Raumfahrt: Antenne vom Satellit Blue-Walker-3 heller als Sterne

Der Satellit Blue-Walker-3 soll 5G-Verbindung zu Smartphones vom Weltall aus bieten. Doch der Prototyp gehört zu den hellsten Objekten am Nachthimmel.

Artikel veröffentlicht am , Patrick Klapetz
Die riesige Antenne von Blue-Walker-3 in der Fertigungshalle.
Die riesige Antenne von Blue-Walker-3 in der Fertigungshalle. (Bild: AST Science)

Im Herbst 2022 brach der Prototyp eines kommerziellen Kommunikationssatelliten namens Blue-Walker-3 in den Weltraum auf. Seit der Entfaltung seiner Antenne – die sich über eine Fläche von fast 65 Quadratmetern erstreckt – gehört er zu den hellsten Objekten am Nachthimmel.

Er ist sogar so hell, dass er einige der strahlendsten Sterne in der Milchstraße in den Schatten stellt. Zu diesem Schluss kommt ein Forschungsteam, das seine Ergebnisse am 2. Oktober 2023 im Fachjournal Nature veröffentlicht hat.

Dabei ist Blue-Walker-3 nur der erste von Dutzenden ähnlicher Satelliten, die von AST SpaceMobile entwickelt werden – einem Unternehmen, das Smartphones von der Umlaufbahn aus vernetzen will. Das Forschungsteam ist nicht grundlegend wegen dieses einen Satelliten besorgt. Viel mehr geht es ihm um die zukünftige Konstellation dieser Satelliten.

Blue-Walker-3 ist der Vorläufer der Blue-Bird-Satelliten, einem Netzwerk von Mobilfunkmasten im Orbit. Sie sollen "den Zugang zu Wissen und Informationen demokratisieren, unabhängig davon, wo die Menschen leben und arbeiten", erklärte ein Sprecher von AST Spacemobile – in der New York Times.

Eine helle Konstellation, die astronomische Beobachtungen behindern kann

Letzten Monat hat Blue-Walker-3 erfolgreich die erste 5G-Verbindung zu einem Smartphone in einer Lücke in der Mobilfunkabdeckung auf der Erde hergestellt. Der Satellit besteht aus vielen kleinen Antennen, die sich mit terrestrischen Smartphones verbinden können. Mit diesem Ansatz unterscheidet sich das Unternehmen von Starlink und anderen geplanten Konstellationen, die derzeit auf Bodenantennen oder Schüsseln setzen.

"Derzeit gibt es 18 Konstellationen, von denen wir wissen, dass sie geplant sind", erklärte Siegfried Eggl, ein Astrophysiker an der University of Illinois und Mitautor der Studie. "Die Gesamtzahl der Satelliten, die man dort konstruieren will, beläuft sich auf eine beeindruckende halbe Million. Das ist 100-mal mehr als wir bereits haben."

Die Astronomen gehen davon aus, dass die Blue-Bird-Satelliten während des größten Teils ihrer Lebensdauer hell am Himmel stehen werden. Infolgedessen könnte einer dieser Satelliten die von astronomischen Observatorien erfassten Daten stören. Laut dem Unternehmen wolle man mit Astronominnen und Astronomen zusammenarbeiten, um die Helligkeit der Satelliten zu reduzieren.

Zur Studie

Die Studie wurde am 2. Oktober 2023 im Fachmagazin Nature veröffentlicht: The high optical brightness of the Blue-Walker-3 satellite (engl. Die hohe optische Helligkeit des Blue-Walker-3-Satelliten).

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