bekommen: Flexible Levitation on a Track. Eine Art Transrapid-System soll Materialtransport auf dem Mond ermöglichen. Dabei sollen Roboter langsam auf einem Magnetfeld gleiten. Der Vorteil soll sein, dass so keine Mechanik von Mondstaub beeinträchtigt wird. Warum die Roboter nicht mit einfachen Rädern auf der nun mondstaubfreien Strecke fahren können, bleibt unklar.

Warum einfach, wenn es auch komplizierter und radioaktiver geht?

Joseph Nemanick, Forscher an The Aerospace Corporation schlägt mit Atomic Planar Power for Lightweight Exploration vor, eine große, flache Radioisotopenbatterie in Kombination mit einem strahlungsresistenten Akku für Raumsonden zu entwickeln. Der Vorschlag ist physikalisch wenig sinnvoll, da die große Fläche zu einer niedrigen Temperatur und noch schlechterer Effizienz führt. Die angedachte Missionsdauer ist so kurz, dass klassische Radioisotopenbatterien mit Stirlingmotoren laufen könnten - mit der 4-5fachen Effizienz. Außerdem muss der Akku weniger strahlungsresistent sein, wenn er von den radioaktiven Bestandteilen der Radioisotopenbatterie getrennt wird.

Eine nicht durchdachte Anwendung einer Hochleistungs-Radioisotopenbatterie schlägt auch Christopher Morrison von USNC-Space vor, sie soll eine Raumsonde für ein Rendezvous mit interstellaren Kometen wie 2I/Borisov antreiben. Sie soll pro Kilogramm die 30-fache Leistung von Plutonium-238 liefern. Damit ist der Stoff notwendigerweise beim Start 30-mal so radioaktiv und verliert 30-mal so schnell an Leistung. Diese Tatsachen finden in dem Vorschlag keine Erwähnung, dafür wird die im Vergleich zu Kernreaktoren niedrige Komplexität des Vorschlags gelobt. Die Reaktoren können mit einem Bruchteil der Radioaktivität beim Start ähnliche Leistung über längere Zeit erbringen.

Mars: Der rote Planet zum Greifen nah

Obwohl über die genaue Zusammensetzung von Asteroiden noch nichts bekannt ist, will Jane Shevtsov von der Trans Astronautica Corporation schon jetzt Muttererde mit Hilfe von Pilzen aus dem Material von kohlenstoffreichen Asteroiden gewinnen. Die Muttererde soll Landwirtschaft in riesigen Weltraumhabitaten im Asteroidengürtel möglich machen.

Einige der Projekte wären in der seit neun Jahren bestehenden Kollaboration der Nasa mit dem für Science Fiction bekannten Verlag Tor Books besser aufgehoben gewesen. In der Science Fiction können Aspekte wie viel zu starke Radioaktivität, unzuverlässige Stromversorgung oder unverhältnismäßig großer Aufwand ignoriert werden. Aber bei NIAC gehen mit jedem der offensichtlich unrealistischen oder aus technischen Gründen unvernünftigen Projekte gleichzeitig 125.000 US-Dollar für die Förderung seriöser Projekte verloren. Aber auch das ist Teil der Realität bei der Nasa.

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 Raumfahrt: Die Nasa sucht Zukunftsvisionen
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