Raumfahrt: Cassini fotografiert sechseckigen Sturm auf dem Saturn
Die Sonde Cassini(öffnet im neuen Fenster) hat beeindruckende Bilder von einem Sturm auf dem Saturn geliefert. Es sind die am höchsten aufgelösten Bilder, die bis dato von diesem denkwürdigen Wetterphänomen aufgenommen wurden.
Das Bemerkenswerte an diesem Sturm, der am Nordpol des Planeten tobt, sind seine Größe und seine Form: Zwar rotiert der Sturm wie auch auf der Erde um ein rundes Auge. Der gesamte Sturm aber hat die Form eines Sechsecks. Eine Erklärung für diese Form gibt es bislang nicht.
Kleine Wirbel im großen
Sein Durchmesser beträgt etwa 30.000 Kilometer – das entspricht drei Vierteln des Erdumfangs. In dem Sechseck wiederum entstehen kleinere Wirbel, von denen einige in die entgegengesetzte Richtung des großen Sturms rotieren. Der größte dieser Wirbel hat einen Durchmesser von etwa 3.500 Kilometern. Damit ist er etwa doppelt so groß wie der größte Wirbelsturm auf der Erde. In dem riesigen Sturm herrschen Windgeschwindigkeiten von über 320 km/h.
Die ersten Bilder des sechseckigen Sturms hatten die Voyager-Sonden 1980 und 1981 aufgenommen. Mutmaßlich hat der Sturm seither ununterbrochen getobt. "Das Sechseck ist nur ein Luftstrom, und Wetterphänomene, die diesem ähneln, sind normalerweise turbulent und instabil" , sagte Andrew Ingersoll vom Cassini-Team(öffnet im neuen Fenster) . "Ein Wirbelsturm auf der Erde dauert in der Regel eine Woche, aber diesen hier gibt es schon Jahrzehnte – und wer weiß – vielleicht sogar Jahrhunderte."
Kein Land auf dem Saturn
Auf der Erde werden Stürme, wenn sie auf Land treffen, durch Reibung abgebremst. Auf dem Gasplaneten Saturn fehlen Landformationen jedoch. Das könnte eine mögliche Erklärung für die lange Dauer sein.
Die jetzt von der US-Raumfahrtbehörde Nasa veröffentlichten Bilder hat Cassini zwischen Dezember 2012 und Juni 2013 gemacht. Auf der Nordhalbkugel des Saturns hat im August 2009 der Frühling begonnen. Die Sommersonnenwende wird im Jahr 2017 sein. Bis dahin werden sich die Lichtverhältnisse am Nordpol stetig verbessern, so dass Cassini noch mehr Bilder von dem Wetterphänomen liefern kann.
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