Raumfahrt: Chinesischer Jadehase hoppelt zum Mond

China hat die erste unbemannte Mission zum Mond gestartet. Landet der Rover Yutu - Jadehase - unbeschadet, wird China das dritte Land der Erde, das dem Mond einen Besuch abstattet - und der erste Besucher seit 37 Jahren.

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Start der Mondmission Cheng'e-3: Vorbereitung für bemannte Missionen zum Mond
Start der Mondmission Cheng'e-3: Vorbereitung für bemannte Missionen zum Mond (Bild: STR/AFP/Getty Images)

China hat seine erste Mission zu einem anderen Himmelskörper gestartet: In der Nacht zum Montag wurde ein Rover ins All geschossen. Ziel ist der Mond.

Um 1:30 Uhr Ortszeit am 2. Dezember 2013 (1. Dezember, 18:30 mitteleuropäischer Zeit) hob die Langer-Marsch-3B-Trägerrakete vom Raketenstartplatz Xichang in der südwestchinesischen Provinz Sichuan aus ab. Die Rakete transportierte die Mondsonde Chang'e-3 ins All. Sie sei wie geplant in den Erdorbit eingetreten, sagte Zhang Zhenzhong, Leiter des Raketenstartplatzes, der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua.

Landefahrzeug und Roboter

Chang'e-3 besteht aus einem Landefahrzeug und einem Rover, der in einer Onlineumfrage den Namen Yutu - Jadehase - bekommen hat. Yutu ist ein sechsrädriges Fahrzeug, das knapp 140 Kilogramm wiegt. Es kann etwa 200 Meter in der Stunde zurücklegen und Steigungen bis zu 30 Prozent bewältigen.

Die Landung des Jadehasen ist für den 14. oder 15. Dezember 2013 im Sinus Iridum oder Regenbogenbucht geplant. Es soll dann, von der Erde aus ferngesteuert, drei Monate lang den Mond erkunden. Dazu ist der Roboter unter anderem mit einem Bodenradar ausgestattet. Damit soll er auch nach Rohstoffen auf dem Mond suchen.

Mythische Vorfahren

Chang'e und Yutu sind benannt nach der chinesischen Mythologie: Der zufolge nahm Chang'e ein magisches Elixier und flog zusammen mit Yutu zum Mond, wo die beiden seither leben. Deshalb sprechen die Chinesen auch von der Frau im Mond.

Landet Yutu sicher, wird China das dritte Land, das es schafft, ein Fahrzeug auf den Mond zu bringen - nach der Sowjetunion und den USA. Den letzten Besuch von der Erde erhielt der Mond im Jahr 1976 von der sowjetischen Sonde Luna 24. Derzeit ist eine Reihe weiterer Mondmissionen geplant. Neu ist, dass neben staatlichen Raumfahrtbehörden auch private Initiativen dabei sind, wie die Teilnehmer des Wettbewerbs Google Lunar X-Prize.

Bemannte Mondmission

China hegt indes weitergehende Raumfahrtpläne: 2017 soll der nächste Rover zum Mond fliegen und Proben sammeln, die dann zur Erde zurückgebracht werden sollen. Die Chang'e-3-Mission sei zudem eine Vorbereitung für bemannte Missionen in die Mondumlaufbahn sowie für eine bemannte Landung auf dem Trabanten, berichtet die Nachrichtenagentur.

China hat 2011 die experimentelle Raumstation Tiangong ins All geschossen. Die Raumstation wurde in der Folge von drei Missionen angeflogen, einer unbemannten und zwei bemannten, zuletzt im Juni dieses Jahres. Die Station dient zur Vorbereitung für eine zweite Raumstation, die um das Jahr 2020 in die Erdumlaufbahn geschossen werden soll. Zudem will China zum Mars.

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