Raumfahrt: China testet Rakete und Raumschiff für neue Raumstation

Ein neues Raumschiff, ein Experiment für ein aufblasbares Hitzeschutzschild und große Hoffnungen flogen mit der ersten Langer Marsch 5B in den Orbit.

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Die Raumkapsel ist wieder gelandet.
Die Raumkapsel ist wieder gelandet. (Bild: Our Space)

Um 12 Uhr mitteleuropäischer Zeit hob die erste Changzheng-5B-Rakete (Langer Marsch 5B) erfolgreich vom Weltraumbahnhof Wenchang auf der südlichen chinesischen Insel Hainan ab. Es war der vierte Flug einer Variante der Changzheng-5-Raketen und wohl auch der bisher wichtigste. Das chinesische Staatsfernsehen übertrug den Start unerwartet sogar live. Die CZ-5B-Variante fliegt nur mit vier Seitenboostern und der Zentralstufe, ohne die Oberstufe. Damit ist sie optimiert für Flüge in den niedrigen Erdorbit. Dorthin sollen mit ihrer Hilfe die Module der nächsten chinesischen Raumstation, Tiangong-3, in den Orbit gelangen.

Inhalt:
  1. Raumfahrt: China testet Rakete und Raumschiff für neue Raumstation
  2. China will zum Orbit, zum Mars, zum Mond und zurück

Der Flug sollte auch als Generalprobe für den Start dieser Module dienen, weshalb die Nutzlast dieses Testfluges etwa so viel wiegen sollte. Die Hauptnutzlast ist ein neues chinesisches Raumschiff, das noch keinen Namen hat. Es soll in Zukunft die von den russischen Sojus abgeleiteten Shenzhou-Raumschiffe ablösen. Laut Pressekonferenz sollen aber noch mehrere weitere Nutzlasten an Bord gewesen sein. Details gibt es nur von einer. Es soll sich dabei um ein Experiment mit einem entfaltbaren, aufblasbaren Hitzeschutzschild handeln, mit dessen Hilfe in Zukunft Fracht von der Raumstation zur Erde gebracht werden soll.

Das Experiment soll bereits am Mittwoch um 7 Uhr mitteleuropäischer Zeit stattfinden. Wiedereintrittsexperimente mit ähnlicher Technologie will auch die Nasa durchführen, allerdings frühestens im März 2022. Die Technik ist auch für Missionen zum Mars interessant. Große, aufblasbare Hitzeschutzschilde könnten noch schwerere Marslander in der dünnen Marsatmosphäre rechtzeitig für den Gebrauch von Fallschirmen abbremsen.

Der Flug des neuen Raumschiffs soll hingegen insgesamt drei Tage dauern. Es ist beladen mit 10 Tonnen Treibstoff, fast die Hälfte der Gesamtmasse von 21,6 Tonnen, was ihm sehr umfangreiche Flugmanöver ermöglichen wird. Der letzte Schritt wird der Flug in einen hohen Erdorbit sein, von dem aus das Raumschiff mit hoher Geschwindigkeit in die Erdatmosphäre eintritt. Im Vergleich zu Flügen zur geplanten Raumstation ist die Belastung des Hitzeschutzes deutlich höher und reicht beinahe an Verhältnisse wie beim Flug zum Mond heran. Einen ähnlichen Test führte die Nasa bereits mit einem Prototypen des Orion-Raumschiffs im Jahr 2014 durch, das mit einer Delta-IV-Heavy ebenso auf eine hohe Umlaufbahn gebracht wurde, um es auf die Flüge zum Mond vorzubereiten.

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Das neue chinesische Raumschiff ist in der Größe etwa mit dem amerikanischen Raumschiff Orion vergleichbar und soll bis zu sechs Besatzungsmitglieder aufnehmen können. Das Raumschiff ist derzeit für die Versorgung der Raumstation Tiangong-3 vorgesehen. Flüge zum Mond dürften mit den derzeitigen chinesischen Trägerraketen allerdings noch nicht möglich sein, größere Raketen sind allerdings in Entwicklung.

In der Pressekonferenz wurde der Start auch als ein Sieg über die Covid-19-Epidemie bezeichnet, weil die Arbeiten nur unter strengen Auflagen durchgeführt werden konnten. Der Start diente auch als Generalprobe für die zukünftigen Flüge mit Astronauten aus dem Weltraumbahnhof Wenchang, der wegen der technischen Probleme der CZ-5 Raketen bisher nur selten benutzt wurde.

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China will zum Orbit, zum Mars, zum Mond und zurück 
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