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Falsche Uhrzeiten und Funklöcher verhindern Flug zur ISS

Auf einer Pressekonferenz nach dem Start wurde der Stand der Erkenntnisse etwas ausführlicher erläutert, nachdem Nasa-Chef Jim Bridenstine zunächst floskelhaft erklärte: "Viele Dinge liefen gut." "Deswegen testen wir." "Wir hatten heute einige Herausforderungen." Die falsch eingestellte Missionsuhr wurde als Hauptursache bestätigt. Wegen ihr befand sich die Lagekontrolle des Raumschiffs nach dem Start nicht im Freiflugmodus, sondern im Modus für Flugbahnmanöver, der eine besonders präzise Lagekontrolle erfordert.

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Durch den falschen Lagekontrollmodus verbrauchte das Raumschiff zu viel Treibstoff. Nachdem der Fehler von der Missionskontrolle erkannt wurde, wurde ein manueller Korrekturbefehl an das Raumschiff geschickt. Der Befehl erreichte es aber nicht, weil sich das Raumschiff im Funkloch zwischen zwei TDRS-Relaissatelliten befand, die den Befehl weiterleiten sollten.

Astronaut übt Kritik an der Nasa

Erst mit deutlicher Verspätung konnte das Raumschiff erreicht und die notwendigen orbitalen Korrekturmanöver durchgeführt werden. Zu dem Zeitpunkt hatte es aber nur noch 75 Prozent der geplanten Treibstoffreserven. Ein Rendezvous mit der Internationalen Raumstation war somit nicht mehr möglich. Vorläufig ist eine Landung am Sonntag um 13:30 Uhr Mitteleuropäischer Zeit auf der Militärbasis White Sands geplant, der Zeitplan könnte sich aber verschieben, falls sich die Betreiber für einen längeren Testflug entscheiden.

Sowohl Jim Bridenstine als auch die beiden Astronauten Nicole Mann und Mike Fincke, die mit dem Starliner fliegen sollen, betonten, dass eine Besatzung jederzeit hätte manuell eingreifen können. Der ehemalige Astronaut Greg Harbaugh, der vier Spaceshuttle-Missionen geflogen ist, kritisierte dabei, dass nun abermals Astronauten eine fehlgeschlagene Mission in der Öffentlichkeit verteidigen sollten. Das Gleiche taten sie bereits nach Fallschirmversagen beim Startabbruchtest des Starliner im November.

Es gibt Parallelen zum sowjetischen Unglücksflug Sojus-1

Anatoly Zak, Betreiber einer Webseite zur russischen Raumfahrt, wies außerdem auf die Parallelen zum Testflug vor dem Unglücksflug des ersten Sojus Raumschiffs hin. Auch in diesem Fall verbrauchte die Lagekontrolle durch ein einfaches Softwareproblem zu viel Treibstoff, dort wurde im System der Uhrzeigersinn vertauscht. Auch damals wurde darauf hingewiesen, dass ein Kosmonaut an Bord die Probleme hätte beheben können.

Bei der Mission Sojus-1 tauchten anschließend weitere schwere Probleme mit Stromversorgung und Lagekontrolle auf. Der Flugabbruch gelang dem Piloten Wladimir Komarow tatsächlich erst durch manuelles Eingreifen. Allerdings öffneten sich nach dem Wiedereintritt bei der Landung weder Haupt- noch Reservefallschirm. Komarow überlebte den Absturz mit rund 140 km/h nicht.

Auf die Frage nach den tieferen Ursachen der falschen Missionszeit gab der Missionsleiter des kommerziellen Raumfahrtprogramms zu, dass dieser Fehler etwas gewesen sei, das "wir [bei den Simulationen] ganz klar übersehen haben." Auf eine weitere Nachfrage nach den offensichtlich fehlenden Backups des Missionszeitgebers sagte Nasa-Chef Bridenstine, dass die manuellen Kommandos von der Missionskontrolle das Backup gewesen seien, diese nur wegen der Lücke in den TDRS-Satelliten nicht das Raumschiff erreicht hätten und die Ursache der falschen Zeit noch nicht geklärt sei.

Anderen Nachfragen, etwa warum vor dem Start nicht auf eine lückenlose TDRS-Abdeckung geachtet worden sei und ob der Starliner-Testflug wiederholt werden müsse, wich der Nasa-Chef aus, bis die Pressekonferenz endete.

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 Raumfahrt: Boeings Starliner-Raumschiff hat Fehlfunktion bei Testflug
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zilti 21. Dez 2019

SpaceX hat diesen Test freiwillig vorgeschlagen, machen müssen hätten auch sie ihn nicht.

subjord 21. Dez 2019

Es scheint ja so, dass sie nur nicht genug Treibstoff haben um hoch zur ISS zu fliegen...

mgra 21. Dez 2019

SpaceX hat nur von einer Anomalie gesprochen und gar nichts bekannt gegeben. Man wusste...

Flasher 20. Dez 2019

Die seltsam anmutenden Einheiten der US-Amerikaner sind ihnen nicht nur einmal zum...

emdotjay 20. Dez 2019

Allerdings würde es bereits nach einem Orbit abstürzen. Müsste es nicht hei...


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