Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Von SO-DIMM und DDR4

Die meisten Menschen, die sich einen Desktop-PC kaufen, werden sich passenden UDIMM-Arbeitsspeicher zulegen müssen. Das ist der am weitesten verbreitete Standard für Desktops und wird entsprechend viel nachgefragt.

Wir können uns aber auch für einen PC-Bau mit SO-DIMM-Arbeitsspeicher entscheiden. Diese kürzeren Module gibt es für gewöhnlich in Laptops wie dem Framework Laptop . Aber auch einige Mini-PCs und Kompakt-PCs verwenden aus Platzgründen SO-DIMM.

Ein vorgefertigter Mini-PC mit SO-DIMM ist natürlich für viele Menschen eine valide Option. Solche Systeme gibt es bereits im Bereich von 300 bis 500 Euro zu kaufen. Dort sind allerdings meist Mobilversionen von x86-Prozessoren verbaut, die grundsätzlich weniger leistungsfähig sind. Der Nachbau einer Grafikkarte und anderer Komponenten gestaltet sich hier oft auch als schwierig.

SO-DIMM als Bastellösung

DIY-Enthusiasten können sich aber nach passenden Mainboards umschauen. Hersteller Asus verkauft etwa das Pro A620AT-CSM an Business- und Privatkunden. Dieses Mainboard im kompakten Mini-ITX-Format hat zwei SO-DIMM-Steckplätze und einen passenden Sockel für AM5-Prozessoren von AMD, also CPUs bis zur aktuellen Ryzen-9000-Serie. Allerdings fehlt ein PCIe-Steckplatz für externe Grafikkarten.

DDR5-Speicher im Überblick (Micron)
DDR5-Speicher im Überblick (Micron) (02:38)

Alternativ können wir einen SO-DIMM-Adapter kaufen. Die kosten unter 20 Euro und werden auf leere UDIMM-Sockel gesteckt. So lassen sich die kleineren Module auf Standard-Mainboards betreiben. Das kann sich rechnen: 32 GByte SO-DIMM-Speicher von Crucial kostet aktuell etwa 300 Euro. Rechnen wir den Preis für zwei Adapter mit dazu, kommen wir auf etwa 330 Euro. Das ist minimal weniger als die günstigsten DDR5-UDIMM-Angebote mit 32 GByte Kapazität und unserer Meinung nach den Aufwand nicht wert – zumal das 12-GByte-Modul für 120 Euro weiterhin der bessere Deal ist.

Viel mehr können wir nicht sparen, wenn wir aktuellen DDR5-RAM verwenden wollen. Je nach Anwendungsfall kann sich allerdings auch ein gebrauchtes System oder der Neukauf älterer Generationen weiterhin lohnen. Den meisten dürfte da allen voran DDR4 als direkte Vorgängergeneration einfallen. Zu Recht: Ein DDR4-3200-Kit von Corsair mit 32 GByte Kapazität kostet aktuell etwa 240 Euro. Um diesen Preis sammeln sich auch andere Kits von G.Skill, Crucial und Co.

Der Haken: DDR4 wird von aktuellen x86-Prozessoren der beiden großen Hersteller nicht mehr unterstützt. AMD hat den Support bereits mit den Ryzen-7000-Chips eingestellt. Die leistungsfähigsten Intel-CPUs gehören zur Serie Raptor Lake S. CPUs wie der Intel Core i9-14900K oder der Core i7-14700K sind auch heute noch für die meisten User schnell genug. Das gilt auch für AMD-Prozessoren der Serie Ryzen 5000. Die sind tatsächlich aktuell auch günstiger zu haben als die Intel-Konkurrenz.

DDR4 schränkt CPU-Auswahl ein

Je nach Arbeitslast lohnt sich also der Griff zur vergangenen Generation. Es sollte aber beachtet werden, dass dadurch auch weitere Upgrades ausgeschlossen werden – es sei denn, wir kaufen das komplette System neu. Gerade in Spielen und bei CPU-intensiven Arbeiten – etwa Compiling, Videoschnitt, 3D-CAD-Bearbeitung, dem Betreiben virtueller Maschinen oder KI-Entwicklung – lohnen sich aktuelle CPU-Generationen eher.

Selbst DDR4 ist mittlerweile so teuer geworden, dass sich die Ersparnis von etwa 100 Euro im Vergleich zu den günstigsten 32-GByte-DDR5-RAM-Modulen oft nicht lohnt. Dieses Geld können wir eventuell auch sparen, wenn wir in ein paar Jahren Komponenten tauschen und dabei einige andere Bauteile weiterverwenden können.

Wir würden deshalb vom Downgrade auf DDR4 abraten, wenn wir unseren Computer für mehr als Büroarbeiten, Webbrowsing und Medienkonsum verwenden oder unser Budget für den Kauf so limitiert ist, dass jeder Euro zählt. Der Gaming-Rechner für das eigene Minecraft und Fortnite spielende Kind muss ebenfalls nicht die besten und aktuellen Komponenten beinhalten. Hier kann mit dem Wechsel auf DDR4 einiges an Geld gespart werden.


Relevante Themen