Raumfahrt: Chinas Raumfahrt erreicht 2025 neuen Rekordwert

Das chinesische Raumfahrtprogramm hat das Jahr 2025 mit einer neuen Bestmarke bei orbitalen Missionen abgeschlossen, wie Chinadailyasia.com(öffnet im neuen Fenster) berichtet. Insgesamt verzeichnete die Volksrepublik im vergangenen Jahr demnach 93 Raketenstarts. Davon wurden 73 Missionen durch den staatlichen Hauptauftragnehmer China Aerospace Science and Technology Corp (CASC) durchgeführt. Den Abschluss bildete der Start einer Long March 7A vom Weltraumbahnhof Wenchang am 31. Dezember, die zwei Technologiedemonstrationssatelliten erfolgreich in den Orbit beförderte.
Das Jahr war zudem von der Einführung neuer Trägersysteme geprägt, welche die Startkapazitäten Chinas für kommerzielle Konstellationen erweitern sollen. Zu den wichtigsten Neuentwicklungen zählen die Long March 8A und die Long March 12. Die Long March 8A, die ihren Erstflug im Februar 2025 absolvierte, ist darauf ausgelegt, mehrere Satelliten gleichzeitig in sonnensynchrone Umlaufbahnen zu bringen. Dies gilt als entscheidender Baustein für den Aufbau geplanter nationaler Megakonstellationen im niedrigen Erdorbit.
Größere Durchmesser und kommerzielle Startplätze
Einen technologischen Entwicklungsschritt stellt die Trägerrakete Long March 12 dar. Mit einem Durchmesser von 3,8 Metern bricht sie mit dem bisherigen Standardmaß von 3,35 Metern. Dieser größere Querschnitt ermöglicht den Einsatz leistungsstärkerer Triebwerkskonfigurationen. Da die Rakete aufgrund ihrer Maße nicht mehr auf dem Schienenweg transportiert werden kann, erfolgt die Logistik über den Seeweg zum neuen Hainan International Commercial Aerospace Launch Center. Von diesem ersten kommerziell ausgerichteten Startplatz Chinas aus absolvierte die Long March 12 auch ihren Jungfernflug.
Im privaten Sektor setzte das Unternehmen Landspace Akzente. Die Zhuque-3 (ZQ-3), eine aus rostfreiem Edelstahl gefertigte und mit flüssigem Methan betriebene Rakete, ist ein zentraler Bestandteil der chinesischen Bemühungen um Wiederverwendbarkeit. Durch Tests zur vertikalen Landung der Erststufen soll die Wirtschaftlichkeit der Starts langfristig gesteigert werden, um mit internationalen Wettbewerbern wie SpaceX gleichzuziehen.
Parallel zum Ausbau der Trägerflotte wurde der Betrieb der Raumstation Tiangong verstetigt. Die Missionen Shenzhou 20 und Shenzhou 21 dienten neben der wissenschaftlichen Forschung auch der physischen Instandhaltung des Außenpostens. Ein Schwerpunkt lag dabei auf der Installation von Schutzvorrichtungen gegen Weltraumschrott an der Außenhülle der Station. Experten werten die erreichte Startfrequenz und die Inbetriebnahme spezialisierter kommerzieller Startrampen als Grundlage für Chinas Ziel, bemannte Mondmissionen noch vor dem Ende des Jahrzehnts zu realisieren.



