Raumfahrt: Curiosity liefert Daten über das Ende der Marsatmosphäre

Curiosity hat neue Daten über die Marsatmosphäre geliefert. Sie bestätigen frühere Messungen über ihre Zusammensetzung und geben Hinweise, wann sie verloren ging.

Artikel veröffentlicht am ,
Rover Curiosity: Marsatmosphäre mit Massenspektrometer und Laserspektrometer analysiert
Rover Curiosity: Marsatmosphäre mit Massenspektrometer und Laserspektrometer analysiert (Bild: Nasa)

Der Mars hat seine Atmosphäre mutmaßlich bereits weniger als eine Milliarde Jahre nach seiner Entstehung verloren. Neue Messungen, die der Rover Curiosity zur Erde gefunkt hat, untermauern diese Hypothese.

Stellenmarkt
  1. DevOps Engineer im Bereich Medizinische Forschung
    Universitätsklinikum Frankfurt, Frankfurt am Main
  2. IT - Anwendungsbetreuer (m/w/d) Kfz-Handel
    FREICON GmbH & Co. KG, Freiburg oder remote
Detailsuche

Curiosity hat mit einem Massenspektrometer und einem Laserspektrometer die Atmosphäre des Planeten untersucht - beide sind Teil des Instruments Sample Analysis at Mars (SAM). SAM stellte Argon, Kohlendioxid, Kohlenmonoxid, Sauerstoff und Stickstoff fest. Die Atmosphäre besteht danach zu 96 Prozent aus Kohlendioxid. Argon und Stickstoff machen je knapp 2 Prozent aus. Der Sauerstoffanteil liegt bei nur 0,145 Prozent - auf der Erde sind es rund 20 Prozent.

Viking und Pathfinder

Die Atmosphäre war schon von den beiden Viking-Sonden, die Mitte der 1970er Jahre auf dem Mars gelandet waren, sowie vom Pathfinder in den 1990er Jahren untersucht worden. Deren Ergebnisse stimmten jedoch nicht überein. Die Daten von Curiosity hätten die Viking-Messergebnisse weitgehend bestätigt, schreiben die Nasa-Forscher um Chris Webster und Paul Mahaffy in der Fachzeitschrift Science.

Die heutige Atmosphäre hat einen Druck von nur 7 Millibar. Allerdings muss die Atmosphäre früher dichter gewesen sein. Hinweise darauf sind die Anzeichen von flüssigem Wasser, die die Rover Opportunity und Curiosity, aber auch die Sonde Mars Reconnaissance Orbiter (MRO) gefunden haben. Die heutige Marsatmosphäre ist zu dünn, als dass Wasser an der Oberfläche bestehen kann.

Orbiter Mars Atmosphere and Volatile Evolution

Golem Akademie
  1. Go für Einsteiger: virtueller Zwei-Tages-Workshop
    25./26.07.2022, Virtuell
  2. Linux-Systeme absichern und härten: virtueller Drei-Tage-Workshop
    07.-09.06.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Weshalb der Mars seine Atmosphäre verlor, ist noch ungeklärt. Die Verteilung der gemessenen Isotopen weist daraufhin, dass die Atmosphäre von oben nach unten verloren ging und dass es relativ schnell passierte. Ursachen könnten etwa das fehlende Magnetfeld oder der Einschlag eines Asteroiden sein. Weitere Aufschlüsse könnte der Orbiter Mars Atmosphere and Volatile Evolution (Maven) bringen, den die Nasa im November 2013 zum Mars schicken will. Er soll den Mars 2014 erreichen und dessen Atmosphäre aus dem Orbit untersuchen.

Der Mars ist etwa genauso alt wie die Erde - rund 4,6 Milliarden Jahre. Der Mars hat damit seine Atmosphäre bereits in der Frühzeit verloren. Die Isotopen, die Curiosity gemessen hat, gleichen jenen, die auf dem Marsmeteoriten ALH 84001 gemessen wurden. Der rund 3,9 Milliarden Jahre alte Marsmeteorit wurde 1984 in der Antarktis gefunden. Das bedeute, dass der Mars bereits zu diesem Zeitpunkt keine Atmosphäre mehr gehabt habe, schreiben die Forscher in einem zweiten Aufsatz in Science. Allerdings gebe es Anzeichen, dass das Verschwinden der Atmosphäre andauere.

Der frühe Verlust der Atmosphäre hat auch Auswirkungen auf mögliches Leben auf dem Nachbarplaneten. "Die letzten 2,5 bis 3 Milliarden waren für mikrobielles Leben wahrscheinlich nicht sehr freundlich", sagte Paul Mahaffy vom Nasa Goddard Space Flight Center dem US-Fernsehsender NBC. "Aber Mikroben können sich gut an wechselnde Bedingungen anpassen. Aber wir wissen noch nicht, wie sie sich an die heutigen rauen Bedingungen auf der Marsoberfläche angepasst haben."

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Lemo 23. Jul 2013

Immer gemessen an UNSEREN Vorstellungen und Erkentnissen. Genauso definieren wir...

Dumpfbacke 20. Jul 2013

Ich finde allerdings nicht mehr den Artikel über die Höhlen in Frankreich, wo über...

Anonymer Nutzer 19. Jul 2013

Ich muss echt sagen, auch wenn ich die Nachrichten hier schätze, dieser Artikel hat...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Love, Death + Robots 3
Mal spannend, mal tragisch, mal gelungen, mal nicht so

Die abwechslungsreichste Science-Fiction-Serie unserer Zeit ist wieder da - mit acht neuen Folgen der von David Fincher produzierten Anthologie-Reihe.
Von Peter Osteried

Love, Death + Robots 3: Mal spannend, mal tragisch, mal gelungen, mal nicht so
Artikel
  1. Delfast Top 3.0: Ukrainische Armee setzt E-Motorräder zur Panzerjagd ein
    Delfast Top 3.0
    Ukrainische Armee setzt E-Motorräder zur Panzerjagd ein

    Ukrainische Infanteristen nutzen E-Motorräder, um leise und schnell zum Einsatz zu gelangen und die Panzerabwehrlenkwaffe NLAW zu transportieren.

  2. Github, Bill Gates, EEG-Umlage: Bill Gates hält nichts von Kryptogeld
    Github, Bill Gates, EEG-Umlage
    Bill Gates hält nichts von Kryptogeld

    Sonst noch was? Was am 20. Mai 2022 neben den großen Meldungen sonst noch passiert ist, in aller Kürze.

  3. Fernsehen: Mit Satelliten-TV, Kodi und Ethernet zur Videosammlung
    Fernsehen
    Mit Satelliten-TV, Kodi und Ethernet zur Videosammlung

    Satelliten-Fernsehen ist die beste Möglichkeit, sich eine private Film- und Seriendatenbank aufzubauen. Wir zeigen, welche Technik gebraucht und wie sie eingerichtet wird.
    Eine Anleitung von Mathias Küfner

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Borderlands 3 gratis • CW: Top-Rabatte auf PC-Komponenten • Inno3D RTX 3070 günstig wie nie: 614€ • Ryzen 9 5900X 398€ • Top-Laptops zu Tiefpreisen • Edifier Lautsprecher 129€ • Kingston SSD 2TB günstig wie nie: 129,90€ • Samsung Soundbar + Subwoofer günstig wie nie: 228,52€ [Werbung]
    •  /