Raumfahrt: Die ISS bekommt einen 3D-Drucker
Was tun, wenn auf der Internationalen Raumstation (International Space Station, ISS) etwas kaputtgeht? Mal eben im Laden um die Ecke Ersatz besorgen, ist schwierig. Statt auf Nachschub von der Erde zu warten, sollen sich die Astronauten künftig selbst behelfen: mit einem 3D-Drucker.

Im Juni 2014 wird die US-Raumfahrtbehörde Nasa einen 3D-Drucker zur ISS schicken. Den Drucker liefert das US-Unternehmen Made in Space(öffnet im neuen Fenster). Er baut per Schmelzschichtung(öffnet im neuen Fenster) (Fused Deposition Modeling, FDM) Gegenstände aus Polymer und anderen Kunststoffen auf.
Drucken ohne Schwerkraft
Eine Besonderheit ist, dass der Drucker – anders als auf der Erde – ohne Schwerkraft auskommen muss. Made in Space hat den Drucker mehrfach auf Parabelflügen(öffnet im neuen Fenster) getestet. Dabei wird im Sturzflug für kurze Zeit ein Zustand von annähernder Schwerelosigkeit erreicht.
Bei den Parabelflügen habe sich gezeigt, dass der Drucker bei weitgehender Schwerelosigkeit wie vorgesehen arbeite, sagt Jason Dunn, Technikchef von Made in Space. Das Unternehmen aus Kalifornien hat kürzlich die Zulassung für den Flug zur ISS bekommen. Das US-Raumfahrtunternehmen SpaceX wird das Gerät zu ISS transportieren.
In Star-Trek-Manier
Mit einem 3D-Drucker könnten die Astronauten Gegenstände herstellen – wie bei Star Trek, sagt Timothy Creamer(öffnet im neuen Fenster). Diese Möglichkeit, Teile bei Bedarf vor Ort auf der ISS selbst zu bauen, statt darauf warten zu müssen, dass sie von der Erde nachgeliefert werden, sei ein großer Vorteil, erklärt der Astronaut, der 2001 und 2009 auf der ISS war.
Die Besatzungsmitglieder verlören immer wieder Teile – ein Beispiel seien Sechskantmuttern, die dauernd gebraucht würden. Andere gingen kaputt. Diese könnten die Astronauten dann schnell ersetzen. Sie könnten aber nützliche neue Teile bauen.
Wenn etwas kaputtgehe, müssten die Astronauten lange auf Ersatz warten, ergänzt Niki Werkheiser von der Nasa. Die Alternative wäre, Ersatzteile in großer Anzahl zur Station mitzuschicken. Das aber würde bedeuten, auf Verdacht große Menge Material ins Weltall zu transportieren. Ein 3D-Drucker soll hier Abhilfe schaffen.
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