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Symbiose von digitaler Intelligenzija und Kapital

Die digitalen Geschäftsmodelle haben der kommerziellen Raumfahrt einen völlig neuen Impuls verliehen. Denn ihre Keimzelle ist das Silicon Valley. Hier kommen zwei Komponenten zusammen, die neuen Ideen einen entscheidenden Kick geben: Gründer mit digitalen Geschäftsmodellen sowie Risikokapital, das die Umsetzung dieser Ideen ermöglicht. Seit dem Jahr 2000 sind bereits 20 Milliarden Dollar in die private Raumfahrt 2.0 geflossen, ein Großteil davon nach Kalifornien.

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Das Kuriose: Viele der Startups in der Region definieren sich gar nicht erst als Raumfahrt-, sondern vor allem als digitale Analyse-Unternehmen. Denn es ist Big Data, was eine Geschäftsidee für Silicon-Valley-Investoren interessant macht. Das hat zur Folge, dass es Unternehmen gibt, die sich sogar als Nicht-Raumfahrtunternehmen definieren, selbst wenn sie eine Satellitenkonstellation unterhalten. "Unser gesamtes Geschäft ist ein digitales", sagt Robbie Schingler von Planet und auch Peter Platzer von Spire sagt: "Wir sind eine Datenfirma. Wenn man sich ein typisches Datenanalyse-Unternehmen und sein geistiges Eigentum anschaut, dann liegt das im Softwarebereich. Das ist Big Data, Mathematik."

Für Platzer ist also digitaler Code der Kern seines Unternehmens. Die Hardware Satellit ist nur Mittel zum Zweck. "Wir haben festgestellt, dass andere Analyse-Unternehmen ihre Daten nicht selbst kontrollieren. Beispielsweise hat Twitter eine Schnittstelle freigegeben, so dass andere Unternehmen für die Plattform eigene Produkte erstellen konnten. Dann hat Twitter mehr oder weniger von einem Tag auf den anderen diese Schnittstelle abgestellt, und da waren die alle weg. Was wir uns gesagt haben: Wir wollen die eigentlichen Kerndaten selbst kontrollieren. Das heißt, wir haben im Vorfeld unseres Datenanalyse-Unternehmens ein Datenerstellungsunternehmen." Platzer betrachtet Raumfahrt als Teil von etwas Größerem, nämlich der datenverarbeitenden Industrie. Ungewöhnlich sei nur der Ort, wo sie erfasst würden: der Weltraum. "Meiner Meinung nach investiert das Silicon Valley überhaupt nicht in Raumfahrt, sondern in Daten. Woher die kommen, ist egal."

Diese hintergründige Entwicklung wird selten wahrgenommen. Zu stark ist die Leuchtkraft des Raumtransports mit Raketen und Raumschiffen sowie populären Galionsfiguren wie Elon Musk - der ja selber ein Geschöpf der Digitalisierung und des Valleys ist. Mag sein, dass eine Software für die Auswertung von Satellitenbildern nicht so attraktiv ist wie die Marspläne von SpaceX - wenn sie überhaupt noch etwas mit Raumfahrt zu tun haben. Aber sie sind der Nährboden für die kommerzielle Raumfahrt. Denn diese Unternehmen erzeugen mit ihrem Hunger nach Satellitendaten die entsprechende Nachfrage nach Starts und sorgen dafür, dass Kapital in den Raumtransport fließt. Und so gilt für alle Fans von Elon Musk und Jünger des Deep Space: Ohne Satelliten im niedrigen Erdorbit und das Geld, das sie verdienen, wird es vorerst keine Reise zum Mars und zu den Sternen geben.

Peter M. Schneider ist Wissenschaftsjournalist und Autor von Goldrausch im All, einem Buch über die private Raumfahrt, deren Galionsfiguren Elon Musk, Jeff Bezos und Richard Branson eine neue Ära im Weltraum einleiten.

 Simulationen der Raumfahrt
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FlashBFE 16. Mai 2018

+1

SDJ 05. Apr 2018

Toller Artikel, danke dafür! Das hat bei mir direkt den Drang nach einer Veränderung...

dp2419 27. Mär 2018

Und wenn dann was schiefgeht, verhindert das daraus entstehende Kessler Syndrom das wir...


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