Raumfahrt: Boeing und SpaceX kämpfen mit dem Regulierungschaos der Nasa

Im Jahr 2014 vergab die Nasa zwei Aufträge zur Entwicklung von Raumschiffen, um die amerikanischen Astronauten ohne russische Raketen zur Internationalen Raumstation (ISS) befördern zu können. 4,2 Milliarden US-Dollar gingen an Boeing, weitere 2,6 Milliarden an SpaceX, um bis Ende 2017 eigene Raumschiffe zur Verfügung zu haben. Das Government Accountability Office (GAO)(öffnet im neuen Fenster) , etwa das US-Äqualent zum Bundesrechnungshof, kam im April zu dem Schluss, dass es wohl erst 2020 so weit sein wird. Am Mittwoch hat die Behörde den Abschlussbericht vorgelegt(öffnet im neuen Fenster) .
Die wahrscheinlichen Verspätungen in den Programmen waren der Nasa demnach längst bekannt. Das GAO hat lediglich Nasa-interne Berichte ausgewertet, die aber von der Nasa nicht an den Kongress weitergegeben wurden. Dabei sind die ambitionierten Zeitpläne von Boeing und SpaceX nur ein Grund für die Verspätungen. Schon in der Zusammenfassung auf der ersten Seite des Berichts wird harsche Kritik an der Zertifizierungspraxis der Nasa geübt. Die Nasa sei nicht in der Lage, ihre Risikobereitschaft klar darzulegen oder zu dokumentieren.