Kleine Raketen werden auf der ganzen Welt entwickelt

Als Sekundärnutzlast finden Starts von Cubesats zurzeit oft nur mit großer Verspätung statt und selten in die gewünschte Umlaufbahn. Dabei haben die kleinen Cubesats viel kürzere Entwicklungszyklen als große Satelliten und würden von schnellen und zuverlässigen Starts profitieren. Kunden in diesem Marktsegment sind bereit, Preise in der Größenordnung von 50.000 US Dollar pro kg für pünktliche Starts in passende Erdumlaufbahnen zu zahlen - den zehnfachen Preis von Nutzlasten beim Start mit einer Falcon 9.

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Die bisher erfolgreichste dieser Firmen ist Rocket Lab aus Neuseeland. Sie beteiligte sich 2010 an einer Studie, eine kleine Rakete zum Start von Satelliten für das United States Office of Naval Research (ONR) zu entwickeln. Aber erst 2013 fand sich ein erster Investor mit genug Geld für die Entwicklung der nur zehn Tonnen schweren Electron-Rakete. Es ist die erste Rakete, die 3D-gedruckte Triebwerke mit elektrisch betriebenen Treibstoffpumpen benutzt. Mit neun Triebwerken in der ersten und einem Triebwerk in der zweiten Stufe gleicht sie einer Falcon-9-Rakete im Modellmaßstab.

Ihr erster Flug fand am 25. Mai 2017 statt, dabei erreichte die Rakete eine Höhe von rund 200 km, aber keinen Orbit, nachdem die Bodenstation durch einen Softwarefehler den Kontakt mit der Rakete verloren hatte. Der zweite Flug wird im Januar stattfinden, nachdem ein Startversuch am 12. Dezember eine Sekunde nach Triebwerkszündung abgebrochen wurde. Der Plan von Rocket Lab sieht 50 Starts pro Jahr zum Preis von je 4,9 Millionen US-Dollar vor. Bereits jetzt sind eine Reihe Raketen schon voll ausgebucht.

Von Wolke 7 in den Orbit

Der vormals wichtigste Konkurrent Rocket Labs war Firefly Space Systems. Nach Schwierigkeiten bei der Entwicklung der druckbetriebenen Triebwerke seiner Alpha Rakete, dem Wechsel von Methan zu Kerosin als Treibstoff und Verschiebungen im Zeitplan musste die Firma jedoch Insolvenz anmelden. Im März 2017 wurde sie von dem Ukrainer Maxim Polyakov übernommen, der zuvor mit einer Onlinedatingplattform reich geworden war.

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Auch in Europa gibt es Firmen, die kleine Raketen für kleine Satelliten entwickeln. Die spanische Zero2Infinity etwa baut die Bloostar-Rakete, die von einem Schiff aus mit einem Ballon gestartet werden soll. In der Stratosphäre sollen schließlich die Triebwerke der dreistufigen Rakete gezündet werden. Zumindest der Test mit einem einstufigen Modell mit nur einem von elf Triebwerken verlief im März erfolgreich und zeigte, dass sich so eine Rakete beim Start tatsächlich kontrollieren lässt.

In China gibt es ebenfalls Startups, die Raketen nach diesem Geschäftsmodell entwickeln. One Space will Raketen auf Basis von Feststoffantrieben mit Nutzlasten zwischen 200 bis 750 kg in niedrige Erdorbits konstruieren. Allerdings ist die Firma offenbar über Triebwerkstests am Boden noch nicht hinausgekommen. Die 2014 gegründete Firma Linkspace hat zwar eine englischsprachige Webseite mit Zitaten des US-Astronauten Buzz Aldrin, des Physikers Stephen Hawking und des SpaceX-Gründers Musk, ist aber ebenfalls noch nicht über Tests am Boden hinaus. Die Firma will eine Rakete mit 200 kg Nutzlast (für sonnensynchrone Orbits) bauen, deren erste Stufe ähnlich wie die Falcon 9 landen und wiederverwendet werden kann.

Bei den genannten Beispielen handelt es sich noch um größtenteils seriöse Angebote. Einige der sogenannten New-Space-Firmen bewegen sich mit ihren Versprechen indes nah an der Grenze zum Betrug, andere gehen möglicherweise sogar noch einen Schritt weiter.

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 Teurer als versprochen und keine Besserung in SichtHinter großen Versprechen steht nicht viel 
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Xyne 02. Jan 2018

Hi, Wie fast alle amerikanischen Firmen wehrt sich SpaceX gegen Gewerkschaften und...

Frank... 01. Jan 2018

Was der Grund ist, weshalb SpaceX genau solche Teile selbst baut - spätestens seit...

eMvO 28. Dez 2017

Wenn das wirklich echte eingetragene Patente sein sollten, ist das US-Patentsystem noch...

Hotohori 27. Dez 2017

+1 War wieder extrem interessant und gut zu lesen.



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