• IT-Karriere:
  • Services:

Raumfahrt: Boeing-Raumschiff fehlt ein Fallschirm bei Notfalltest

Zwei Fallschirme reichen doch, so argumentierten Vertreter des Unternehmens nach dem Test. Die sollen im Notfall das Leben der Astronauten retten, aber von drei Fallschirmen öffnete sich einer nicht.

Artikel veröffentlicht am ,
Eigentlich sieht alles gut aus, aber einer der drei Fallschirme hat sich bei der Landung nicht geöffnet.
Eigentlich sieht alles gut aus, aber einer der drei Fallschirme hat sich bei der Landung nicht geöffnet. (Bild: NasaTV / Screenshot (Golem.de))

Mit 15 Minuten Verspätung begann der Testflug des Boeing Starliners für einen wichtigen Sicherheitstest. Beim sogenannten Pad-Abort-Test soll das Fluchtsystem der Raumkapsel demonstrieren, dass es die Astronauten auch dann noch in Sicherheit bringen kann, wenn die Rakete beim Start am Boden explodiert. Es muss die Kapsel weit von der Rakete wegbringen und dabei hoch genug fliegen, um mit den Fallschirmen sanft zu landen. Aber der Test verlief nicht so erfolgreich, wie es Boeing anschließend versuchte darzustellen.

Stellenmarkt
  1. Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR), Berlin
  2. Kommunaler Schadenausgleich, Berlin

Dabei wäre die Startverzögerung von 15 Minuten auch bei einem echten Flug kein Problem gewesen. Rund zwei Minuten vor dem geplanten Test meldete ein Sensor einen zu hohen Druck. In dem Fall hätte auch ein normaler Start noch verschoben werden können. Der zweite Startversuch verlief dann zunächst problemlos. Die Fluchttriebwerke zündeten. Anschließend stabilisierten Steuerdüsen die Kapsel und brachten sie in eine sichere Fluglage. Während das Modul mit den Fluchtraketen wie geplant zur Erde stürzte, öffneten sich die Fallschirme.

Tatsächlich schwebte die Kapsel sanft zur Erde, trennte den nicht benötigten Hitzeschutzschild ab und landete mit Hilfe von Airbags unbeschadet auf dem Wüstenboden von New Mexiko. Aber nur zwei von drei Fallschirmen hatten sich geöffnet. Einer der drei Pilotfallschirme, die die großen Fallschirme aus der Kapsel ziehen, ging nach dem Aussetzen verloren. Die Ursache ist noch unklar. Obwohl die Astronauten vermutlich erfolgreich aus dem Meer neben der Startrampe gerettet worden wären, war der Test damit dennoch nicht erfolgreich.

Boeing glaubt, der Test war erfolgreich

Vertreter von Boeing bemühten sich, den Test als vollen Erfolg darzustellen. Die Kapsel sei in einem stabilen Zustand gelandet und die Kapsel sei dafür ausgelegt, notfalls auch mit nur einem Schirm zu landen. Ein Fallschirm weniger wäre "sicherlich im Rahmen des Akzeptablen". Später erklärte Boeing, dass es sich nicht um ein Versagen des Fallschirms gehandelt habe, da der Fallschirm nicht ausgesetzt wurde. Die Nasa wird als zuständige Behörde entscheiden müssen, ob das wirklich der Fall ist.

Während die Sicherheitsmarge eine noch sichere Landung ermöglicht hat, konnte der Test nicht die erwartete Funktion des Systems demonstrieren. Die Sicherheitsmarge ist nur für unerwartete Fehlfunktionen im Notfall vorgesehen. Der Pad-Abort-Test wurde von Boeing als einziger realer Flugtest des Notfallsystems angesetzt. Anders als SpaceX hat Boeing keinen zusätzlichen Abbruchtest im Flug vorgesehen. Der soll lediglich im Computer simuliert werden.

Diese Tests sind die einzige Möglichkeit, Fehler unter realen Bedingungen zu finden. Bei SpaceX kam es erst während der Vorbereitung zu diesem zweiten Test zur Explosion der Raumkapsel am Boden. Ein Rückschlagventil aus Titan zeigte ein bis dahin unbekanntes Verhalten, es fing an zu brennen, als die Tanks unter Druck gesetzt wurden. Die Ursache war die Kombination aus einem ansonsten unkritischen Fehler beim Betanken und der schnellen Aktivierung der Antriebssysteme, wie sie im Notfall nötig wäre.

Beim Test des Orion-Raumschiffs, mit dem amerikanische Astronauten zum Mond fliegen sollen, wurde ebenso ein Test des Abbruchsystems im Flug durchgeführt. Allerdings wurde dabei auf die Fallschirme ganz verzichtet.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Top-Angebote
  1. 106,68€ (Bestpreis!)
  2. 94,90€
  3. (u. a. Overwatch Legendary Edition für 18,99€, No Man's Sky für 20,99€, Star Wars Jedi...
  4. (aktuell u. a. Asus VG248QZ Monitor für 169,90€, Edifier R1280DB Lautsprecher 99,90€)

sadan 05. Nov 2019 / Themenstart

Natürlich. Mir wäre es aber lieber mit 3 sanfter zu landen. Auch ein auto kann mit einer...

Mel 05. Nov 2019 / Themenstart

Es handelt sich bei beiden Videos um Live-Übertragungen.

LASERwalker 05. Nov 2019 / Themenstart

Ganz so einfach ist das nicht. Das SLS/Orion wird direkt unter der Führung der NASA...

LASERwalker 05. Nov 2019 / Themenstart

Soweit ich das verstanden haben hätten sie überlebt. Aus dem Artikel:

chefin 05. Nov 2019 / Themenstart

Vieleicht sollte man dabei im Auge behalten, das es ein Notfallrettungssystem ist. Ein...

Kommentieren


Folgen Sie uns
       


Google Pixel 4 und Pixel 4 XL ausprobiert

Google hat seine neuen Pixel-Smartphones vorgestellt: Im ersten Hands on machen das Pixel 4 und das Pixel 4 XL einen guten Eindruck.

Google Pixel 4 und Pixel 4 XL ausprobiert Video aufrufen
Amazon Echo Studio im Test: Homepod-Bezwinger begeistert auch als Fire-TV-Lautsprecher
Amazon Echo Studio im Test
Homepod-Bezwinger begeistert auch als Fire-TV-Lautsprecher

Mit dem Echo Studio bringt Amazon seinen teuersten Alexa-Lautsprecher auf den Markt. Dennoch ist er deutlich günstiger als Apples Homepod, liefert aber einen besseren Klang. Und das ist längst nicht alles.
Ein Test von Ingo Pakalski

  1. Amazons Heimkino-Funktion Echo-Lautsprecher drahtlos mit Fire-TV-Geräten verbinden
  2. Echo Flex Amazons preiswertester Alexa-Lautsprecher
  3. Amazons Alexa-Lautsprecher Echo Dot hat ein LED-Display - Echo soll besser klingen

Kognitive Produktionssteuerung: Auf der Suche nach dem Universalroboter
Kognitive Produktionssteuerung
Auf der Suche nach dem Universalroboter

Roboter erledigen am Band jetzt schon viele Arbeiten. Allerdings müssen sie oft noch von Menschen kontrolliert und ihre Fehler ausgebessert werden. Wissenschaftler arbeiten daran, dass das in Zukunft nicht mehr so ist. Ziel ist ein selbstständig lernender Roboter für die Automobilindustrie.
Ein Bericht von Friedrich List

  1. Ocean Discovery X Prize Autonome Fraunhofer-Roboter erforschen die Tiefsee

Mi Note 10 im Hands on: Fünf Kameras, die sich lohnen
Mi Note 10 im Hands on
Fünf Kameras, die sich lohnen

Mit dem Mi Note 10 versucht Xiaomi, der Variabilität von Huaweis Vierfachkameras noch eins draufzusetzen - mit Erfolg: Die Fünffachkamera bietet in fast jeder Situation ein passendes Objektiv, auch die Bildqualität kann sich sehen lassen. Der Preis dafür ist ein recht hohes Gewicht.
Ein Hands on von Tobias Költzsch

  1. Xiaomi Neues Redmi Note 8T mit Vierfachkamera kostet 200 Euro
  2. Mi Note 10 Xiaomis neues Smartphone mit 108 Megapixeln kostet 550 Euro
  3. Mi Watch Xiaomi bringt Smartwatch mit Apfelgeschmack

    •  /