Indien fliegt zum Mars

Ein erfolgreicher Außenseiter in der Raumfahrt war 2014 Indien: Am 24. September erreichte die Sonde Mangalyaan den Mars und schwenkte in eine elliptische Umlaufbahn um den Nachbarplaneten ein. Dabei nähert sie sich dem Planeten bis auf etwa 400 Kilometer und entfernt sich dann 80.000 Kilometer. Etwas mehr als drei Tage braucht die Sonde, deren Name auf Deutsch Marsgefährt bedeutet, für eine Umrundung.

Über zehn Monate war Mangalyaan zum Mars unterwegs gewesen: Am 5. November 2013 war sie am Startplatz Satish Dhawan Space Centre in Sriharikota im südostindischen Bundesstaat Andhra Pradesh gestartet. Die Inder sind damit die Vierten, die eine Sonde zum Mars haben fliegen lassen. Das haben vorher nur die Europäer, die Sowjetunion und die USA geschafft.

Der Blick von oben für die unten

Wer selbst nicht ins All fliegen kann - und das dürften die meisten von uns sein -, für den hat sich 2014 auch einiges getan: Nicht nur das ISS-Besatzungsmitglied Gerst schickte viele Foto aus dem Orbit. Im Frühjahr wurden vier HD-Kameras an der ISS angebracht, die auf die Erde gerichtet sind.

  • Die Erde von ganz oben: HDEV liefert einen Blick von der ISS - rechts ist die nordafrikanische Küste zu erkennen. (Bild: HDEV/Screenshot: Golem.de)
  • Das HDEV besteht aus vier handelsüblichen Kameras, deren Bilder ins Netz gestreamt werden. (Bild: HDEV/Screenshot: Golem.de)
  • Die Kameras haben verschiedene Blickwinkel. Nach einigen Minuten wechselt die Perspektive. (Bild: HDEV/Screenshot: Golem.de)
  • Ist es auf der Erde dunkel, bleibt das Bild logischerweise schwarz. Hier überquert die ISS gerade die Tag-und-Nachtgrenze: Unten ist es noch dunkel, die Station wird bereits angestrahlt. (Bild: HDEV/Screenshot: Golem.de)
Die Erde von ganz oben: HDEV liefert einen Blick von der ISS - rechts ist die nordafrikanische Küste zu erkennen. (Bild: HDEV/Screenshot: Golem.de)

Sie filmen, und die Bilder werden in Echtzeit zur Erde gestreamt. Der Stream ist frei im Internet abrufbar, unter anderem über die Seite des Projekts High Definition Earth Viewing Experiment (HDEV).

Erdbeobachtung als Geschäft

Mehrere US-Unternehmen haben die Erdbeobachtung aus dem Orbit als Geschäft entdeckt. Unternehmen sollen damit ihre Infrastruktur wie Häfen, Parkplätze oder Pipelines im Auge behalten, um deren Zustand und Auslastung einschätzen zu können, sowie die Konkurrenz beobachten. Banken, Versicherungen und Investmentunternehmen können die Bilder zur Risikoabschätzung verwenden.

Aber nicht nur Immobilien können aus der Luft betrachtet werden. Landwirte können das Wachstum ihrer Feldfrüchte überwachen, um vorauszusagen, wie die Ernte ausfallen wird. Wissenschaftler können Umweltschäden erkennen. Nach Katastrophen erfassen die Satelliten Zerstörungen oder Flüchtlingsströme.

Große und kleine Satelliten

Die Anbieter setzen auf unterschiedliche Verfahren, um die Bilder aufzunehmen: Skybox Imaging etwa hat mehrere Satelliten in die Erdumlaufbahn schießen lassen. Das Unternehmen, das Google im Juni für 500 Millionen US-Dollar gekauft hat, will eine eigene Konstellation aus 24 Satelliten aufbauen. Weniger Aufwand betreibt Planet Labs: Das kalifornische Unternehmen lässt die Erde von Kleinsatelliten, sogenannten Cubesats, fotografieren. Die 28 Cubesats wurden Anfang 2014 von der Besatzung der ISS ausgesetzt.

Urthecast (ausgesprochen: Earthcast) lässt seine Bilder von der ISS aus aufnehmen - die Kanadier haben eine Kooperation mit der russischen Raumfahrtagentur Roskosmos vereinbart. Diese sieht vor, dass zwei Kameras an ihrem Modul der ISS angebracht wurden, die die Erde im Blick behalten. Urthecast liefert also ähnliche Bilder wie HDEV, allerdings in höherer Auflösung.

Panoramablick auf die Erde fällt aus

Ein britisches Crowdfunding-Projekt, das Nutzern einen Blick auf den Erdball ermöglichen wollte, war hingegen nicht erfolgreich. Die Initiatoren wollten einen Ballon bis in 20 Kilometer Höhe aufsteigen lassen: Dort sollte eine Gondel mit 24 Gopro-Hero-3-Kameras ausgeklinkt werden.

Sie sollte an einem Fallschirm zur Erde zurücksegeln und die Kameras sollten den Abstieg filmen. Die Bilder sollten dann zu einem 360-Grad-Video montiert werden. Das hätten die Nutzer mit der VR-Brille Oculus Rift betrachtet und so den Eindruck erhalten, frei im Raum über der Erde zu schweben.

Es war nicht der einzige Misserfolg: Zwei schwere Unfälle passierten im Herbst 2014 - einer sogar mit tödlichem Ausgang.

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