Raumfahrt: Amateurastronomen empfangen Signale von Voyager 1

Radioteleskop aus den 1950er trifft Sonde aus den 1970ern: Amateurastronomen haben mit einem Teleskop in den Niederlanden Signale der Raumsonde Voyager 1 empfangen.
Das Team, das das alte Radioteleskop Dwingeloo nutzt, hat nach eigenen Angaben(öffnet im neuen Fenster) dafür eigens eine zusätzliche Antenne an dem Radioteleskop montiert. Dann konnten Funksignale der Raumsonde, die inzwischen fast 25 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt ist, empfangen werden. Die Signallaufzeit beträgt etwa 23 Stunden.
Die weitere Antenne war nötig, weil das Teleskop für niedrigere Frequenzen ausgelegt ist als die, auf denen Voyager 1 sendet. Bei diesen höheren Frequenzen ist das Netz der Antenne weniger reflektierend, so dass es besonders schwierig ist, schwache Signale zu empfangen.
Dwingeloo kann nicht kommunizieren
Die Kommunikation ging allerdings nur in eine Richtung: Das Team der CA Muller Radio Astronomy Station Foundation (Camras) konnte seinerseits keine Nachricht an die Sonde schicken. Die Antennen, mit denen die US-Raumfahrtbehörde National Aeronautics and Space Administration (Nasa) mit Voyager kommuniziert, sind für höhere Frequenzen optimiert und viel größer als das Teleskop von Dwingeloo.
Dass Camras Signale von Voyager empfangen konnte, lag an einem Problem der Sonde. Das führte dazu, dass im Oktober deren Sender, der auf dem X-Band sendet, abgeschaltet wurde. Stattdessen wurde der schwächere, sekundäre Sender aktiviert, der auf dem S-Band sendet . Das Problem mit dem primären Sender konnte später behoben werden.
Das CA Muller Radioteleskop in Dwingeloo im Nordosten der Niederlande wurde 1956 in Betrieb genommen. Es hat einen Durchmesser von 25 Metern und war damals das größte Radioteleskop der Welt. 2000 wurde der Betrieb eingestellt. Seit 2013 wird es von Amateurastronomen genutzt.
Die Voyager-Sonden starteten 1977
Die Voyager-Mission ist die längste Mission der Nasa: Die Voyager 1 und die Schwestersonde Voyager 2 starteten im Sommer 1977 im Abstand von etwa zwei Wochen. Beide Sonden lieferten Bilder und Daten vom äußeren Sonnensystem, darunter von Jupiter und Saturn, den beiden größten Planeten. Während Voyager 2 vom Saturn weiter zu Uranus und Neptun flog, verließ Voyager 1 die Ebene des Sonnensystems.
Probleme gibt es mit den beiden Sonden immer wieder mal. 2022 sendete Voyager 1 verstümmelte Telemetriedaten zur Erde . Im Sommer vergangenen Jahres verlor die Nasa zeitweise den Kontakt zu Voyager 2 .
Mit der Zeit wird das Plutonium-238, mit dem die Radionuklidbatterien der Sonden betrieben werden, aufgebraucht sein. Um den Betrieb der Sonden bis zum Jahr 2030 zu sichern, schaltete die Nasa Heizungen und andere Systeme ab . Zudem aktualisierte die Nasa die Software der Sonden , um die Mission zu verlängern.



