Raumfahrt: Blue Origins BE-4-Raketentriebwerk ist explodiert

Bei dem Test am 30. Juni ist es zu einer Explosion gekommen. Verletzt wurde niemand, aber der Rückfall könnte die Pläne von Blue Origin durchkreuzen.

Artikel veröffentlicht am , Patrick Klapetz
Das BE-4-Triebwerk von Blue Origin bei einem erfolgreichen Test.
Das BE-4-Triebwerk von Blue Origin bei einem erfolgreichen Test. (Bild: Blue Origin)

Etwa zehn Sekunden nach dem Triebwerkstest ist am Raumhafen Corn Ranch (auch Launch Site One genannt) des privaten Raumfahrtunternehmens Blue Origin das BE-4-Raketentriebwerk explodiert. Die Explosion in West-Texas erfolgte am 30. Juni 2023, zerstörte das Triebwerk und verursachte erhebliche Schäden an der Infrastruktur des Prüfstands.

Das kann zu Verzögerungen bei den Raketenstarts des Unternehmens führen, aber auch bei deren Kunden wie der United Launch Alliance (ULA). Das explodierte Triebwerk sollte seine Tests eigentlich im Juli abschließen. Anschließend sollte das Triebwerk an die ULA geliefert werden, die es bei ihrem zweiten Vulcan-Raketenstart einsetzen wollte.

Ein Sprecher von Blue Origin bestätigte am Dienstag CNBC, dass das Unternehmen beim Testen des Flugtriebwerks 3 von Vulcan auf ein Problem gestoßen sei.

Der Ausfall des BE-4 droht den ohnehin schon verzögerten ersten Vulcan-Start – der kürzlich auf das vierte Quartal dieses Jahres verschoben wurde – weiter zu verzögern. Vor allem, weil jede Vulcan-Rakete ein Paar BE-4-Triebwerke für den Start seiner Rakete verwendet. Erst vor einem Monat konnte die ULA einen wichtigen Meilenstein zum bevorstehenden Vulcan-Raketenstart erreichen, indem es eine kurzen, statischen Feuertest mit den Blue-Origin-Triebwerken erfolgreich abschloss.

Keine Verletzten, Ursache soll bereits bekannt sein

Bei der Explosion am 30. Juni wurde kein Personal verletzt und das Unternehmen hat nach eigenen Angaben schon eine unmittelbare Ursache des Problems gefunden. Derzeit versuchen die Mitarbeiter des Milliardärs Jeff Bezos (Gründer von Amazon und Blue Origin), die Ursache zu beheben.

Zudem verweist ein Sprecher des Unternehmens darauf, dass man seinen Kunden ULA "sofort" auf den Vorfall aufmerksam gemacht habe. Das Unternehmen hatte zuvor zwei Prüfstände für die Tests gebaut und ist laut eigenen Aussagen in der Lage, die Triebwerke auf dem Prüfstand in West-Texas weiterhin zu testen: "Wir werden in der Lage sein, unsere Lieferverpflichtungen für die Triebwerke in diesem Jahr zu erfüllen und dem Startbedarf unserer Kunden voraus zu sein."

Neben seinen Kunden benötigt Blue Origin das BE-4 auch für seine eigene wiederverwendbare Rakete New Glenn. Sie befindet sich noch in Entwicklung und soll bei ihrer Fertigstellung auch dem privaten Raumfahrtunternehmen SpaceX Konkurrenz machen, das unter anderem auch ein Kontrahent von der ULA ist.

Doch während die Vulcan zwei BE-4-Triebwerke verwendet, benötigt jede New-Glenn-Rakete sieben BE-4-Triebwerke. Blue Origin müsste also jährlich Dutzende der Triebwerke produzieren, um beide Raketen zu unterstützen.

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