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Teurer als versprochen und keine Besserung in Sicht

Am deutlichsten demonstriert das wohl die Vulcan-Rakete. Diese soll im Jahr 2019 erstmals fliegen, doch die Entscheidung für das Haupttriebwerk steht bis heute aus. Dabei stehen mit dem AR-1 und dem BE-4 zwei Triebwerke zur Auswahl. Eins benötigt Kerosin als Treibstoff, das andere tiefgekühltes Methan mit niedriger Dichte und damit einer völlig anderen Tankkonstruktion. Schlimmer noch: Keins der beiden Triebwerke ist fertig entwickelt und bereit für die Produktion.

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Die Pläne für die Ariane 6 sind zwar solider, aber auch sie wird ihre Versprechen nicht einhalten können. Der angekündigte Preis der Ariane 6 kann trotz 2,6 Milliarden Euro staatlicher Subventionen von Start- und Produktionsanlagen nicht eingehalten werden. Erst stieg der Preis von 85 Millionen auf 90 Millionen Euro. Aktuellen Berichten zufolge sollen kommerzielle Flüge der Ariane 6 international nun für 130 Millionen US Dollar (umgerechnet 110 Millionen Euro) angeboten werden. Außerdem sollen staatliche Organisationen in Europa zur Nutzung der Ariane 6 verpflichtet werden, um Nutzlasten für die Rakete zu sichern. In der Politik wird die Ariane 6 inzwischen zumindest vom französischen Finanzminister Bruno Le Maire stark kritisiert.

Die Esa hängt noch hinterher

Der Vergleich mit SpaceX zeigt, dass die Esa weit von einem Paradigmenwechsel entfernt ist. So soll die Entwicklung der (über-) nächsten Generation europäischer Raketen erst 2030 abgeschlossen werden. Alles hängt dabei von der Entwicklung des Prometheus-Triebwerks ab. Dieses soll methanbetrieben und wiederverwendbar sein, einen Schub von 1000 kN haben und nur eine Million Euro pro Stück kosten, grob vergleichbar mit dem Merlin-Triebwerk der Falcon 9. Ein Vorläufer des Triebwerks mit 420 kN Schub für ein wiederverwendbares Raketenflugzeug war seit 2007 in Kooperation mit Japan in Entwicklung. Das Flugzeug wurde indes nie gebaut, das Triebwerk wird nie zum Einsatz kommen.

Die Raketen- und Triebwerksentwicklung von SpaceX begann 2002. 2006 und 2008 flogen Falcon-1-Raketen mit Merlin 1A und 1C-Triebwerken mit 340 kN Schub. 2010 flog die erste Falcon 9 mit einem Merlin 1C mit dem vollen Schub von 420 kN. 2013 flogen erstmals Merlin-1D-Triebwerke mit 650 kN Schub, 2016 mit dem vollen Schub von 730 kN. Eine weitere Steigerung auf 845 kN ist geplant. Dabei wiegt das Merlin 1D nur noch 470 kg, das Merlin 1C wog noch 670 kg. Trotz der schnellen Entwicklung und häufiger Änderungen gab es im Flug nur zwei Triebwerksausfälle, von denen nur einer zu einem Fehlstart führte, genauso wie bei der Ariane 5.

Wettbewerb der Milliardäre

Inzwischen gibt es eine Reihe von Startups, die versuchen, den Erfolg von SpaceX zu wiederholen. Dazu gehört Blue Origin, die Raumfahrtfirma des Amazon-Gründers und reichsten Manns der Welt, Jeff Bezos. Die Firma entwickelte zunächst die kleine New-Shepard-Rakete für Weltraumtouristen. Die erste Orbitalrakete von Blue Origin, die New Glenn, soll mit 1.400 Tonnen beim Start halb so schwer wie die Mondrakete Saturn V sein und etwa die Leistung der Falcon Heavy haben. Derzeit ist das BE-4-Triebwerk der New Glenn aber noch nicht fertig entwickelt.

Stratolaunch, die Firma des Microsoft-Mitbegründers Paul Allen, baute derweil aus zwei Boeing-747-Jumbo-Jets ein Trägerflugzeug mit sechs Triebwerken, das 2018 die ersten Testflüge unternehmen soll. Es ist dafür konstruiert, Raketen aus der Luft zu starten. Eine Rakete dafür existiert jedoch noch nicht. Nachdem mehrere Kooperationen platzten - unter anderem sollte SpaceX eine kleinere Version der Falcon 9 für die Firma bauen - soll jetzt die von Northtrop Grumman aufgekaufte Firma OrbitalATK (ehemals Orbital Sciences) eine solche Rakete entwickeln.

Ein weiterer Milliardär mit Raumfahrtambitionen ist der Virgin-Gründer Richard Branson. Seine Firma Virgin Galactics entwickelt seit 2004 das Spaceship Two, das wie die New Shepard einmal reiche Touristen in 100 km Höhe befördern soll. Außerdem hat er die Firma Virgin Orbital. Anders als Stratolaunch kaufte diese nur eine Boeing 747 und nannte sie Cosmic Girl. Sie soll mit einer Rakete namens Launcher One kleine Satelliten bis 200 kg Masse starten.

Die Euphorie um die private Raumfahrt hat derweil nicht nur Milliardäre auf den Plan gerufen. Die Pläne anderer Unternehmen mit weniger finanziellen Mitteln beginnen nur nicht mit dem Kauf von Jumbo Jets. Bei der Suche nach einem für Investoren interessanten Geschäftsmodell hilft ihnen, dass inzwischen ein Markt für den Start von Cubesats existiert, dessen Nachfrage nicht vollständig bedient wird. Es ist der gleiche Markt, den auch Virgin Orbital mit seiner kleinen Rakete bedienen will - und dort geht es wild zu.

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 Raumfahrt 2017: Wie SpaceX die Branche in Aufruhr versetztKleine Raketen werden auf der ganzen Welt entwickelt 
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Xyne 02. Jan 2018

Hi, Wie fast alle amerikanischen Firmen wehrt sich SpaceX gegen Gewerkschaften und...

Frank... 01. Jan 2018

Was der Grund ist, weshalb SpaceX genau solche Teile selbst baut - spätestens seit...

eMvO 28. Dez 2017

Wenn das wirklich echte eingetragene Patente sein sollten, ist das US-Patentsystem noch...

Hotohori 27. Dez 2017

+1 War wieder extrem interessant und gut zu lesen.

MonMonthma 27. Dez 2017

Damit dürfte eher gemeint sein, wie bei der NASA, Standorte möglichst auf viele...


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