Raumfahrt: Cygnus fliegt endlich zur ISS
Cygnus(öffnet im neuen Fenster), der Raumtransporter des US-Unternehmens Orbital Sciences(öffnet im neuen Fenster), ist auf dem Weg zur Internationalen Raumstation(öffnet im neuen Fenster) (International Space Station, ISS). Der erste reguläre Flug des unbemannten Raumtransporters zur ISS hatte sich mehrfach verzögert.

Um 13:07 Uhr Ortszeit (19:07 mitteleuropäischer Zeit, MEZ) startete Cygnus an Bord einer Antares-Trägerrakete(öffnet im neuen Fenster). Startplatz war die Wallops Flight Facility auf einer Insel vor der Küste des US-Bundesstaates Virginia.
Andocken am 12. Januar
Am 12. Januar gegen Mittag soll die Cygnus an die ISS andocken. Sie bringt rund 1,2 Tonnen an Versorgungsgütern zur ISS, darunter Lebensmittel, Kleidung und wissenschaftliche Ausrüstung. Am 18. Februar soll sie die Station wieder verlassen, beladen mit 1,3 Tonnen Abfällen. Der Raumtansporter wird beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre verglühen – anders als die Raumfähre Dragon von SpaceX ist die Cygnus nicht wiederverwendbar.
Der Start der Cygnus hatte sich mehrfach verzögert. Das Raumfahrzeug hatte schon im Dezember 2013 zur ISS fliegen sollen. Ein Defekt an einer Pumpe im Kühlsystem der Station verhinderte das jedoch – die Reparatur der Pumpe bekam Priorität.
Verzögerung durch Erd- und Weltraumwetter
Der nächste Termin wurde für den 7. Januar 2014 angesetzt. Wegen der extrem niedrigen Temperaturen in den USA wurde der Start um einen Tag verschoben. Dann erzwang die Sonne einen weiteren Aufschub: Einem gigantischen Massenauswurf am 7. Januar folgte ein Partikelsturm, der die Bordelektronik der Antares ernsthaft hätte schädigen können. So konnte Cygnus erst am 9. Januar zur ISS aufbrechen.
Die Cygnus ist ein Gemeinschaftsprodukt: Orbital Sciences selbst baut das Servicemodul mit der Energieversorgung, der Bordelektronik und der Antriebseinheit. Die etwa 5 Meter lange, unter Druck stehende Kammer für die Fracht (Pressurized Cargo Module, PCM) stammt vom italienischen Raumfahrtunternehmen Thales Alenia Space(öffnet im neuen Fenster). Das PCM basiert auf dem Multi-Purpose Logistics Module(öffnet im neuen Fenster) (MPLM), mit dem das Spaceshuttle Fracht für die ISS transportierte.
Demonstrationsflug im September 2013
Der Flug der Cygnus ist die erste reguläre Versorgungsmission von Orbital Sciences. Cygnus' Besuch bei der ISS im September 2013 war ein Demonstrationsflug, bei dem es darum ging zu zeigen, dass das Raumfahrzeug sicher manövriert und angedockt werden kann.
Nach dem Ende der Spaceshuttle-Missionen hat die US-Raumfahrtbehörde Nasa einen Teil der Versorgung der ISS an die Privatunternehmen Orbital Sciences und SpaceX ausgelagert. Orbital Sciences soll bis zum Jahr 2016 acht Versorgungsflüge zur ISS durchführen. Drei davon sollen allein in diesem Jahr starten. Der nächste Flug ist für Mai geplant, der letzte für Dezember. Dafür zahlt die Nasa Orbital Sciences 1,9 Milliarden US-Dollar. Konkurrent SpaceX soll insgesamt zwölfmal zur ISS fliegen. Mehr Flüge dürften folgen – die Mission der ISS ist soeben um vier Jahre verlängert worden.
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