• IT-Karriere:
  • Services:

Raumfahrt: Briten entwickeln Generator aus Trockeneis

Raketentriebwerk und Trockeneisdynamo: Die Vorbereitungen für die künftigen Marsmissionen sind im Gange. Britische Forscher haben für die Energiegewinnung eine ungewöhnliche Idee entwickelt.

Artikel veröffentlicht am ,
Test des Boosters QM-1:  zusätzlicher Schub für die Marsrakete SLS
Test des Boosters QM-1: zusätzlicher Schub für die Marsrakete SLS (Bild: Nasa)

Zwei Minuten Höllenfeuer entfachte das Raketentriebwerk Qualification Motor 1 (QM-1): Die US-Raumfahrtbehörde National Aeronautics and Space Administration (Nasa) hat erstmals das Zusatztriebwerk für die Marsrakete Space Launch System getestet. Eiskalt hingegen ist der Generator, den britische Wissenschaftler für den Mars gebaut haben.

Stellenmarkt
  1. Stadtwerke München GmbH, München
  2. DRÄXLMAIER Group, Vilsbiburg bei Landshut

QM-1 ist eine knapp 54 Meter lange Feststoffrakete. Sie wurde am 11. März 2015 auf einem Testgelände in Promontory im US-Bundesstaat Utah erstmals gezündet. Das Triebwerk brannte zwei Minuten - so lange wie beim Start eines SLS - und erzeugte dabei einen Schub von etwa 1.600 Tonnen. Die Temperatur in dem Raketentriebwerk erreichte rund 2.500 Grad. Die Nasa hatte das Raketentriebwerk mit über 530 Sensoren ausgestattet, die mehr als 100 Merkmale des Triebwerks überwachten.

Das SLS hat vier Haupttriebwerke. Beim Start der Rakete sollen zwei QM-1 zusätzlichen Schub erzeugen. Die beiden QM-1-Booster erzeugen rund 75 Prozent des Schubs, der nötig ist, damit die Rakete der Schwerkraft der Erde entkommt. Der erste Start eines SLS ist für das Jahr 2018 geplant. Das SLS ist die Rakete für die künftigen Raumfahrtmissionen der Nasa, die Menschen zu einem Asteroiden und auf den Mars bringen soll.

Strom auf Mars mit Trockeneis

Damit die Raumfahrer auf dem Nachbarplaneten auch elektrischen Strom haben, haben Forscher der Universität von Northumbria in Newcastle upon Tyne und der Universität in Edinburgh einen speziellen Generator entwickelt. Er besteht aus Trockeneis und macht sich den Leidenfrost-Effekt zunutze.

Der tritt auf, wenn der Tropfen einer Flüssigkeit mit einer Oberfläche in Kontakt kommt, die viel heißer ist als der Siedepunkt der Flüssigkeit. Etwas von dem Tropfen verdampft und der Tropfen schwebt auf diesem Dampfpolster. Der Effekt lässt sich beispielsweise auf einer heißen Herdplatte mit einem Wassertropfen erzeugen.

Eisblock rotiert über geriffelter Oberfläche

Die britischen Forscher hingegen nutzen statt eines Wassertropfens einen kleinen Block aus Trockeneis. Wird er auf eine runde, geriffelte Oberfläche gesetzt, versetzt ihn die Oberflächenform in Rotation. In Kombination mit Kupferspulen und Magneten wird ein Generator daraus, der eine Wechselspannung erzeugt.

Trockeneis, also gefrorenes Kohlendioxid, scheint auf dem Mars in größerer Menge vorhanden zu sein. Das legen zumindest die Bilder der US-Sonde Mars Reconnaissance Orbiter (MRO) nahe, die Rinnen zeigen, die sich im Verlauf der Jahreszeiten verändern. "Kohlendioxid spielt auf dem Mars eine ähnliche Rolle wie Wasser auf der Erde: Es ist eine an vielen Stellen verfügbare Ressource, die zyklischen Zustandsveränderungen durch die natürlichen Temperaturschwankungen auf dem Mars unterliegt", sagt Rodrigo Ledesma-Aguilar von der Universität von Northumbria.

Die Forscher beschreiben ihre Entwicklung in der Fachzeitschrift Natur Communications.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. (reduzierte Überstände, Restposten & Co.)
  2. 555,55€ (zzgl. Versandkosten)

Pascal Thüringer 13. Mär 2015

Außerdem könnte man die "Herdplatte" an Wärmetauscher von Kühlschränken, Kühlanlagen und...

PatrickK 13. Mär 2015

Steht doch im Text. Nur nicht in Klammern wie bei NASa dahinter... das Zusatztriebwerk...

Dwalinn 12. Mär 2015

für den Raspberry gibt es Kameras und Fernbedienungen.... mhh ich glaube wir haben soeben...


Folgen Sie uns
       


Golem-Akademie - Trainer Stefan stellt sich vor

Rund 20 Jahre Erfahrung als Manager und Mitglied der Geschäftsleitung im internationalen Kontext sowie als Berater sind die Basis seiner Trainings. Der Diplom-Ingenieur Stefan Bayer hat als Mitarbeiter der ersten Stunde bei Amazon.de den Servicegedanken in der kompletten Supply Chain in Deutschland entscheidend mitgeprägt und bis zu 4.500 Menschen geführt. Er ist als Trainer und Coach spezialisiert auf die Begleitung von Führungskräften und Management-Teams sowie auf prozessorientierte Trainings.

Golem-Akademie - Trainer Stefan stellt sich vor Video aufrufen
Interview: Die Liebe für den Flight Simulator war immer da
Interview
"Die Liebe für den Flight Simulator war immer da"

Die prozedural erstellte Erde, der Quellcode vom letzten MS-Flugsimulator und eine Gemeinsamkeit mit Star Citizen: Golem.de hat mit Jörg Neumann über Technik und das Fliegen gesprochen. Neumann leitet bei Microsoft die Entwicklung des Flight Simulator.
Ein Interview von Peter Steinlechner

  1. Flug-Simulation Microsoft bereitet Alphatest des Flight Simulator vor
  2. Microsoft Neuer Flight Simulator soll Fokus auf Simulation legen

Mikrocontroller: Sensordaten mit Micro Python und ESP8266 auslesen
Mikrocontroller
Sensordaten mit Micro Python und ESP8266 auslesen

Python gilt als relativ einfach und ist die Sprache der Wahl in der Data Science und beim maschinellen Lernen. Aber die Sprache kann auch anders. Mithilfe von Micro Python können zum Beispiel Sensordaten ausgelesen werden. Ein kleines Elektronikprojekt ganz ohne Löten.
Eine Anleitung von Dirk Koller

  1. Programmiersprache Python verkürzt Release-Zyklus auf ein Jahr
  2. Programmiersprache Anfang 2020 ist endgültig Schluss für Python 2

Energiewende: Grüner Wasserstoff aus der Zinnschmelze
Energiewende
Grüner Wasserstoff aus der Zinnschmelze

Wasserstoff ist wichtig für die Energiewende. Er kann als Treibstoff für Brennstoffzellenautos genutzt werden und gilt als sauber. Seine Herstellung ist es aber bislang nicht. Karlsruher Forscher haben nun ein Verfahren entwickelt, bei dem kein schädliches Kohlendioxid entsteht.
Ein Bericht von Werner Pluta

  1. Brennstoffzelle Deutschland bekommt mehr Wasserstofftankstellen
  2. Energiewende Hamburg will große Wasserstoff-Elektrolyseanlage bauen

    •  /