Raumfahrt: China schleppt defekten Satelliten ab

Ein nicht funktionsfähiger Satellit wurde mit Hilfe eines weiteren Satelliten dorthin verbracht, wo er keine Gefahr darstellt.

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Satellitenkonstellation (Symbolbild): geheimer Satellit Shijian 21
Satellitenkonstellation (Symbolbild): geheimer Satellit Shijian 21 (Bild: NOIRLab/NSF/AURA/P. Marenfeld)

Einer weniger in einer überfüllten Umlaufbahn: Ein chinesischer Satellit hat einen defekten Satelliten eingefangen und in einen sogenannten Friedhofsorbit transferiert. Ein solches Manöver ist bisher nur den USA gelungen.

Der nicht funktionsfähige Navigationssatellit Beidou-2 G2 befand sich in einer geostationären Umlaufbahn in etwa 36.000 Kilometern Höhe über dem Äquator. Da diese von vielen Satelliten genutzt wird, bestand die Gefahr einer Kollision. Deshalb wurde im Oktober 2021 der Satellit Shijian 21 gestartet, um das Problem zu lösen.

Ende Dezember 2021 näherte sich Shijian 21 seinem Ziel und dockte an dieses an. Am 22. Januar 2022 startete er seine Triebwerke und brachte den defekten Satelliten in einen rund 3.000 Kilometer höheren, gefahrlosen Orbit. Das ist ungewöhnlich: Üblicherweise werden geostationäre Satelliten nur etwa 300 Kilometer hoch in einen Friedhofsorbit transferiert.

Das Manöver wurde beobachtet

Am 26. Januar koppelte sich Shijian 21 ab und kehrte in einen geostationären Orbit zurück. Das Manöver wurde von dem auf Satellitenüberwachung spezialisierten Unternehmen Exoanalytic verfolgt.

Der Satellit Beidou-2 G2 war im April 2009 für das chinesische Satellitennavigationssystem Beidou ins All geschossen worden. Allerdings blieb er nicht auf seiner vorgesehenen Position, sondern fing an zu driften. Deshalb wurde der Satellit nicht in Betrieb genommen.

Shijian 21 wurde von dem staatlichen Raumfahrunternehmen China Aerospace Science and Technology Corporation (CASC) entwickelt. Über den Satelliten ist wenig bekannt: Von offizieller Seite verlautete, sein Zweck sei, das Problem des Weltraumschrotts zu verringern.

Dass so wenig über den Satelliten bekannt sei, könne dafür sprechen, dass auch das chinesische Militär an der Mission beteiligt sei, spekulierte die US-Wochenzeitung Space News. Darauf deute auch hin, dass Shijian 21 zudem mehrere Annäherungsmanöver an Objekte in der Erdumlaufbahn durchführte, bevor er Kurs auf den Beidou-Satelliten nahm.

Weltraumschrott ist gefährlich

Weltraumschrott, zu dem auch defekte Satelliten und Raketenstufen gehören, stellt eine Bedrohung für andere Raumfahrzeuge dar. Die Raumfahrtnationen suchen deshalb nach Möglichkeiten, Satelliten wiederzuverwenden oder dorthin zu transferieren, wo sie keine Gefahr darstellen: Aus niedrigen Umlaufbahnen werden sie abgesenkt, damit sie in der Erdatmosphäre verglühen, aus höheren Orbits werden sie in Friedhofsorbits verbracht.

Schließlich gibt es noch die Möglichkeit, die Betriebsdauer eines Satelliten zu verlängern: Das US-Rüstungs- und Raumfahrtunternehmen Northrop Grumman dockte 2020 einen Versorgungssatelliten an einen Kommunikationssatelliten an, der kaum noch Treibstoff hatte. Dadurch sollte Letzterer noch letzterer fünf weitere Jahre im Einsatz bleiben.

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