Raumfahrt: Der Jadehase meldet sich

Überrascht haben die Chinesen ein Signal ihres Mondrovers Yutu empfangen. Nachdem dieser Ende Januar nicht ordnungsgemäß in Ruhezustand gegangen war, wurde befürchtet, dass er die gerade vergangene Mondnacht nicht überlebt hat.

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Mondrover Yutu: Problem bei der mechanischen Steuerung
Mondrover Yutu: Problem bei der mechanischen Steuerung (Bild: China Space)

Yutu, der chinesische Mondrover, ist nach der Mondnacht wieder aufgewacht: Auf der Erde wurde ein Signal von ihm empfangen. Das kam unerwartet, war der Jadehase - so die deutsche Bedeutung von Yutu - doch gerade amtlich für tot erklärt worden.

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Der Rover sei nach Ende der Mondnacht überraschend aus dem Tiefschlaf aufgewacht, berichtet die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. "Yutu ist wieder am Leben!", sagte der Sprecher des Yutu-Programms, Pei Zhaoyu, der Agentur am Donnerstag. Anfang der Woche hatte Xinhua in einer knappen Mitteilung noch den "Verlust des Mondrovers" vermeldet.

Damit der Rover die niedrigen Temperaturen der Mondnacht von etwa -180 Grad überlebt, wird er für diese Zeit in den Ruhezustand versetzt. Sein Mast wird eingeklappt, um die empfindlichen Instrumente darauf zu schützen. Sie werden vom Radionuklid-Heizelement des Rovers warmgehalten. In der ersten lunaren Nacht war das planmäßig verlaufen. In der zweiten kam es bei Yutu aber zu einem Problem: Der Rover ging am 25. Januar offensichtlich nicht wie beabsichtigt in den Ruhezustand über.

Mechanisches Problem

Es habe ein Problem bei der mechanischen Steuerung gegeben, erklärte Pei. Yutu sei nicht auf normale Art und Weise in Schlaf verfallen. Die Raumfahrttechniker hatten befürchtet, dass die niedrigen Temperaturen ihn beschädigen würden. Nach dem Ende der Mondnacht am 10. Februar konnte der Rover dann tatsächlich nicht reaktiviert werden.

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Inzwischen sei die normale Signalempfangsfunktion wiederhergestellt. "Jetzt, da der Rover wieder lebt, besteht die Chance, dass er gerettet werden kann", resümierte Pei. Die Experten machten sich als Nächstes auf die Suche nach der Ursache des Fehlers.

Start in Sichuan

Die chinesische Mondmission Chang'e-3 war in den frühen Morgenstunden des 2. Dezember 2013 (Ortszeit China, am Abend des 1. Dezember unserer Zeit) vom Raketenstartplatz Xichang in der südwestchinesischen Provinz Sichuan aus gestartet. Eine Langer-Marsch-3B-Trägerrakete brachte sie in die Umlaufbahn. Am 14. Dezember landete Chang'e-3 auf dem Mond.

Die Chinesen haben zwei Fahrzeuge auf den Mond geschickt: eine Landekapsel und Yutu. Der Rover ist ein sechsrädriges Fahrzeug, das knapp 140 Kilogramm wiegt. Es kann etwa 200 Meter in der Stunde zurücklegen und bis zu 30-prozentige Steigungen bewältigen. Das Landefahrzeug setzte den Rover wenige Stunden nach der Landung aus.

Dritte Nation auf dem Mond

Chang'e-3 ist die erste Mission zum Mond seit dem Jahr 1976, als die sowjetische Sonde Luna 24 dort landete. China ist das dritte Land der Erde, das es geschafft hat, ein Fahrzeug auf den Mond zu bringen. Zuvor war das nur der Sowjetunion und den USA gelungen. Die Sowjets waren 1959 die ersten, die eine unbemannte Mission zum Mond brachten. Dafür schafften es die USA zehn Jahre später, Menschen auf den Mond zu bringen.

Benannt ist Yutu nach dem Haustier der Mondgöttin Chang'e. Anders als wir sehen die Chinesen keinen Mann, sondern eine Frau und einen Hasen im Mond.

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