Raumfahrt: Die Esa lässt den Weltraum säubern

Es ist voll in der Erdumlaufbahn: Immer mehr Satelliten kreisen im Orbit, und auch immer mehr Weltraumschrott. Die einzige Möglichkeit, des Problems Herr zu werden, ist laut Esa, ihn zu beseitigen. Für 2025 ist die erste europäische Aufräummission geplant.

Artikel veröffentlicht am ,
Clearspace-1 mit eingefangener Vega-Oberstufe: Experten warnen vor Megakonstellationen.
Clearspace-1 mit eingefangener Vega-Oberstufe: Experten warnen vor Megakonstellationen. (Bild: EPFL/J.Caillet)

Weniger Müll im Orbit: Die Europäische Weltraumagentur (European Space Agency, Esa) plant eine Mission zur Entfernung von Weltraumschrott. Sie hat das Schweizer Startup Clearspace mit einer entsprechenden Mission beauftragt.

Stellenmarkt
  1. Gruppenleiter (m/w/d) Produktrealisierung Leben
    VPV Versicherungen, Stuttgart
  2. Software-Testspezialistin / Software-Testspezialist (m/w/d) mit Schwerpunkt Testmanagement
    Landschaftsverband Rheinland LVR-InfoKom, Köln
Detailsuche

Demnach soll Clearspace 2025 ein Raumfahrzeug in den Orbit bringen, das die Oberstufe Vespa der Trägerrakete Vega einfängt und dazu bringt, dass sie in die Atmosphäre eintritt und verglüht. Das Raketenteil mit einer Masse von rund 100 Kilogramm kreist seit dem zweite Flug der Vega 2013 auf einer Umlaufbahn in einer Höhe zwischen 660 und 800 Kilometern um die Erde.

Vespa, eine Abkürzung für Vega Secondary Payload Adapter, eignet sich laut Esa gut als erstes Ziel, weil das Teil eine robuste Konstruktion ist und eine relativ einfache Form hat. Für spätere Missionen sind dann anspruchsvolleren Aufgaben vorgesehen, bis zum Einfangen und Deorbiting mehrerer Objekte gleichzeitig.

"Man stelle sich vor, wie gefährlich Seefahrt wäre, wenn alle jemals verloren gegangenen Schiffe immer noch auf dem Wasser treiben würden", sagte Esa-Chef Jan Wörner. "Das ist aber die aktuelle Situation im Orbit, und so darf nicht es weitergehen."

Golem Karrierewelt
  1. LPI DevOps Tools Engineer – Prüfungsvorbereitung: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    21./22.07.2022, Virtuell
  2. Einführung in Unity: virtueller Ein-Tages-Workshop
    21.06.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Es sei der der richtige Zeitpunkt für eine solche Mission, ergänzte Luc Piguet, Gründer und Chef von Clearspace. "Das Thema Weltraummüll ist dringender denn je. Heute haben wir fast 2.000 aktive und mehr als 3.000 ausgefallene Satelliten im Weltraum."

Die Zahl der Satelliten wird in den kommenden Jahren noch deutlich ansteigen, wenn Unternehmen wie Oneweb, SpaceX oder Amazon ihre eigenen Konstellationen für Satelliteninternet aufbauen.

Experten warnen seit einiger Zeit vor diesen Megakonstellationen, die zur Bedrohung für andere Raumfahrzeuge werden können. Selbst wenn ab sofort keine Starts ins All mehr erfolgen würden, würde das Problem laut Esa wegen Kollisionen von Satelliten immer noch größer werden. Die einzige Möglichkeit sei deshalb, große Trümmer aktiv aus der Umlaufbahn zu entfernen.

Die entsprechenden Systeme dafür sollen im Rahmen des Projekts Active Debris Removal/In-Orbit Servicing (Adrios) entwickelt werden. Die Ergebnisse sollen auf die Mission Clearspace-1 übertragen werden.

Clearspace ist eine Ausgründung der Eidgenössischen Polytechnischen Hochschule in Lausanne (Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne, EPFL). Am EPFL wird bereits seit Längerem an der Beseitigung von Weltraumschrott geforscht. Seit 2010 arbeiten die Wissenschaftler an dem Projekt Cleanspace One. Anfang 2018 wurde Clearspace gegründet, das das Projekt fortführen und das Konzept als Geschäftsmodell umsetzen soll.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Bruterius 14. Dez 2019

Ich vermisse die NASA in der Aufzählung, jener Verein der mit unter für den meisten...

Bembelzischer 10. Dez 2019

Wird die ESA nicht aus Steuergeldern finanziert? In dem Kontext von "Geschäftsmodell" zu...

TarikVaineTree 10. Dez 2019

https://www.youtube.com/watch?v=SfbFbIL1oAA Das Video ist großartig und zeigt selbst für...

Dwalinn 10. Dez 2019

Ich würde eher sisyphus aufgabe dazu sagen.



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Ukrainekrieg
Erster Einsatz einer US-Kamikazedrohne dokumentiert

Eine Switchblade-Drohne hat offenbar einen russischen Panzer getroffen. Dessen Besatzung soll sich auf dem Turm mit Alkohol vergnügt haben.

Ukrainekrieg: Erster Einsatz einer US-Kamikazedrohne dokumentiert
Artikel
  1. Deutsche Bahn: 9-Euro-Ticket gilt nicht in allen Nahverkehrszügen
    Deutsche Bahn  
    9-Euro-Ticket gilt nicht in allen Nahverkehrszügen

    So einfach ist es dann noch nicht: Das 9-Euro-Ticket gilt nicht in allen Zügen, die mit einem Nahverkehrsticket genutzt werden können.

  2. Cerebras WSE-2: München verbaut riesigen KI-Chip
    Cerebras WSE-2
    München verbaut riesigen KI-Chip

    Als erster Standort in Europa hat das Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) ein CS-2-System mit Cerebras' WSE-2 gekauft, welches effizient und schnell ist.

  3. WD Red: 7 US-Dollar für falsch beworbene NAS-Festplatte
    WD Red
    7 US-Dollar für falsch beworbene NAS-Festplatte

    Weil Western Digital einige NAS-Festplatten ohne Hinweis mit SMR-Technik verkauft hatte, muss der Hersteller dafür geradestehen.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Days of Play: (u. a. PS5-Controller (alle Farben) günstig wie nie: 49,99€, PS5-Headset Sony Pulse 3D günstig wie nie: 79,99€) • Viewsonic Gaming-Monitore günstiger • Mindstar (u. a. MSI RTX 3090 24GB 1.599€) • Xbox Series X bestellbar • Samsung SSD 1TB 79€ [Werbung]
    •  /