Raumfahrt: Chandrayaan-3 hat wohl ein Mondbeben aufgezeichnet

Dabei ist noch gar nicht klar, wie es genau zu solchen Beben auf dem Mond kommen kann.

Artikel veröffentlicht am , Patrick Klapetz
Der Vikram-Lander der indischen Raumfahrtbehörde Isro auf der Mondoberfläche
Der Vikram-Lander der indischen Raumfahrtbehörde Isro auf der Mondoberfläche (Bild: Isro)

Die indische Mission Chandrayaan-3 hat vermutlich ein Mondbeben aufgezeichnet. Dass der Boden auf dem Mond bebt, ist seit den 1970er-Jahren bekannt. Bei den Apollo-Mondmissionen zwischen 1969 und 1977 wurden erstmals seismische Aktivitäten auf dem Mond festgestellt, die bewiesen, dass der Mond eine komplexe geologische Struktur aufweist.

Am 23. August 2023 war die Landefähre Vikram erfolgreich auf der Mondoberfläche gelandet. Drei Tage später, am 26. August, verzeichnete das Ilsa-Instrument für die Messung von seismischer Aktivität (Instrument for Lunar Seismic Activity) am Südpol des Trabanten ein vermutliches Mondbeben. Sollte sich das Mondbeben bestätigen, könnte es den indischen Forschungsgruppen einen seltenen Einblick in das Innere des Erdtrabanten gewähren.

Laut der indischen Raumfahrtbehörde Isro wird die Quelle des natürlichen Ereignisses derzeit untersucht – wie das genau geschehen soll, wurde nicht erklärt. In den letzten Jahren sicherten Forschungsgruppen mit Analysewerkzeugen und Computermodellen die von Apollo und anderen Missionen gesammelten Daten und untersuchten sie.

Unser Mond ist immer noch ein Mysterium

Eine Studie der US-Raumfahrtbehörde Nasa aus dem Jahr 2011 zeigte, dass der Kern des Mondes wahrscheinlich aus einer dichten, festen Eisenkugel besteht, die von flüssigem Eisen umgeben ist – ähnlich wie bei der Erde. Im Mai 2023 bestätigte ein anderes Forschungsteam mithilfe von Gravitationsfelddaten die Hypothese eines Eisenkerns. Zudem deuteten die Forscher an, dass sich Teile des geschmolzenen Mondmantels vom Rest abtrennen können. Diese trieben als Eisenklumpen an die Oberfläche, wo sie schließlich die Mondbeben auslösten.

Die Fachwelt geht davon aus, dass sich das Innere des Mondes nach seiner Entstehung vor etwa 4,5 Milliarden Jahren ziemlich schnell und gleichmäßig abgekühlt hat. Dadurch besitzt der Mond kein starkes Magnetfeld oder hatte noch nie eines.

Das wiederum erklärt aber nicht, warum einige der von den Apollo-Missionen mitgebrachten Felsen aussehen, als seien sie in einem geomagnetischen Feld entstanden. Vielleicht können die Daten der Chandrayaan-3-Mission einige Mysterien des Mondes lüften.

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