Astra will einfache Technik möglichst ohne Kohlefaser und 3D-Druck

Vor dem Bau der vierten Rakete wurde deshalb die gesamte Konstruktion überarbeitet und im Detail verbessert. Die Triebwerke sind schubstärker und die Rakete wurde um 1,5 m verlängert, um den höheren Schub mit einem größeren Treibstofftank besser ausnutzen zu können. Immerhin 50 kg Nutzlast soll die Rakete so starten können. Zuvor ging die Firma von nur 25 kg aus, in der nächsten Generation sollen es bis zu 500kg werden.

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Es soll künftig jeden Monat eine Rocket 3 gebaut werden. Rocketlab arbeitet im fünften Jahr nach dem ersten Raketenstart noch daran, eine solche Startrate zu erreichen. SpaceX brauchte elf Jahre.

Das hohe Entwicklungstempo ist eine Folge der einfachen Technik. Die wichtigen Treibstoffpumpen der fünf Triebwerke in der ersten Stufe werden von simplen Elektromotoren angetrieben.

Das Triebwerk der zweiten Stufe hat keine Pumpe und wird nur durch den Druck in den Tanks mit Treibstoff versorgt, wie einst schon bei der Falcon 1 von SpaceX. Bei allen Teilen ist das Ziel, möglichst einfache Fertigungsverfahren anzuwenden, um niedrige Kosten in hohen Stückzahlen zu erreichen.

Nichts ist so teuer wie 3D-Druck

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3D-Druck wird derzeit nur für den Bau der Brennkammern mit den eingebauten Kühlkanälen und der Impeller der Treibstoffpumpen benutzt. Dies soll so bald wie möglich durch einfache Fertigungsmethoden wie CNC-Fräsen ersetzt werden. 3D-Druck sei die teuerste Herstellungsmethode, die nur bei Einzelfertigung Kosteneinsparungen bringen könne, sagt Kemp.

Ähnliches gilt für Kohlefaserbauteile. Die Nutzlastverkleidung der ersten drei Raketen bestand daraus und kostete 250.000 US-Dollar pro Stück - mehr, als der Bau einer ganzen Rakete kosten soll.

Stattdessen baut Astra die Nutzlastverkleidungen nun selbst aus Aluminium, weil es billiger ist und einfacher verarbeitet werden kann. Da die Nutzlastverkleidung kurz nach Abtrennung der ersten Stufe auch abgeworfen wird, hat das zusätzliche Gewicht vergleichsweise wenig Einfluss auf die Nutzlast.

Um die niedrigen Kosten zu erreichen, will die Firma zwar eine möglichst hohe Zuverlässigkeit anstreben, aber keine Perfektion erreichen. Die Kunden sollen hauptsächlich Startups und andere Firmen sein, die kleine Satelliten zu niedrigen Kosten in großer Zahl herstellen, so dass der Verlust einzelner Satelliten ein viel kleineres Problem darstellt als hohe Startkosten und lange Wartezeiten bis zum Start.

Die Geschichte der Raumfahrt

Astra will auch Satelliten bauen

Das Ziel der Firma ist es, jederzeit Nutzlasten von jedem Platz der Erde aus starten zu können. Die 13 m hohe Rakete mit 1,3 m Durchmesser kann in Containern transportiert werden und überall von fünf Astra-Mitarbeitern und einem Beobachter der Flugaufsichtsbehörde gestartet werden, mit einer einfachen Startrampe auf einem Betonboden. Es soll nirgendwo ein repräsentativer Raum mit vielen Tischen und Monitoren als Missionskontrolle eingerichtet werden.

Die weiteren Pläne von Astra befassen sich nicht nur mit dem Bau von mehr und größeren Raketen, deren nächste Generation bis zu 500 kg Nutzlast in niedrige Orbits bringen soll. Die Firma will auch selbst Satelliten nach dem Plug-and-Play-Prinzip bauen. Astra baut dann die Satellitenplattform und die Kunden liefern nur die Nutzlast dafür, etwa eine Kamera zur Erdbeobachtung.

Die Kundenfirmen können sich so auf ihre Sensortechnik konzentrieren, gleichzeitig kann Astra mit einen größeren Teil der Wertschöpfung Geld verdienen, denn der Raketenstart macht oft nur einen Bruchteil der Gesamtkosten aus. Dabei wird auch eine kürzlich angekündigte Firmenfusion mit einem Anbieter von kleinen Ionentriebwerken helfen, mit denen Satelliten trotz der kleinen Trägerrakten in beliebige Erdorbits fliegen oder diesen auch ganz verlassen können.

Bevor irgendetwas davon Realität werden kann, muss die erste Rakete erfolgreich einen Satelliten im Orbit aussetzen. Die Welt wird live dabei zuschauen, nicht nur auf dem Times Square in New York.

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 Raumfahrt: Astra startet mit großen Ambitionen Billigraketen in Alaska
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Sharra 13. Jun 2021

Wenn du täglich Raketen rausschicken willst, brauchst du das Boot aber täglich. Und damit...

Casio 12. Jun 2021

Grundsätzlich finde ich Vergleiche hilfreich. Mir fällt es deutlich schwerer 100 Hektar...

Harioki 12. Jun 2021

Danke für deine Mühe.

Benutztername12345 12. Jun 2021

Mal abwarten. Sympathischer Ansatz was die Technik angeht. Das drum rum ist nur von...



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