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Raumfahrt: Das DLR will eine europäische Falcon 9

In Europa sollen wiederverwendbare Raketen nach amerikanischem Vorbild gebaut werden. Doch die Beteiligten unter Führung des deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt haben SpaceX gründlich falsch verstanden.

Eine Analyse von veröffentlicht am
Das grundlegende Konzept von Retalt 1 erinnert stark an die Falcon 9.
Das grundlegende Konzept von Retalt 1 erinnert stark an die Falcon 9. (Bild: Retalt 1)

Retalt (Retro Propulsion Assisted Landing Technologies) heißt ein neues EU-Projekt, das wiederverwendbare Raketen für Europa entwickeln soll. Dieses Ziel ist richtig gesetzt. Europa braucht so bald wie möglich eine kostengünstige Raumfahrt mit wiederverwendbaren Raketenstufen. Aber die zwei vorgelegten Konzepte Retalt 1 und Retalt 2 sind dafür von Anfang an nicht geeignet. Insofern ist es ein Glück, dass das Projekt nur mit 3 Millionen Euro von der EU gefördert wird.

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) will das Vorhaben mit sechs Industriepartnern angehen. Die Technik orientiert sich äußerlich an der Falcon-9-Rakete. Das Ziel ist es, ein solches System aus wiederverwendbarer Erststufe und herkömmlicher Zweitstufe zu untersuchen, wie es "derzeit den globalen Markt dominiert". So besteht das vorgelegte Konzept aus einer senkrecht landende Raketenstufe mit sieben Vulcain-2-Triebwerken, wie sie auch in der Ariane 5 verwendet werden. Die Oberstufe soll wie bei der Falcon 9 mit einer Geschwindigkeit von Mach 7,1 abgetrennt werden und anschließend landen.

Die Entwicklung einer Oberstufe, die eine Nutzlast von 30 Tonnen in einen niedrigen Erdorbit bringen soll, gehört nicht zum Projekt Retalt 1. Doch mit Callisto und Themis existieren in Europa bereits solche Projekte, die von der französischen Raumfahrtorganisation CNES angestoßen und von der ESA übernommen wurden. Auch deren Konzept orientiert sich an der Falcon 9, und auch sie lassen die Entwicklung einer Oberstufe außen vor.

Ein ungeeignetes Triebwerk kann keine Kosten sparen

Worin sich Themis und Retalt unterscheiden, ist die verwendete Technologie. Der wichtigste und teuerste Teil sind dabei die Triebwerke. Die ESA will das neue methanbetriebene Triebwerk Prometheus verwenden, das zur Zeit für den Einsatz in zukünftigen wiederverwendbaren Raketen entwickelt wird. Es soll ab 2025 zur Verfügung stehen und ist das Pendant zum Merlin-Triebwerk der Falcon 9. Bei einem geplanten Stückpreis von einer Million Euro soll es aber noch etwas schubstärker, effizienter und einfacher wiederverwendbar sein.

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Die Verwendung des Vulcain-2-Triebwerks begründet das DLR damit, dass es sich um erprobte Technologie handele. Dadurch sollen Entwicklungskosten und -risiken gesenkt werden. Doch anders als in der Darstellung des DLR müsste das Triebwerk stark modifiziert werden, um den Einsatz überhaupt denkbar zu machen. Erwähnt wird lediglich, dass die Größe der Raketendüse neu optimiert werden müsse.

In der Ariane 5 und 6 wird das Triebwerk am Boden gezündet, fliegt mit vollem Schub bis zur Stufentrennung und wird dann abgeschaltet. Die Zündung in der Luft würde die Leistung der Raketen deutlich steigern, wird aber zur Risikominimierung nicht durchgeführt. Beim neuen Vulcain-2.1-Triebwerk wurden sogar Teile der zur Zündung nötigen Technik entfernt, um es billiger und leichter zu machen. Stattdessen laufen etwa die Turbopumpen mit Propangas von der Startrampe an.

Der Neustart eines Raketentriebwerks ist eine Kunst für sich 
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Dwalinn 02. Jul 2019

Hatte space X 2002 bereits die technik die die esa jetzt hat? Klar hat Space X einen...

thinksimple 30. Jun 2019

Ist Tesla etwa führend beim autonomen fahren?

Komischer_Phreak 29. Jun 2019

Na, na, na. Ganz so gut sieht es nun doch nicht aus. Es gab eine privat finanzierte...

Kay_Ahnung 28. Jun 2019

Jop meinte ich ja, gut 2030 war evtl. etwas optimistisch :) Ein Problem ist aber das...


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