Raumfahrt: Chinesisches Raumflugzeug Shenlong über Europa entdeckt
Über die Missionen des chinesischen Raumflugzeug Shenlong ist nur sehr wenig bekannt. Ein Hobby-Satellitenbeobachter aus Österreich hat das Raumfahrzeug am Himmel über Europa ausfindig gemacht.
Felix Schöfbänker aus Oberösterreich entdeckte Shenlong, auf Deutsch: Göttlicher Drache, am 30. Juli 2024 am Himmel und machte mehrere Aufnahmen davon. Diese veröffentlichte er auf der Astrofotografie-Website Astrobin(öffnet im neuen Fenster) .
Schöfbänker nutzt für seine Himmelsbeobachtungen ein Teleskop mit einem 14 Zoll (knapp 36 Zentimeter) großen Spiegel und einem System, das einen Satelliten verfolgt, so dass dieser in der Mitte des Sichtfeldes bleibt. "Ich mache diese Bilder, indem ich während des Vorbeiflugs ein Video aufnehme und dann die besten Bilder übereinanderlege (Mittelwertbildung) und schärfe" , sagte Schöfbänker dem auf Raumfahrtthemen spezialisierten US-Nachrichtenangebot Space.com(öffnet im neuen Fenster) .
Shenlong landet wie ein Flugzeug
Bisher gibt es nur computergenerierte Bilder des unbemannten Raumschiffs, das für Langzeitmissionen konzipiert ist, vergleichbar dem US-Gegenstück X-37B . Shenlong wird von einer Langer-Marsch-2F-Rakete ins All gebracht und landet nach Abschluss der Mission wie ein Flugzeug. Aktuell ist es auf seiner dritten Mission, die im Dezember 2023 begonnen hat .
Laut Schöfbänker ist die Nase von Shenlong in Flugrichtung ausgerichtet wie bei einem konventionellen Flugzeug. Er schätzt, dass das Raumflugzeug etwa 10 Meter lang ist. Damit wäre es etwa 1 Meter länger als X-37b. Allerdings könne das täuschen, sagte er, da durch den Winkel, in dem das Flugzeug angeleuchtet wird, Merkmale nicht sichtbar sein könnten. Über die Spannweite der Flügel konnte er keine Angaben machen, da diese auf den Bildern nicht zu erkennen sind.
Zudem zeigen Schöfbänkers Bilder zwei Strukturen am Heck, die auf den Computerbildern nicht zu sehen sind. Er glaubt, dass es sich um Solarmodule handelt, die das Raumfahrzeug mit Strom versorgen. Es könnten aber auch Antennen sein, sagte er.
Der Westen rätselt darüber , welchem Zweck Shenlong dient. Im Juni wurde es dabei beobachtet, wie es ein Objekt im Orbit aussetzte, sich mehrere Kilometer entfernte und sich dem Objekt dann wieder bis auf wenige Hundert Meter näherte.
Manche Experten sehen in den Manövern eine militärische oder Spionageanwendung, etwa um Objekte im Orbit zu inspizieren oder sie auszuschalten. Andere halten sowohl Shenlong als auch X-37 B für Technologiedemonstratoren.
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