Russland: der Mars in Moskau
Die Russen lagen ja anfangs bei der Raumfahrt vorn. Auch auf dem Mars waren sie schon: Im Juni 2010 ist eine Mannschaft aus drei Russen, einem Italiener, einem Franzosen und einem Chinesen zum Nachbarplaneten gestartet. 520 Tage - vom 3. Juni 2010 bis zum 4. November 2011 - dauerte die Mission. Die sechs Raumfahrer flogen zum Mars, landeten auf dem Nachbarplaneten, einige stiegen aus, erkundeten ihn und kehrten zur Erde zurück.
Der Haken an der Mission: Der Weltraum befand sich im Institut für Biomedizin in der russischen Hauptstadt Moskau. Die sechsköpfige Crew hat die Erde nie verlassen. Sie harrte knapp anderthalb Jahre lang in einer raumschiffähnlichen Behausung von 250 Quadratmetern aus. Ziel des Gemeinschaftsprojekts Mars500 war, die Bedingungen zu simulieren, denen Raumfahrer bei einer solchen Langzeitmission ausgesetzt sind. Dabei ging es um Fragen der Ernährung, um die Interaktion der Besatzung sowie um die psychische Belastung, die die lange Isolation in einer kleinen Gruppe für den Einzelnen darstellt.
Trockenkosmonauten unter Dauerbeobachtung
Deshalb wurden die sechs Trockenkosmonauten praktisch rund um die Uhr von Kameras beobachtet, laufend wurden Daten von dem Pseudoraumschiff und seinen Bewohnern erhoben. Lediglich in der eigenen Kajüte hatten sie ein wenig Privatsphäre. Big Brother wie bei Mars One - nur eben nicht auf dem Mars, sondern auf der Erde.
Zwei Faktoren blieben jedoch - gezwungenermaßen - außen vor: Weder die Strahlenbelastung noch die Auswirkungen der Schwerkraft ließen sich in Marskau simulieren. Dennoch werteten die beteiligten Forschungsinstitutionen das Projekt als Erfolg. Sie hätten wertvolle Daten sammeln können und seien dem Mars einen Schritt näher gekommen, resümierten sie.
Das kann die russische Raumfahrtagentur Roskosmos nicht unbedingt von sich behaupten: Ihre letzte Marsmission schlug fehl. 2011 startete sie Fobos-Grunt: Die Sonde sollte zum Marsmond Phobos fliegen, dort Bodenproben nehmen und sie zur Erde bringen. So weit kam die Sonde aber nicht: Schon in der Erdumlaufbahn war Endstation - Fobos-Grunt war per Funk nicht mehr zu erreichen und blieb im Orbit stecken. Im Januar 2012 schließlich stürzte die Sonde über dem Pazifik ab. Den nächsten Versuch unternimmt Roskosmos deshalb lieber nicht allein, sondern hat den Einstieg in ein bereits existierendes Projekt vorgezogen: Exomars.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
- ohne Werbung
- mit ausgeschaltetem Javascript
- mit RSS-Volltext-Feed
| Inspiraton Mars: Familienausflug ins All | Europa und Mars |










Du glaubst mit 40 ist das Leben vorbei?
Zustimmung, nur das Terraforming, so es den überhaupt möglich wäre, nicht durchaus über...
Man siehe vsauce: http://www.youtube.com/watch?v=jTL_sJycQAA
der nimmt das Geld ja nicht mit, das bleibt einem Betrieb auf der Erde der im Prinzip...