Erbgut übersteht Wiedereintritt

So ist die Oberfläche von 67P/Tschurjumow-Gerassimenko härter als angenommen. Nicht nur, dass der Bohrer nicht hineinkam. Auch Philaes Hammer kapitulierte schließlich vor dem harten Kometen und ging kaputt.

Rosetta hat ebenfalls jede Menge Daten über den Kometen gesammelt. So fand die Sonde neben verschiedenen Schwefelverbindungen und Ammoniak auch organische Verbindungen wie Formaldehyd oder Methanol. Und: Wasser, vermischt mit Kohlendioxid und Kohlenmonoxid. Erste Analysen ergaben, dass der Anteil des schweren Wasserstoffs oder Deuteriums auf dem Kometen etwa dreimal so hoch ist wie auf der Erde. Damit schließen die Forscher die Familie des Kometen als Ursprung unseres irdischen Wassers aus.

Irdisches oder Außerirdisches?

Bei vielen Stoffen vermutet die Wissenschaft nämlich, dass sie kosmischen Ursprungs sein könnten. Sprich: dass sie auf den kosmischen Bomben auf die Erde gekommen sind. Besonders bedeutsam ist die Frage, ob sogar Aminosäuren - die Bausteine für Proteine und die Desoxyribonukleinsäure (DNA), den Träger des Erbguts - aus dem Weltall zu uns gekommen sind. Das ist ein Grund für das Interesse an Kometen, Meteoren und Asteroiden.

  • Start der Mission Texus-49 am 29. März 2011 (Foto: Astrium)
  • Vor dem Start hatte Cora Thiel die DNA-Probe außen auf die Hülle der Rakete aufgebracht. (Foto: DLR/CC-BY-SA 3.0)
  • Anschließend wurde die Nutzlaststufe zur Startrampe gebracht. (Foto: DLR/CC-BY-SA 3.0)
  • Nach der Montage der Triebwerke hob die Rakete vom Startplatz Esrange in Nordschweden ab. (Foto: Adrian Mettauer)
  • Nach der Rückkehr bargen Thiel und Oliver Ullrich die Proben von der Raketenhülle. (Foto: Adrian Mettauer)
Start der Mission Texus-49 am 29. März 2011 (Foto: Astrium)

Dass DNA von außen gekommen sein könnte, hat ein Experiment von zwei Wissenschaftlern der Universität Zürich gezeigt: Cora Thiel und Oliver Ullrich haben Proben von DNA-Molekülen außen auf einer Forschungsrakete angebracht. Nach dem Wiedereintritt bargen sie die Proben und untersuchten sie. Dabei zeigte sich, dass sehr viele der DNA-Moleküle den Wiedereintritt und damit Temperaturen von gut 1.000 Grad Celsius überlebt hatten und anschließend noch genetische Informationen in Bakterienzellen und Bindegewebszellen übertragen konnten.

Der Falke ist gestartet...

Rosetta ist denn nicht die einzige Mission, die zu einem solchen Himmelskörper unterwegs ist: Am frühen Morgen des 3. Dezember unserer Zeit ist vom Startplatz Tanegashima Space Center auf der gleichnamigen Insel im Süden Japans Hayabusa 2 gestartet. Ziel der Sonde, deren Name auf Deutsch Falke bedeutet, ist der Asteroid (162173) 1999 JU3. 2018 soll sie dort ankommen.

Hayabusa-2 soll unter anderem den Mobile Asteroid Surface Scout (Mascot) darauf absetzen. Der vom DLR entwickelte Roboter ist mit vier wissenschaftlichen Instrumenten ausgestattet, mit denen er den Asteroiden fotografieren und vermessen soll.

...und kommt irgendwann zur Erde zurück

Hayabusa-2 soll zudem auf dem Asteroiden Proben nehmen und einsammeln. Dann wird sie den Rückweg antreten, um diese Proben zurückzubringen. Im Dezember 2020 soll sie die Fracht auf der Erde abliefern.

Allerdings sind die Himmelskörper nicht nur aus wissenschaftlicher Sicht, als Boten aus der Frühzeit des Sonnensystems, interessant. Geraten sie auf Kollisionskurs mit der Erde, stellen sie eine große Gefahr dar: Erst im vergangenen Jahr passierte uns der Asteroid (367943) Duende in einer Entfernung von weniger als 28.000 Kilometern. Er war also der Erde näher als geostationäre Satelliten, zu denen etwa die Fernsehsatelliten zählen. Am selben Tag schlug nahe der russischen Stadt Tscheljabinsk ein Meteorit ein. Dabei wurden etwa 7.000 Gebäude beschädigt und rund 1.500 Menschen verletzt. Er gehörte der gleichen Asteroiden-Familie an wie (162173) 1999 JU3.

Bergbau am Himmel

Schließlich gibt es auch ein wirtschaftliches Interesse an den Himmelskörpern: Sie sollen als Rohstoffquelle dienen. Platin sowie die Platinmetalle Ruthenium, Rhodium, Palladium und Osmium sollen dort zu finden sein. Einige US-Unternehmen überlegen schon, wie sie diese Stoffe schürfen und zur Erde bringen können. Die Nasa will gar einen Asteroiden einfangen und in die Mondumlaufbahn schleppen.

Das sind allerdings noch Zukunftspläne. Real hingegen ist die Internationale Raumstation (International Space Station, ISS). Zur Besatzung gehörte 2014 seit längerem wieder mal ein Deutscher.

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 Rosetta trifft einen Kometen@astroalex twittert aus dem All 
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