Im Notfall tut es auch DDR3?
Die horrenden Preise für DDR-Speicher haben selbst den veralteten DDR3-Speicher wieder in den Fokus gerückt. Vorweg: Wir empfehlen ein System mit DDR3 nur, wenn wir nicht die neuesten Spiele spielen oder die leistungsfähigste Software nutzen – wir also einen PC brauchen, der grundlegend funktionieren muss, mehr auch nicht.
Es ist auf den ersten Blick auch nicht möglich, auf lange Sicht Windows 11 darauf zu betreiben, da die meisten mit DDR3 kompatiblen Prozessoren nicht vom OS unterstützt werden. Da der Support für Windows 10 in diesem Jahr abläuft , müssten wir unseren PC also mit Linux betreiben.
Es gibt allerdings Ausnahmen, denn einige Mainboards aus China sind gerade populär. Die sind mit LGA-1551-Sockel und DDR3-Slots ausgestattet, etwa das Onda H310CD3. Die Boards machen sich den bei Intels Coffee-Lake-Prozessoren (Core i-9000) verwendeten DDR3-Speicher-Controller zunutze und können so auch mit Windows 11 genutzt werden. Allerdings wurde diese Kombination von Intel nie offiziell unterstützt. Außerdem ist es in Deutschland fast unmöglich, an solche Geräte zu kommen.
DDR3 kostet vergleichsweise wenig
DDR3 ist obendrein signifikant langsamer als DDR4 und DDR5. Da auch nur ältere CPUs damit laufen, summiert sich das zu einem merklichen Nachteil in Produktivanwendungen und Spielen. Deshalb auch hier der Tipp: Solche Systeme nur kaufen, wenn der Anwendungsfall nicht über Büroarbeit und Medienkonsum hinausgeht.
| Typ | Preis ab | kompatibel mit CPU | Kaufen, wenn | Nicht kaufen, wenn |
|---|---|---|---|---|
| DDR5 | 12 GByte: 120 Euro, 16 GByte: 180 Euro, 32 GByte: 360 Euro | Alle aktuellen x86-Chips von AMD und Intel | wir ein modernes System haben wollen, wir RAM auch später für Upgrades brauchen, die maximale Leistung wichtig ist. | uns der RAM einfach zu teuer ist und wir die Mehrleistung nicht unbedingt brauchen. |
| DDR4 | 16 GByte: 130 Euro, 32 GByte: 225 Euro | AMD: Bis Ryzen 5000, Intel: Bis Core i-14000 | wir ein leistungsfähiges System haben wollen, das für die meisten Dinge ausreicht. | wir unseren RAM auch bei den nächsten Prozessorgenerationen weiternutzen wollen, uns maximale Leistung wichtig ist. |
| DDR3 | 8 GByte: 25 Euro, 16 GByte: 50 Euro | AMD: Kein Ryzen und deshalb ignorieren, Intel: Bis Core i-4000. Bei einigen chinesischen Mainboards: Bis Core i-9000 | es das Budget nicht mehr zulässt, wir auf Windows verzichten können. | wir in Zukunft weiter Windows 11 nutzen wollen, ein Upgrade irgendwann geplant ist. |
Dies berücksichtigend können wir DDR3-Speicher bereits ab etwa 60 Euro für einen 16-GByte-Riegel von G.Skill erwerben. 32 GByte kosten 160 Euro und damit die Hälfte von DDR4-Arbeitsspeichern. Zusammen mit den mittlerweile recht günstigen älteren Komponenten wie CPU und Mainboard können wir uns hier ein sehr günstiges funktionierendes System zusammenbauen.
Jegliche Upgrades werden allerdings verhindert, da DDR3 und damit funktionierende Hardware immer seltener, nicht mehr hergestellt und irgendwann nur noch auf dem Gebrauchtmarkt zu finden sein wird.
Warten auf Preisreduzierungen? Ein Ausblick
Bei all den hohen Preisen bleibt Warten eine valide Option. Wir sollten uns allerdings auf sehr lange Wartezeiten einstellen. Micron, einer der drei großen RAM-Hersteller, geht von anhaltend hohen Preisen und Lieferengpässen über das ganze Jahr 2026 aus. SK Hynix sieht die Lage noch pessimistischer. Lieferschwierigkeiten könnten bis 2028 anhalten .
Der Fokus aller Hersteller liegt dabei auf Unternehmen als Kunden, während Verbraucher Restbestände zu ebenfalls horrenden Preisen erhalten. Micron hat bereits Ende 2025 angekündigt, die auf Endkunden ausgelegte Marke Crucial komplett einzustellen und sich auf das weit lukrativere Geschäft mit KI-Firmen zu konzentrieren.
Wir würden deshalb empfehlen, für den nächsten Build einfach etwas mehr Budget einzuplanen. Je nach Ausstattung bleibt der absurd teure DDR5-Arbeitsspeicher ein eher kleiner Posten im Vergleich zum Rest des PCs. Bei einem Computer für 2.000 Euro fällt der Aufpreis für Arbeitsspeicher rein prozentual weniger ins Gewicht. Im konkreten Beispiel würden 32 GByte RAM für 350 Euro 17,5 Prozent des Gesamtpreises ausmachen. Bei einem 3.000-Euro-System fällt der Anteil auf 11,7 Prozent.
Je teurer also der Computer, desto weniger fällt der RAM-Preis ins Gewicht. Alternativ kaufen wir uns eine etwas schwächere CPU oder Grafikkarte. Zur Not können auch 16 GByte DDR5-Arbeitsspeicher erst einmal reichen. Denn Arbeitsspeicher ist eine Komponente, die sich sehr leicht und mit wenig Aufwand erweitern lässt. Er ist oft auch eine der Komponenten, die wir am längsten weiter nutzen und in neue Systeme mitnehmen können.
Bevor Oliver Nickel bei Golem als Redakteur für Hard- und Software anfing, arbeitete er viele Jahre als Systemadministrator und PC-Spezialist. Desktop-Systeme baut er auch heute noch selbst zusammen – Troubleshooting inklusive. Zusätzlich berät er Freunde, Verwandte und Bekannte, wenn es wieder einmal Zeit für einen neuen Desktop-PC ist.



