Raumfahrt: Caltech startet Projekt zur weltraumgestützten Solarenergie

Strom aus dem Weltall: Das California Institute Of Technology (Caltech) hat einen Satelliten ins All geschossen, um eine neue Art der Stromerzeugung zu testen. Er soll in der Erdumlaufbahn Sonnenlicht in Strom umwandeln und die Energie drahtlos zur Erde übertragen.
Weltraumgestützte Solarenergie oder Space-Based Solar Power (SBSP)(öffnet im neuen Fenster) nennt sich das Verfahren, um Solarenergie aus dem Weltraum auf die Erde zu übertragen. Das Caltech will dafür eine Konstellation von Satelliten ins All bringen, die Sonnenenergie absorbieren und in Mikrowellen umwandeln. Diese werden zu Empfängern auf der Erde übertragen, die sie in elektrischen Strom wandeln.
Am 3. Januar brachte eine Rakete des US-Raumfahrtunternehmens SpaceX einen Testsatelliten ins All, den Space Solar Power Demonstrator (SSPD). "Was was immer passiert, dieser Prototyp ist ein großer Schritt nach vorne" , sagte Ali Hajimiri(öffnet im neuen Fenster) , einer der Leiter des Projekts. "Er funktioniert hier auf der Erde und hat die strengen Anforderungen an alles erfüllt, was in den Weltraum gebracht werden soll. Es gibt immer noch viele Risiken, aber aus dem gesamten Prozess haben wir wertvolle Lehren gezogen. Wir glauben, dass die Weltraumexperimente uns viele zusätzliche nützliche Informationen liefern werden, die uns bei der weiteren Entwicklung des Projekts helfen werden."
Caltech testet Komponenten für SBSP
Mit dem SSPD will das Caltech mehrere wichtige Komponenten für SBSP testen: Das Deployable On-Orbit Ultraight Composite Experiment, kurz Dolce, ist eine 1,8 Meter mal 1,8 Meter große modulare Architektur für die Satelliten, die die Konstellation bilden sollen. Unter anderem soll mit Dolce das Packen und Entfalten im All geprobt werden.

Alba ist eine Kollektion von 32 verschiedenen Photovoltaikzellen. Damit will das Caltech testen, welche sich für den Einsatz im Weltall eignen. Das Microwave Array For Power-Transfer Low-Orbit Experiment (Maple) ist eine Anordnung aus flexiblen Mikrowellen-Energiesendern, die die Energie selektiv auf zwei Empfänger fokussieren, um die drahtlose Energieübertragung im Weltraum zu demonstrieren. Hinzu kommt eine Steuereinheit, die die drei Komponenten koordiniert.
Auch in Europa wird an SBSP gearbeitet: Die Europäische Raumfahrtagentur (European Space Agency, Esa) beschäftigt sich damit und hat die drahtlose Energieübertragung über eine Entfernung von 36 Metern demonstriert. In China wurde Energie drahtlos über eine Entfernung von rund 55 Metern übertragen . Das US-Militär hat das sogar schon über einen Kilometer geschafft .
Bis das Caltech mit Ergebnissen aufwarten kann, wird es wohl dauern: So soll Dolce zwar schon recht bald in Betrieb genommen werden. Die Tests der Photovoltaikmodule hingegen werden bis zu sechs Monate in Anspruch nehmen.



