Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Raumfahrt: Aevum stellt Raketenstartdrohne Ravn X vor

Raketen , die von Flugzeugen aus starten, kennen wir. In Zukunft soll eine Drohne sie in die Luft bringen.
/ Werner Pluta
6 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Drohne Ravn X: Dauerbetrieb rund um die Uhr (Bild: Aevum)
Drohne Ravn X: Dauerbetrieb rund um die Uhr Bild: Aevum

Ein unbemanntes Vehikel zum Start von Satelliten hat das US-Unternehmen Aevum(öffnet im neuen Fenster) vorgestellt: Ravn X ist eine Drohne, die eine Trägerrakete in die Luft bringen soll. Der erste Start ist für kommendes Jahr geplant.

Das Ravn X Autonomous Launch Vehicle ist 25 Meter lang und hat eine Spannweite von 18 Metern. Das maximale Startgewicht beträgt etwa 25 Tonnen. Von der Masse her sei Ravn X damit das größte unbemannte Fluggerät (Unmanned Aerial System, UAS), das Satelliten in den Weltraum bringen soll, teilte Aevum mit(öffnet im neuen Fenster) .

Ein Flug der Ravn X dauert drei Stunden

Autonomen Start nennt Aevum sein Konzept: Die Ravn X wird von einer gut anderthalb Kilometer langen Startbahn abheben. Die zweistufige Trägerrakete mit einem 100 bis 500 Kilogramm schweren Satelliten an Bord hängt unter dem Rumpf der etwa 5,5 Meter hohen Drohne. In einigen Kilometern Höhe wird diese ausgeklinkt und bringt dann den Satelliten ins All. Drei Stunden soll das dauern.

Neu ist dieses Konzept nicht: Das US-Unternehmen Orbital Sciences Corporation, das inzwischen zum Luft- und Raumfahrtkonzern Northrop Grumman gehört , hat die Trägerrakete Pegasus entwickelt, die von einem Flugzeug aus startet . Der erste Start war 1990.

Rollout der Drohne Ravn X – Aevum
Rollout der Drohne Ravn X – Aevum (01:19)

Andere haben inzwischen nachgezogen: Das Raumfahrtunternehmen Virgin Galactic hat eine Boeing 747 zur fliegenden Startrampe umgebaut . Das US-Unternehmen Stratolaunch hat für fliegende Raketenstarts das größte Flugzeug der Welt gebaut .

Der Unterschied ist allerdings, dass Ravn-Startvehikel unbemannt fliegen. Das soll einen Dauerbetrieb ermöglichen: Aevum geht davon aus, dass eine Flotte von Ravn X rund um die Uhr im Einsatz sein kann. Nach der Landung soll das UAS selbstständig in den Hangar zurückkehren. Zu Beginn werden 70 Prozent des Systems wiederverwendbar sein, später sollen es bis zu 95 Prozent sein. Wettbewerbsfähig will Aevum über den Preis sein: Ein Kilogramm Nutzlast in den Weltraum zu bringen, soll nur wenige Tausend US-Dollar kosten.

Der erste Start soll im Laufe des kommenden Jahres stattfinden: Ravn X soll einen Satelliten für die US Space Force, die Weltraumtruppe des US-Militärs, in die Erdumlaufbahn bringen.


Relevante Themen