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Die Landung von Raketenstufen, wie bei der Falcon 9, galt lange als unmöglich oder unwirtschaftlich
Die Landung von Raketenstufen, wie bei der Falcon 9, galt lange als unmöglich oder unwirtschaftlich (Bild: SpaceX)

Raumfahrt 2017: Wie SpaceX die Branche in Aufruhr versetzt

Die Landung von Raketenstufen, wie bei der Falcon 9, galt lange als unmöglich oder unwirtschaftlich
Die Landung von Raketenstufen, wie bei der Falcon 9, galt lange als unmöglich oder unwirtschaftlich (Bild: SpaceX)

Der Unternehmer und Investor Elon Musk hat die Raumfahrt in eine Geschichte von Erfolgen, Versprechen, Milliardären und Scharlatanen verwandelt. Die Falcon 9 seiner Firma SpaceX setzt private wie staatliche Konkurrenten immer mehr unter Druck.
Von Frank Wunderlich-Pfeiffer

Der Erfolg des privaten US-Unternehmens SpaceX verändert das Raumfahrtgeschäft weltweit. Staatliche Organisationen geraten angesichts der einfachen Technik und niedrigen Preise von SpaceX in Erklärungsnot, nachdem sie jahrzehntelang betonten, die Raumfahrt werde immer komplex und teuer bleiben. Auf ungläubige Realitätsverweigerung folgte erster Aktionismus, aber es gab keine tiefgreifenden Reformen. Gleichzeitig entstand eine Vielzahl, teils fragwürdiger Raumfahrtunternehmen, die nun alle gleichzeitig auf den Markt drängen.

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Einige der reichsten Männer der Welt wollen mit einer großen Materialschlacht beweisen, dass sie genauso gut wie SpaceX-Chef Elon Musk sind. Einfache Geschäftsleute finden plötzlich Investoren für über Jahre ausgearbeitete Konzepte, Scharlatane nutzen die Gutgläubigkeit unerfahrener Geldgeber aus. Wenn die Blase platzt, wird sie Gutes und Schlechtes hinterlassen. Bis dahin stehen der Raumfahrt wilde Zeiten bevor.

Die Falcon 9 fliegt öfter als alle anderen Raketen

Der Grund für die Aufregung? Die Startpreise der Falcon 9 von SpaceX sind niedriger als die aller vergleichbaren Raketen. Sie führte 2017 als erste Rakete eines privaten Unternehmens die Liste der meisten Raketenstarts an, vor allen staatlichen Organisationen. 18 Mal startete die Falcon-9-Rakete, auf den nächsten Plätzen folgen die russische Sojus-Rakete mit 15 Starts sowie die europäische Ariane 5 und die US-amerikanische Atlas V mit je 6 Starts. Die Kritik an angeblich zu niedrigen Preisen und der Machbarkeit der Wiederverwendung der Falcon 9 sind längst verstummt.

Sie ist sogar günstiger als die russische Proton-Rakete, deren niedriger Preis immer mit schlechter Zuverlässigkeit einherging. In den USA unterbietet SpaceX die Startpreise der Atlas-V- und Delta-IV-Raketen regelmäßig um 50 Prozent und mehr. Der Start einer Ariane 5 kostet mehr als das Dreifache einer Falcon 9, bei weniger als der doppelten Nutzlast und weniger Flexibilität in der Missionsgestaltung. Selbst der Start einer russischen Sojus von Französisch Guayana aus, mit der halben Nutzlast einer Falcon 9, ist teurer.

Dabei sind Kosteneinsparungen durch Wiederverwendung der ersten Stufe der Falcon 9 noch nicht eingepreist. Von 15 geplanten Landungen glückte jede Einzelne. Die Wiederverwendung ist ein mehrmonatiger Prozess, der mit der letzten Generation von Raketen auch nur ein- oder zweimal funktioniert. Ab dem nächsten Jahr soll jedoch die nächste Generation von Falcon-9-Raketen fliegen. Diese sollen nur noch nach etwa jedem zehnten Start eine Generalüberholung benötigen und sonst nach der Landung nur eine Inspektion durchlaufen.

Die erste Reaktion eines staatlichen Raketenbauers auf die Entwicklung der Falcon 9 kam 2014. Kritik am Preis verhinderte die Finalisierung der neuen Ariane-6-Rakete. Beim ersten Start im Jahr 2020 sollte diese mit 85 Millionen Euro deutlich über den umgerechnet 52 Millionen Euro einer Falcon 9 liegen, bei kaum größerer Nutzlast. Aber schon 2014 starteten genauso viele Falcon-9- wie Ariane-5-Raketen. Nur der Fehlstart einer Falcon 9 verhinderte, dass sich diese Startrate schon 2015 verdoppelte. Die ersten Anzeichen eines tiefgreifenden Wandels zeigten sich dann 2016.

Alle wollen günstige Raketen

Die europäische Raumfahrtagentur Esa stellte 2016 die Ariane 6 vor, das amerikanische Joint-Venture United Launch Alliance (ULA) von Boeing und Lockheed Martin Space Systems die neue Vulcan und die Japan Aerospace Exploration Agency (JAXA) die H-3 Rakete. Alle Hersteller versprachen, die Produktion stärker privatwirtschaftlich auszurichten. Alle neuen Raketen entsprechen weitgehend dem Konzept und der Leistung der jeweiligen Vorgängerraketen (Ariane 5, Atlas V und H-II), alle sollen 2019 oder 2020 erstmals fliegen und später etwa zum halben Preis ihrer Vorgänger angeboten werden. Es zeigt sich aber jetzt schon, dass diese Pläne unrealistisch sind.

Teurer als versprochen und keine Besserung in Sicht 

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Xyne 02. Jan 2018

Hi, Wie fast alle amerikanischen Firmen wehrt sich SpaceX gegen Gewerkschaften und...

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Frank... 01. Jan 2018

Was der Grund ist, weshalb SpaceX genau solche Teile selbst baut - spätestens seit...

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eMvO 28. Dez 2017

Wenn das wirklich echte eingetragene Patente sein sollten, ist das US-Patentsystem noch...

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Hotohori 27. Dez 2017

+1 War wieder extrem interessant und gut zu lesen.

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MonMonthma 27. Dez 2017

Damit dürfte eher gemeint sein, wie bei der NASA, Standorte möglichst auf viele...

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