Das Ende der ISS naht
Ein weiteres Jubiläum steht in wenigen Jahren an. Denn seit dem Jahr 2000 befindet sich die ISS in Dauerbesetzung. Dann wird sie aber schon auf ihr Ende zusteuern. Russland wird die internationale Kooperation 2028 verlassen und seine eigene Raumstation ROSS (Russian Orbital Service Station) in Betrieb nehmen. Ob die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos es bis dahin tatsächlich schafft, die ersten Module der Raumstation in einer erdnahen Umlaufbahn zu platzieren, muss sich noch zeigen.
Ab 2030 soll die ISS für ihr Deorbiting in die Erdatmosphäre vorbereitet werden. Dort soll sie dann 2031 vollständig verglühen. Wobei die USA offen für einen längeren Betrieb sind. Vor allem, weil sie befürchtet, dass der Betrieb der ersten kommerziellen Raumstation länger auf sich warten lässt.
Denn die Nasa möchte in Zukunft lieber Experimente und Plätze für Astronautinnen und Astronauten auf privaten Raumstationen wie dem Orbital Reef (von Blue Origin und Sierra Space) oder dem Starlab (von Voyager Space und Airbus) buchen. Das soll günstiger sein als der Erhalt einer eigenen Raumstation. Im Gegensatz dazu hält China an seiner staatlichen Raumstation Tiangong fest, die voraussichtlich über das Jahr 2030 hinaus betrieben wird. Das Land und seine Raumfahrtbehörde CNSA sind sogar für neue Module aus dem Ausland offen.
Einleitung des Wiedereintritts der ISS
Derzeit überarbeitet die Nasa die Wiedereintrittsstrategie ihrer Verträge. Die Abgabefrist für die Einreichung von Vorschlägen wurde bis zum 12. Februar 2024 verlängert. Die überarbeitete Fassung enthält sowohl einen gewünschten und einen geforderten Liefertermin für das Deorbiting-Fahrzeug, dem U.S. Deorbit Vehicle (USDV), der ISS.
Der gewünschte Liefertermin ist der 1. August 2028, der erforderliche Liefertermin fällt auf den 1. Mai 2029. In beiden Fällen soll das Raumfahrzeug vier Monate nach der Lieferung ins Weltall aufbrechen. Damit könnte die Einleitung des Wiedereintritts der ISS im Jahr 2030 erfolgen.
Allerdings beinhaltet die Ausschreibung auch eine Preisoption für die Lagerung des Raumfahrzeugs. Dieses könnte dann bis 2035 am Boden bleiben, falls die ISS doch länger als bisher angekündigt im Orbit bleiben wird.