Kernreaktoren sollen den Mars wohnlicher machen

Die Nasa will für den längeren Aufenthalt auf Planetenoberflächen zunächst Reaktoren mit 10 kW Leistung haben, wie sie für das Kilopowerprojekt entwickelt wurden, statt Megawatt-Leistungen für Ionentriebwerke oder einigen Gigawatt wie bei den Nukleartriebwerken oder in Kernkraftwerken auf der Erde. Der größte Teil der Energie würde als Abwärme bei der Stromerzeugung anfallen und als dringend notwendige Heizung benutzt werden.

Stellenmarkt
  1. Senior Anwendungsentwickler (m/w/d) Depotbestand
    Deutsche WertpapierService Bank AG, Frankfurt am Main, Düsseldorf
  2. IT-Architektin bzw. IT-Architekt (m/w/d)
    Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, Nürnberg
Detailsuche

Die Reaktoren sind dabei so gebaut, dass sie mit Heatpipes gekühlt werden und vollständig ohne Kühlpumpen auskommen. Außerdem ist der kleine, hitzebeständige Reaktorkern so gebaut, dass er sich bei hohen Temperaturen ausdehnt und die Kettenreaktion zusammenbricht - ohne jeden Eingriff von außen oder die Bewegung von Steuerstäben.

Im Gegensatz dazu müsste die Energieversorgung auf dem Mars ohne Kernreaktor fast ausschließlich über Solarzellen geschehen, mit schweren Akkus oder ineffizienten Brennstoffzellen als Energiespeichern für die Nacht und den Fall von Staubstürmen. Zusätzlich müsste die Wärmeversorgung komplett durch die Stromerzeugung gedeckt werden, auch wenn die Abwärme der Brennstoffzellen dabei gut genutzt werden könnte. Wegen der tiefen Außentemperaturen sind Wärmepumpen auch kaum effizienter als normale Heizungen. Auf dem Mond gibt es zwar keine Staubstürme, dafür ist der Speicherbedarf für die 14-tägigen Nächte um so größer.

Kleine Reaktoren könnten auch der Weltraumforschung dienen

Anders als beim Antrieb eines Marsraumschiffs erscheint die Entwicklung von Kernreaktoren für menschliche Bewohner auf Mond und Mars technologisch angebracht. In ihrem grundlegenden Aufbau und ihrer Leistung wären sie auch einem Reaktor als Energiequelle für größere Raumsonden zur Erforschung des äußeren Sonnensystems sehr ähnlich. Bisherigen Raumsonden wie New Horizons oder den Voyager-Sonden fehlte die notwendige Leistung, um über wissenschaftliche Instrumente hinaus auch Ionentriebwerke für größere Manövrierfähigkeit betreiben zu können.

Mars: Der rote Planet zum Greifen nah
Golem Akademie
  1. IT-Fachseminare der Golem Akademie
    Live-Workshops zu Schlüsselqualifikationen
  2. 1:1-Videocoaching mit Golem Shifoo
    Berufliche Herausforderungen meistern
  3. Online-Sprachkurse mit Golem & Gymglish
    Kurze Lektionen, die funktionieren
Weitere IT-Trainings

Die Entwicklung dieser kleinen Reaktoren scheint derzeit gesichert zu sein. Das Kilopower-Projekt hat deren Machbarkeit erfolgreich demonstriert und die Entwicklungskosten werden wegen der niedrigeren Betriebstemperaturen und des geschlossenen Reaktors weit unterhalb der Entwicklung von Nukleartriebwerken liegen.

Ob die Science Fiction der 1960er Jahre mitsamt der Nuklearantriebe doch noch real wird, hängt von der Finanzierung der Pläne ab. Wie schon bei der Entwicklung der Schwerlastrakete SLS, dem Orion Raumschiff und anderer Raumfahrtaufträge, dient ein großer Teil der Raumfahrtfinanzierung der Quersubventionierung von militärisch aktiven Konzernen - oft mit Geldsummen bis hin zu hohen Milliardenbeträgen. Die technologische Notwendigkeit oder Sinnhaftigkeit spielt dabei leider oft eine untergeordnete Rolle.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Bessere Solar- und Raketentechnik sticht Kerntechnik im Raumschiff aus
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3
  5. 4


127life 19. Sep 2021 / Themenstart

"Und wie funktioniert der Antrieb nun?" Nun, er funktioniert ganz wunderbar! Ich hoffe...

Ach 13. Sep 2021 / Themenstart

Daneben, dass ich ein paar recht hell blinkende Sarkasmus Warnlichter zwischen den Zeilen...

Ach 13. Sep 2021 / Themenstart

Sehr schön beschrieben :].

chefin 13. Sep 2021 / Themenstart

Absolut korrekt Die pure Zahl der Menschen ist das Problem, nicht deren...

masel99 12. Sep 2021 / Themenstart

Ein Panzer ist kein U-Boot welches sich wochenlang unter hundert(en) Meter Wasser (ggf...

Kommentieren



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Elektromobilität
BMW gibt sich mit 600 Kilometern Reichweite zufrieden

Reichweite ist für BMW wichtig, aber nicht am wichtigsten. Eine Rekordjagd nach immer mehr Kilometern sehen die Entwickler nicht vor.

Elektromobilität: BMW gibt sich mit 600 Kilometern Reichweite zufrieden
Artikel
  1. Telekom: Vodafone will unseren Glasfaserausbau bremsen
    Telekom
    Vodafone will "unseren Glasfaserausbau bremsen"

    Vodafone habe den eigenen Glasfaserausbau kürzlich für beendet erklärt und nehme den Spaten nicht in die Hand, erklärte die Telekom.

  2. Chorus angespielt: Automatischer Arschtritt im All
    Chorus angespielt
    Automatischer Arschtritt im All

    Knopfdruck, Teleport hinter Feind, Abschuss: Das Weltraumspiel Chorus will mit Story, Grafik und Ideen punkten. Golem.de hat es angespielt.
    Von Peter Steinlechner

  3. Lightning ade: EU will USB-C als alleinige Handy-Ladebuchse vorschreiben
    Lightning ade  
    EU will USB-C als alleinige Handy-Ladebuchse vorschreiben

    Die EU-Kommission will eine einheitliche Ladebuchse einführen. USB-C soll zum Aufladen aller möglichen Kleingeräte verwendet werden.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Asus 27" WQHD 144Hz 260,91€ • Alternate-Deals (u. a. Acer Nitro 27" FHD 159,90€) • Neuer Kindle Paperwhite Signature Edition vorbestellbar 189,99€ • Black Week bei NBB: Bis 50% Rabatt (u. a. MSI 31,5" Curved WQHD 165Hz 350€) • PS5 Digital mit FIFA 22 bei o2 bestellbar [Werbung]
    •  /