Raubüberfall auf den Louvre: Museum hat jahrelang "Louvre" als Kennwort genutzt

Inhalt
Wurde beim Louvre-Raub im Oktober 2025(öffnet im neuen Fenster) ausgenutzt, dass das Museum bei der IT-Sicherheit über viele Jahre lang geschlampt hat? Das legt ein Bericht der französischen Tageszeitung Libération(öffnet im neuen Fenster) nahe, der Sicherheitsüberprüfungen aus der Vergangenheit durchgegangen ist. Dabei ist derzeit nicht bekannt, ob die damals entdeckten Mängel korrigiert wurden.
Nach Angaben der Zeitung wurden vertrauliche oder im Rahmen von Ausschreibungen veröffentlichte Dokumente durchforstet, die eine lange Geschichte erheblicher Lücken in der Internetsicherheit des Louvre aufgedeckt hatten und zum Teil trotz Warnungen nicht abgestellt wurden.
Im Dezember 2014 analysierten Experten der französischen Cybersicherheits-Agentur Anssi auf Wunsch des Museums die IT-Systeme des Museums und bemängelten unter anderem extrem unsichere Kennwörter. So war es möglich, durch Eingabe des Kennwortes "Louvre" auf das System der Videoüberwachung des Museums zuzugreifen. Zudem verwendete das Museum Sicherheitssoftware des Unternehmens Thales, für die als Kennwort "Thales" vergeben wurde.
Louvre setzt stark veraltete Software ein
Kritisiert wurde auch, dass das Bürokommunikationsnetz des Louvre einige veraltete Systeme wie Windows 2000 im Einsatz hatte, für das es zu diesem Zeitpunkt seit langem keine Sicherheits-Updates mehr gab. Das Ergebnis der Agentur war in dem vertraulichen Bericht eindeutig: "Die im Sicherheitsnetz eingesetzten Anwendungen und Systeme weisen zahlreiche Schwachstellen auf."
Das betreffe "Zugangskontrollen, Alarmanlagen und Videoüberwachung" heißt es in dem Bericht. "Ein Angreifer, dem es gelingt, die Kontrolle darüber zu erlangen, wäre in der Lage, Beschädigungen oder sogar den Diebstahl von Kunstwerken zu erleichtern" , heißt es warnend im Bericht.
Die Agentur riet dem Museum, auf aktuelle Software zu wechseln, Schwachstellen zu schließen und nur noch sichere Kennwörter zu verwenden. Die Zeitung wollte vom Museum erfahren, welche Maßnahmen davon umgesetzt wurden, eine Antwort gab es nicht.



