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Raumfahrt: Artemis II ist auf dem Weg zum Mond

Das wichtigste Manöver des gesamten Fluges von Artemis II ist durchgeführt worden. Es gibt kein Zurück mehr und kaum öffentliches Interesse.
/ Frank Wunderlich-Pfeiffer
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Artemis II beim Verlassen der Erde (Bild: Nasa)
Artemis II beim Verlassen der Erde Bild: Nasa

Nach dem geglückten Start von Artemis II befand sich das Raumschiff Integrity zunächst auf einer Parkbahn, um die neue Raumkapsel zu testen. Erst in der Nacht zum 3. April Mitteleuropäischer Zeit hat das letzte Flugmanöver stattgefunden(öffnet im neuen Fenster) , mit dem sich das Raumschiff nun tatsächlich unumkehrbar auf dem Weg zum Mond befindet. Zuvor war das Raumschiff mit einem letzten Manöver von der Oberstufe der SLS in einen 74.000 km hohen Erdorbit gebracht worden. Den Rest erledigten die Triebwerke am europäischen Servicemodul.

Für die Rückkehr ist Integrity nun auf die Schwerkraft des Mondes angewiesen. Das im englischen TLI (Trans Lunar Injection) genannte Manöver ist deshalb das mit Abstand wichtigste der gesamten Mission. Nun müssen alle Systeme des Raumschiffs für die nächsten neun Tage funktionieren, denn es gibt keine Abbruchmöglichkeit mehr. Zuvor wurden alle Systeme so gut wie möglich getestet. Bei Apollo ging dem ersten Flug zum Mond ein elftägiger Flugtest namens Apollo 7 im Erdorbit mit Crew an Bord voran.

Artemis II bleibt in großer Entfernung zum Mond

Wegen der viel geringeren Leistung der SLS-Rakete im Vergleich zur Saturn-V-Rakete der Apollo-Missionen wird bei Artemis II kein niedriger Mondorbit angeflogen, der mit einem weiteren Manöver verlassen werden muss. Es wird nur eine große Ellipse um den Mond geflogen. Das spart Treibstoff. Die letzte Mission, die eine ähnliche Flugbahn nutzte, war Apollo 13. Die zielte jedoch ursprünglich auf den Mondorbit ab, weshalb sie sich der Mondoberfläche bis auf 254 km annäherte.

Artemis II wird bei der größten Annäherung an den Mond mit rund 7.600 km den 30-fachen Abstand von der Oberfläche des knapp 3.500 km großen Himmelskörpers haben. In der Pressekonferenz wurde der Anblick mit dem eines Basketballs verglichen, der am ausgestreckten Arm gehalten wird. Die beeindruckenden Bilder der Kraterlandschaft von Apollo, in unmittelbarer Nähe des Mondes, sind also nicht zu erwarten.

Nasa-Pressekonferenz trifft auch wenig Interesse

Der Nasa gelang es nicht, die Wichtigkeit des TLI-Manövers auch der Öffentlichkeit und der Presse zu vermitteln. Das wurde auch von einem Reporter in der offiziellen Pressekonferenz(öffnet im neuen Fenster) angesprochen, die kaum besucht war und in einem viel zu großen Saal stattfand. In fast jeder Kameraeinstellung waren bei Fragen leere Stuhlreihen im Hintergrund zu sehen, die sich über den gesamten Saal erstreckten.

Auch die schlechte Bildqualität der Videoübertragungen aus dem Raumschiff wurde angesprochen, die durch schlechte Auflösung, zahlreiche Kompressionsartefakte und sehr niedrige Framerate weit hinter dem gewohnten Standard von SpaceX zurückbleibt. Insbesondere wurde der Sorge um die Videoübertragung während des Vorbeiflugs am Mond Ausdruck verliehen, die wegen der größeren Entfernung möglicherweise noch schlechter ausfallen wird.

Die Nasa bezeichnet Artemis II als Teil eines goldenen Zeitalters der Innovation und Weltraumerkundung.


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